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In großer Krise: Intel-CEO Pat Gelsinger tritt ab

Pat Gelsinger wollte Intel mit einem ambitionierten Programm wieder erfolgreich machen. Nun übernimmt wieder ein Finanzer – zumindest vorerst.
/ Johannes Hiltscher
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Pat Gelsinger ist nicht länger das Gesicht von Intel. (Bild: Intel)
Pat Gelsinger ist nicht länger das Gesicht von Intel. Bild: Intel

Bei Intel könnte eine Ära zu Ende gehen: Wie das Unternehmen bekannt gab(öffnet im neuen Fenster) , trat Pat Gelsinger zu Anfang Dezember von seinem Posten als CEO ab. 2021 hatte Intel seinen einstigen Technologie-Chef zurückgeholt , um die bereits damals offensichtlichen Probleme in der eigenen Halbleiterfertigung in den Griff zu bekommen. Gelsinger legte mit "Fünf Prozessknoten in vier Jahren" ein ehrgeiziges Programm vor, das allerdings bislang noch nicht die Rückkehr zu alter Größe brachte.

Vorläufig übernehmen der bisherige CFO David Zinsner und Michelle Johnston Holthaus, bislang Leiterin der Client Compute Group (CCG), die Führung. Holthaus leitet künftig die gesamte Intel Products Group, die sämtliche Hardware umfasst. Die Leitung des Verwaltungsrats übernimmt vorerst Frank Yeary vom Finanzdienstleister Darwin Capital Advisors, der bereits unabhängiges Mitglied des Verwaltungsrats war.

Langfristig soll aber ein Nachfolger für Gelsinger gefunden werden. Dessen Wahl dürfte entscheidend für die zukünftige Ausrichtung des Unternehmens sein. Denkbar ist, dass Intel noch stärker als in den letzten Monaten spart, was ein Kommentar von Yeary nahelegt: Man wolle das Vertrauen der Investoren wiederherstellen. Das könnte weitere Entlassungen bedeuten, aber auch, dass Intel sich tatsächlich von seiner Fertigung trennt , an der Gelsinger mit teils zu optimistischen Erwartungen festhielt. Dafür spricht, dass Yeary betonte, Intel müsse sich mehr auf die Product Group, also die eigene Hardware, konzentrieren.

Gründe für Gelsingers Abgang wurden nicht genannt, auch ob dieser freiwillig erfolgte, ist bislang unbekannt. Sein Statement in der Pressemitteilung legt aber eher nahe, dass die Initiative nicht von ihm ausging. Denkbar ist, dass Intels finanzieller Leitung die Geduld mit Gelsingers Plan verlor, auch in der Halbleiterfertigung wieder führend zu werden . Sein ambitionierter Plan hatte mehrfach mit Verzögerungen zu kämpfen, den Intel-20A-Prozess beerdigte das Unternehmen zudem komplett .

An der Börse kommt Gelsingers Weggang bislang gut an, vor Öffnung der US-Börsen liegt die Intel-Aktie gut drei Prozent im Plus. Ähnliche Bewegungen waren aber auch in den vergangenen Wochen zu beobachten.


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