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In eigener Sache: Aktiv werden für Golem.de

Keine Werbung, kein unerwünschtes Tracking – kein Problem! Wer Golem.de-Inhalte pur nutzen möchte, hat neben dem Abo Golem pur jetzt eine weitere Möglichkeit, Golem.de zu unterstützen.
/ Juliane Gunardono
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Und los! Mit Golem Act gibt es ab sofort eine weitere Möglichkeit, Golem.de werbefrei zu lesen. (Bild: Golem.de)
Und los! Mit Golem Act gibt es ab sofort eine weitere Möglichkeit, Golem.de werbefrei zu lesen. Bild: Golem.de

All jene, die Golem.de mit einem Adblocker, Noscript oder Ähnlichem aufrufen, stehen in Zukunft vor der Wahl: Golem pur oder Golem Act. Golem pur wird seit fast fünf Jahren als werbefreies Abo von Golem.de angeboten, Golem Act ist eine Neuentwicklung. Wer kein Geld für den werbefreien Zugang ausgeben möchte, kann die Wertschätzung für die Arbeit der Redaktion mit dem Lösen von Aufgaben ausdrücken.

Wird ein Golem.de-Artikel mit Adblocker oder Ähnlichem aufgerufen, erscheint künftig ein Pop-up mit der Aufforderung, einige kurze Fragen zu beantworten. Die Aufgaben sind nach wenigen Sekunden erledigt, danach wird Golem.de für eine gewisse Zeit werbefrei zur Verfügung gestellt. Wir starten heute den Soft-Rollout mit einem Teil der Leser und werden uns nach und nach auf 100 Prozent steigern.

Als Startpartner konnten wir Mozilla gewinnen. Unsere Leser helfen dem gemeinnützigen Common-Voice-Projekt bei der Datenpflege und -verifikation von deutschen Audio-Samples. Später werden wir Golem Act auch für viele andere Zwecke nutzen, wo wir oder unsere Partner die Expertise unserer Leserschaft benötigen. Besonders wichtig ist uns dabei ein ausgeglichenes Verhältnis zwischen bezahlten und gemeinnützigen Aufgaben.

Wir haben lange überlegt, wie wir der hohen Adblocker-Rate unserer technikaffinen Nutzerschaft begegnen können, ohne Inhalte hinter einer harten Paywall zu verstecken. Denn wir sind der Meinung, dass Informationen im Internet auch für diejenigen frei zugänglich sein sollten, die nicht über die finanziellen Mittel für ein Abo verfügen, sich aber genauso wenig Werbung und unerwünschtem Tracking aussetzen wollen.

Auf einen Aufruf an die Leser folgte das Abomodell

Ganz ehrlich: Auch aus eigener Erfahrung haben wir durchaus Verständnis für diejenigen, die von aufdringlichen Werbemitteln genervt sind oder sie aus Sicherheitsgründen nicht sehen möchten. Gleichzeitig finanzieren wir uns überwiegend durch Werbung und möchten unserer Leserschaft weiter hochwertige Inhalte anbieten. Wir sind überzeugt von unserem Produkt und 23 fest angestellte Mitarbeiter arbeiten mit Leidenschaft daran. Unsere Nutzerzahlen zeigen, dass auch viele Leser gut finden, was wir machen. Wir entwickeln daher seit vielen Jahren immer neue Maßnahmen, um das Dilemma zu lösen.

Schon 2013 starteten wir gemeinsam mit einigen anderen Medien einen Aufruf an die Leserschaft, ihre Adblocker auszuschalten. Aus dem Feedback haben wir gelernt und Golem pur entwickelt, das 2014 an den Start ging. Im Dialog mit den Lesern wurde deutlich: Stünde eine werbefreie Webseite gegen eine geringe Gebühr zur Verfügung, wäre das für die Leser attraktiv. Denn keine Werbung bedeutet auch schnelle Ladezeiten und geringes Datenvolumen. Oben drauf haben wir noch einen Volltext-RSS-Feed gelegt, damit man auch offline bequem lesen kann.

