Abo
  • Services:
Anzeige
Die Zertifizierungsstelle des indischen National Informatics Centre hat ihren Dienst eingestellt.
Die Zertifizierungsstelle des indischen National Informatics Centre hat ihren Dienst eingestellt. (Bild: Screenshot Nicca)

India CCA: Gefälschte Zertifikate für Google-Domains

Mitarbeiter von Google haben mehrere gefälschte Zertifikate für Domains des Konzerns gefunden. Ausgestellt wurden sie von einer Zertifizierungsstelle der indischen Regierung. Diese Zertifizierungsstelle wird nur von Windows akzeptiert.

Anzeige

Offenbar sind von einer indischen Zertifizierungsstelle mehrere gefälschte Zertifikate ausgestellt worden. Darüber berichtet Google-Entwickler Adam Langley in einem Blogeintrag. Demnach wurde Google auf die Existenz mehrerer Zertifikate für Google-eigene Domains aufmerksam, die nicht von Google selbst erstellt wurden. Der Inhaber des gefälschten Zertifikats könnte damit HTTPS-Verbindungen zu Webseiten von Google mit Hilfe einer Man-in-the-Middle-Attacke mitlesen oder manipulieren.

Signiert wurden die Zertifikate von einer Zertifizierungsstelle des indischen National Informatics Centre (NIC), einer staatlichen Wissenschaftsorganisation. Das Zertifikat des National Informatics Centre wiederum wurde signiert von India CCA, einer Zertifizierungsstelle der indischen Regierung.

Root-Zertifikat wird nur von Windows akzeptiert

Das Root-Zertifikat von India CCA wurde im Oktober 2011 in den Zertifikats-Store von Windows aufgenommen. Akzeptiert wird es damit von allen Browsern, die die Windows-eigenen Kryptographiefunktionen für TLS-Verbindungen nutzen. Bei den Browsern betrifft das den Internet Explorer und Google Chrome. Die Liste der akzeptierten Zertifizierungsstellen wird von Windows automatisch online aktualisiert - eine Vorgehensweise, die in der Vergangenheit schon für Kritik gesorgt hat.

Mozilla Firefox nutzt eine eigene Liste von Root-Zertifikaten, die India CCA nicht enthält, somit sind Firefox-Nutzer vom Angriff nicht betroffen. In Chrome wäre zumindest ein Angriff auf Google-eigene Dienste ebenfalls nicht möglich, denn Googles eigener Browser akzeptiert für die Dienste des Suchmaschinenkonzerns nur eine beschränkte Liste von Zertifizierungsstellen. Allerdings sind die für Google-eigene Domains ausgestellten Zertifikate offenbar nicht die einzigen gefälschten Zertifikate von India CCA.

Gegenüber Google hat India CCA inzwischen eine Stellungnahme abgegeben. Demnach seien insgesamt nur vier gefälschte Zertifikate ausgestellt worden, drei für Domains von Google und eine für Domains von Yahoo. Doch Google schreibt, dass es bereits weiß, dass neben diesen vier Zertifikaten weitere gefälschte Zertifikate von India CCA im Umlauf sind.

Ausstellung von Zertifikaten eingestellt

Auf der Webseite der Zertifizierungsstelle des National Informatics Centre ist zurzeit nur zu lesen, dass aus Sicherheitsgründen die Ausstellung von Zertifikaten vorerst eingestellt wurde. Das Zertifikat des National Informatics Centre (NIC) wurde inzwischen von India CCA zurückgezogen, damit sind alle ausgestellten Fake-Zertifikate ungültig. Das hilft allerdings nur eingeschränkt, denn die Prüfung der Gültigkeit von Zertifikaten ist zurzeit in keinem Browser in sicherer Weise implementiert.

Google hat inzwischen für den eigenen Chrome-Browser reagiert: Der Google-Browser wird alle bekannten gefälschten Zertifikate automatisch blockieren. Weiterhin akzeptiert Chrome künftig Zertifikate von India CCA nur noch für eine eingeschränkte Liste von Subdomains, darunter beispielsweise Seiten der indischen Regierung. Ein von India CCA signiertes Zertifikat für google.com oder yahoo.com würde demnach nicht mehr als gültig akzeptiert.

Keine öffentliche Reaktion auf den Vorfall gibt es bisher von Microsoft. Das ist insofern bemerkenswert, als außer Microsoft die Zertifikate von India CCA bislang niemand akzeptiert. Bei Mozilla wurde die Aufnahme des Root-Zertifikats 2010 beantragt, bislang wurde noch nicht darüber entschieden. Auch in Android, OS X und iOS werden diese Zertifikate bislang nicht akzeptiert. Wir haben die Microsoft-Pressestelle um eine Stellungnahme zu dem Vorfall gebeten und werden diesen Artikel aktualisieren, sobald uns diese vorliegt.

