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Indie Connect 2012: Unfertiges Spiel gewinnt Most Amazing Game Award

Quo Vadis
Am Rande der Deutschen Gamestage in Berlin wurde auf der Indie Connect 2012 der Most Amazing Game Award verliehen – laut Veranstalter A Maze Europas erster eigener Indie-Preis. Trotz prominenter Konkurrenz setzte sich ein Titel als Gewinner durch, der erst Ende des Jahres fertig werden soll.
/ Daniel Pook
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Sonnenschein im Indie-Spiel Proteus (Bild: Ed Key)
Sonnenschein im Indie-Spiel Proteus Bild: Ed Key

Am 26. und 27. April haben sich unabhängige Entwickler aus ganz Europa in Berlin zur Indie Connect 2012 getroffen. Die Nebenveranstaltung der Deutschen Gamestage Quo Vadis bietet jährlich Workshops, Vorträge und Präsentationen aus der Indie-Games-Community. Zum ersten Mal hat Veranstalter A Maze auch den Award für das Most Amazing Indie Game vergeben.

Most Amazing Game Award – Preisverleihung
Most Amazing Game Award – Preisverleihung (02:11)

76 internationale Spiele wurden als Bewerbung eingereicht. Zehn davon(öffnet im neuen Fenster) erhielten eine Nominierung, aber nur ein Kandidat konnte letztendlich gewinnen. Und das war zur Überraschung vieler Zuschauer nicht das relativ bekannte Botanicula von Amanita Design (Machinarium).

Die Trophäe, ein pinker Würfel auf weißem Standfuß, ging an Entwickler Ed Key und Komponist David Kanaga für ihren Titel Proteus(öffnet im neuen Fenster) . Neben einer Einladung zu den European Indie Game Days(öffnet im neuen Fenster) in Marseille und der Möglichkeit zum Vertrieb des Spiels bei Little Indie(öffnet im neuen Fenster) , erhielten die Gewinner auch ein 5000-Euro-Preisgeld. "Damit kann ich gut ein paar Monate meine Rechnungen zahlen" , freute sich Ed Key unmittelbar nach der Award-Show im Gespräch mit Golem.de. "Wir haben als unabhängige Entwickler gerade erst angefangen. Ein geregeltes Einkommen beschert uns das bis jetzt noch nicht."

Was die Branche denkt – Bestes Indie-Spiel
Was die Branche denkt – Bestes Indie-Spiel (02:38)

Proteus konnte schon beim Independent Games Festival(öffnet im neuen Fenster) in San Francisco und bei der Indie Cade(öffnet im neuen Fenster) in Culver City jeweils einen Preis für seine Musik gewinnen. Beim Indie Connect 2012 gab es nun die erste Ehrung als insgesamt bestes Spiel. Dabei ist der Titel eigentlich noch gar nicht fertig. Ähnlich wie bei Minecraft können Benutzer bereits eine leicht vergünstigte Betaversion erwerben und die Entwickler so bei ihrer Arbeit unterstützen. Updates, einschließlich des fertigen Programms, erhalten Vorabkäufer als Download ohne Extrakosten.

Das Grundprinzip von Proteus basiert auf der Freude am Erkunden einer Naturlandschaft. Ziele werden dem Spieler nicht vorgegeben. Die Umgebung wird im dreidimensionalen Retro-Pixel-Look dargestellt und bietet sowohl fließende Tag/Nacht-Wechsel als auch eine lebendige Tierwelt. Dazu ertönt ein dynamisch ans Geschehen angepasster Soundtrack mit meditativen Klängen. Zum ungewöhnlichen Spielkonzept haben Ed Key die ländlichen Gegenden Nordenglands inspiriert, wo er aufgewachsen ist. Inzwischen arbeitet er seit mehr als drei Jahren an dem Projekt.

Die Vollversion von Proteus soll bis Ende des Jahres auf der Entwickler-Homepage(öffnet im neuen Fenster) , bei Steam und über andere Vertriebsplattformen online verfügbar gemacht werden. In der Standardausführung kostet das Spiel 10 Euro, die umfangreichere Artifact Edition kostet 40 Euro. Momentan läuft das Spiel nur auf Windows, Umsetzungen für Mac und Linux sollen sich aber in Arbeit befinden.

Veranstalter der jährlich stattfindenden Indie Connect(öffnet im neuen Fenster) ist A Maze. Die Organisation trägt regelmäßig Festivals und Events rund um Computerspiele in Berlin aus. Dabei sollen besonders kunstvolle, kreative Projekte am Rande des Massenmarkts im Mittelpunkt stehen. Gleichzeitig betrachtet A Maze Gamer als Community, die sich mit Grundsatzfragen auseinandersetzen und so eine gemeinsame Kultur erarbeiten soll. Golem.de hatte zuletzt im Februar 2012 über eine damit verbundene Diskussionsrunde zum Thema "Vorurteile gegen Gamer" berichtet.


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