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Incoax Networks: Deutsche Giganetz nutzt auch Alternativen zu reinem FTTH

Koaxialkabel oder Funklösungen wie FWA: Deutsche Giganetz arbeitet mit Incoax Networks zusammen und nutzt nicht mehr nur FTTH .
/ Achim Sawall
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Control Unit oder DPU (Data Processing Unit) (Bild: Incoax)
Control Unit oder DPU (Data Processing Unit) Bild: Incoax

Das schwedische Unternehmen Incoax Networks hat angekündigt, dass Deutsche Giganetz seine Technik für den Inhouse-Ausbau einsetzen wird. Wie die Partner am 7. April 2026 erklärten(öffnet im neuen Fenster) , werden bestehende Koaxialnetze in Gebäuden genutzt, die FTTH-Betreiber bisher überbaut hatten.

Die Technik von Incoax unterstützt auch den Funkzugang mit FWA (Fixed Wireless Access) beim Ausbau in Mehrfamilienhäusern auf der letzten Meile.

"Für Deutsche Giganetz ist ein effizienter und skalierbarer Ausbau in Gebäuden entscheidend" , sagte Stefan Reinhold, Teamleiter Netzwerkplanung bei dem Unternehmen. "Wir sehen großes Potenzial in Lösungen, die die Installation vereinfachen und gleichzeitig eine hohe Leistung gewährleisten."

Incoax verwendet Technik der Multimedia over Coax Alliance (MoCA). Der MoCA-Access-2.5-Standard ermöglicht laut den Angaben eine Datenübertragungsrate von bis zu 2,5 GBit/s im Downstream und 2 GBit/s im Upstream.

Das ist allerdings die Brutto-Gesamtkapazität eines gesamten Segments, die sich alle Haushalte teilen müssen. Alte Koaxialkabel weisen zudem oft eine hohe Signaldämpfung auf, was die Reichweite und die Datenrate massiv reduzieren kann.

MoCA Access für bis zu 31 Haushalte

MoCA Access ist ein Point-to-Point und Point-to-Multipoint-Systemstandard, der nur bis zu 31 Modems (Clients) bedienen kann. Der genutzte Frequenzbereich liegt zwischen 400 und 1.675 MHz. Es werden sowohl die Zentraleinheit (DPU) im Keller des Wohnhauses als auch spezielle Modems (NTE) in jeder Wohnung benötigt.

Eine Sprecherin von Deutsche Giganetz sagte Golem: "Wir verabschieden uns in keinster Weise von reinem FTTH." Der Standard, den das Unternehmen hier einsetzt, ist aber eindeutig nicht Fiber To The Home, sondern Fiber To The Building (FTTB) mit einer Brückentechnologie für Koax oder über Funk mit FWA (Fixed Wireless Access).

"Glasfaser ist und bleibt Priorität" , versicherte die Sprecherin. Es gehe nur um Gebäude, in denen ein Glasfaserausbau nicht möglich sei, etwa durch Denkmalschutz, zu hohe Kosten oder fehlende Zustimmung der Eigentümer für Glasfaser im Treppenhaus.

"Wir schwenken nicht auf FWA oder geben Glasfaser auf" , betonte sie. Im vergangenen Monat zog sich Deutsche Giganetz allerdings aus Glasfaserprojekten in mehreren Großstädten zurück .


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