Ungelöste Probleme des Systems der Zertifizierungsstellen

Das Auftauchen der gefälschten Zertifikate macht erneut auf die ungelösten Probleme des gesamten Systems der TLS-Zertifizierungsstellen aufmerksam. Jede Zertifizierungsstelle kann Zertifikate für beliebige Domains ausstellen, das gesamte System ist damit nur so sicher wie die schwächste Zertifizierungsstelle. Browser akzeptieren automatisch Hunderte von Zertifizierungsstellen und jede davon kann wiederum beliebig viele Unterzertifizierungsstellen ernennen.

In den vergangenen Jahren gab es eine ganze Reihe von ähnlichen Vorfällen, etwa bei Comodo, einer der größten Zertifizierungsstellen überhaupt, bei der inzwischen insolventen niederländischen Firma Diginotar und bei einigen anderen. Folgen hatte das bislang kaum. Es gibt verschiedene Vorschläge, wie man das System der Zertifizierungsstellen stärken oder komplett ersetzen könnte, doch bislang befinden sich diese alle lediglich im Entwurfsstadium.


eye home zur Startseite
elcravo 11. Jul 2014

Das du, wenn du http://www.google.de in deinen Browser eintippst auf https://www.google...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. noris network AG, Nürnberg
  2. Ratbacher GmbH, Stuttgart
  3. Computacenter AG & Co. oHG, verschiedene Standorte
  4. Sky Deutschland GmbH, Unterföhring bei München


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. (u. a. Hobbit Trilogie Blu-ray 43,89€ und Batman Dark Knight Trilogy Blu-ray 17,99€)
  2. (u. a. Underworld Awakening 9,99€, Der Hobbit 3 9,99€ und Predestination 6,97€)

Folgen Sie uns
       


  1. Nach Gerichtsurteil

    Bundesnetzagentur setzt Vorratsdatenspeicherung aus

  2. Datenschutz

    Real will keine Gesichter mehr scannen

  3. Social Media

    Facebook feiert zwei Milliarden MAUs

  4. Online-Handel

    Websperren sollen Verbraucherschutz stärken

  5. Verbrennungsmotor

    Benzin-Drohne soll fünf Tage in der Luft bleiben

  6. Assistenzsysteme

    Kängurus verwirren Volvos

  7. RapidE

    Aston Martin kündigt erstes Elektroauto für 2019 an

  8. Honor 9 im Hands on

    Huawei macht das P10 überflüssig

  9. Qualcomm

    Snapdragon 450 unterstützt Iris-Scan

  10. Google Daydream

    Qualcomm verrät Details zu Standalone-Headsets



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Mesh- und Bridge-Systeme in der Praxis: Mehr WLAN-Access-Points, mehr Spaß
Mesh- und Bridge-Systeme in der Praxis
Mehr WLAN-Access-Points, mehr Spaß
  1. Aruba HPE Indoor-Tracking leicht gemacht
  2. Eero 2.0 Neues Mesh-WLAN-System kann sich auch per Kabel vernetzen
  3. BVG Fast alle Berliner U-Bahnhöfe haben offenes WLAN

Mobile-Games-Auslese: Ninjas, Pyramiden und epische kleine Kämpfe
Mobile-Games-Auslese
Ninjas, Pyramiden und epische kleine Kämpfe
  1. Ubisoft Chaoshasen, Weltraumaffen und die alten Ägypter
  2. Monument Valley 2 im Test Rätselspiel mit viel Atmosphäre und mehr Vielfalt
  3. Mobile-Games-Auslese Weltraumkartoffel und Bilderbuchwanderung für mobile Spieler

Neues iPad Pro im Test: Von der Hardware her ein Laptop
Neues iPad Pro im Test
Von der Hardware her ein Laptop
  1. iFixit iPad Pro 10,5 Zoll intern ein geschrumpftes 12,9 Zoll Modell
  2. Office kostenpflichtig Das iPad Pro 10,5 Zoll ist Microsoft zu groß
  3. Hintergrundbeleuchtung Logitech bringt Hülle mit abnehmbarer Tastatur für iPad Pro

  1. Re: Ich dachte Facebook sei tot

    Muhaha | 10:50

  2. Re: Danke !!!

    Muhaha | 10:49

  3. Re: Wie wird das wohl in der Praxis laufen?

    Kein Kostverächter | 10:49

  4. Re: So what?

    1ras | 10:48

  5. Re: Ernsthaft?

    Trollversteher | 10:46


  1. 10:34

  2. 10:13

  3. 10:02

  4. 09:30

  5. 08:58

  6. 08:37

  7. 08:06

  8. 07:40


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel