In Gefahr gebracht: Quelle der Panama Papers wirft Polizei schwere Fehler vor

Die Quelle zu den Panama-Papers-Enthüllungen wirft die Frage auf, wie die Polizei mit Tippgebern umgehen sollte. Das BKA schweigt bisher.

Artikel veröffentlicht am , Lennart Mühlenmeier
Das Bundeskriminalamt soll Abmachungen nicht eingehalten haben.
Das Bundeskriminalamt soll Abmachungen nicht eingehalten haben. (Bild: Max Fleischmann/Unsplash-Lizenz)

Sechs Jahre nach dem 2,6-TByte-Datenleak hat die Quelle zu den Panama Papers wieder Kontakt zu den Journalisten von damals aufgenommen. In einem Interview mit dem Spiegel offenbart die Quelle mit dem Pseudonym John Doe, deren Identität auch für das Gespräch verschleiert wurde, dass sie die Daten auch an die deutsche Polizei gegeben hatte.

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Dass das Bundeskriminalamt (BKA) die Daten auch besitzt und dass sie dafür fünf Millionen Euro bezahlt haben soll, ist der Öffentlichkeit zwar schon länger bekannt. Jedoch sagt die Quelle den Journalisten vom Spiegel nun, dass "sich die deutsche Regierung nicht an die finanzielle Vereinbarung [hielt], auf die wir uns geeinigt hatten. Das führte zu zusätzlichen Problemen, die meine Sicherheit weiter gefährdeten."

Angst vor politischem Mord

John Doe (oder im Deutschen Max Mustermann) sieht sich von der russischen Regierung bedroht, die ihn tot sehen wolle. So hat Doe auch illegale Aktivitäten von russischen Oligarchen aufgedeckt. Die Person berichtet von einer russischen TV-Sendung nach den Enthüllungen: "Russia Today strahlte ein zweiteiliges Panama-Papers-Doku-Drama aus, in dem ein John Doe vorkam. Der erlitt während des Vorspanns eine durch Folter verursachte Kopfverletzung, woraufhin ein Zeichentrick-Boot durch die Blutlache schipperte, als wäre es der Panamakanal." Die Drohung sei laut Doe bizarr und nicht subtil gewesen.

In dem Interview wies die Quelle darauf hin, dass es immer wieder politische Morde gebe: Sie spricht etwa den Berliner Tiergartenmord aus dem Jahr 2019 an. Damals soll ein russischer Geheimdienstmitarbeiter einen georgischen Offizier ermordet haben. Währenddessen werden russische Oligarchen im Zuge des Angriffskriegs gegen die Ukraine sanktioniert, die vor Jahren schon mit ihren Machenschaften in den Panama Papers aufgetaucht sind.

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Die Quelle wollte mit den Dokumenten die zumeist immer noch legalen Strategien der Steuervermeidung sowie zur illegalen Geldwäsche aufdecken und ermöglichen, dass diese Schlupflöcher geschlossen werden. Die Dokumente gehörten zu dem Offshore-Dienstleister Mossack Fonseca, der seinen Firmensitz auf Panama hatte. Die Gründer beendeten im Jahr 2018 das Geschäft und sind seit dem Jahr 2020 wegen Steuerhinterziehung zur Fahndung ausgeschrieben.

BKA äußert sich bisher nicht

In Bezug zu den Sanktionen sagt die Quelle in dem Interview, dass "Jachten nicht sehr wichtig [sind], abgesehen vom symbolischen Wert. Wichtig sind Offshore-Gesellschaften und Trusts. Sanktionen sind ein wichtiges Instrument, aber es gibt noch andere." So verweist sie auf mögliche Durchsuchungen von Büroräumen durch die US-Polizei, in denen diese Straftaten begangen würden: "Das wäre für [Behörden] ein leichtes Unterfangen. Aber es geschieht nicht."

Als letzten Kritikpunkt sagt die Quelle, dass das BKA auf das Angebot nach weiteren Dokumenten nicht reagiert habe. Die Quelle sagt, damit hätten weitere Verbrechen ermittelt werden können. Das BKA hat sich auf Anfrage des Spiegel bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.

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