Wir können nicht immer so werben, wie wir gerne würden

Golem pur sollte auch ein Ausweg aus den Bedingungen der Werbeindustrie sein. Um Golem.de wirtschaftlich zu betreiben und seine angestellten und vielen freien Mitarbeiter zu entlohnen, bedarf es professioneller Vermarktung. Das bedeutet großflächige Werbung, animierte Formate, eine garantierte Sichtbarkeit der Motive und Ähnliches. Dabei schränkt Golem.de wie kaum ein anderes deutsches Online-Medium die erlaubten Werbeformen ein.

So sind bei uns zum Beispiel überlagernde Werbemittel verboten, Autoplay von Videos im Player oder auch von Ton in Bannern ist ebenso untersagt, bei den Formaten richten wir uns nach den empfohlenen IAB-Standards für nichtintrusive Darstellungsarten. Auch schließen wir kategorisch Reklame von Parteien, Wettanbietern, Pornografie und, natürlich, Finanzbetrügereien aus. Parallel bauen wir den Einsatz von – deutlich gekennzeichneten – Werbeformen aus, die Artikeln ähneln und dadurch ohne Animationen, Banner und dergleichen auskommen.

Konferenzen und Workshops als weitere Geschäftsmodelle

Golem pur hat sich in den Jahren seit dem Start leider nicht als wichtige Einnahmesäule etabliert. Die Kundenzahl geht leicht zurück. Die Zahlungsbereitschaft ist hier offenbar doch nicht so groß, wie Leserumfragen vermuten ließen. Daher arbeiten wir seit mehreren Jahren auch daran, uns weitere, neue Einnahmequellen neben der Werbung zu erschließen.

Wir haben mit unserem Stellenmarkt und der Zusammenarbeit mit 4Scotty unseren Servicebereich ausgebaut. 2017 haben wir uns erstmals an eine Veranstaltung gewagt und eine große Konferenz mit dem Titel Die Quanten kommen organisiert. In diesem Jahr ist zudem unser Angebot Golem Akademie an den Start gegangen. Hier bieten wir gemeinsam mit ausgewählten Partnern Workshops an, die speziell auf IT-Experten zugeschnitten sind.

So vielversprechend diese Geschäftsfelder sind, werden sie Golem.de jedoch noch lange nicht voll finanzieren können. Wir sind weiter auf Werbeeinahmen angewiesen. Und so sehr wir uns hier einschränken und auf Umsatz verzichten, bleibt am Ende klar: Jemand, der seit vielen Jahren nur mit Adblocker unterwegs ist und diesen für uns ausschaltet, ist von den Anzeigen überwältigt. Darüber hinaus geht mit der Werbung auch die Verwendung von Technologie einher, die wir selbst nicht immer beeinflussen können – Stichwort Seitenspringen oder CPU-Belastung.

Wie Golem Act entstanden ist

Darauf aufbauend haben wir vor mehr als einem Jahr überlegt: Wie kann uns jemand schnell und unkompliziert unterstützen, der nicht mit Geld oder dem Ansehen von Werbung für unser redaktionelles Angebot bezahlen kann oder möchte? Die Antwort auf diese Frage fanden wir ebenfalls in unserer Leserschaft, denn sie weiß extrem viel über IT. Die Grundidee zu Golem Act konnte also nur sein: Fragen wir sie doch, ob sie uns daran teilhaben lässt.

Das Projekt ist gewagt und mit einem hohen Risiko behaftet. Daher entschlossen wir uns, bei Googles Digital News Initiative eine Förderung(öffnet im neuen Fenster) anzufragen. Mit diesem Fund unterstützt der IT-Konzern eine große Bandbreite an journalistischen Projekten – ohne eine Gegenleistung zu verlangen. Für einen Moonshot wie unsere Idee war das also genau das Richtige.

Feedback aus Betatest ist in die Endversion eingeflossen

Anfang 2018 begann die Entwicklung von Golem Act, gegen Ende des Jahres wurde es konkreter, bis wir im Mai 2019 dann so weit waren: In einer kleinen Betaphase ließen wir unsere Idee auf einen Teil der Adblock-Leser los. Fünf Minuten nach dem Live-Gang kam prompt die erste Leser-Reaktion via E-Mail: "Ihr habt wohl einen an der Waffel! Ich bin dann mal weg." Solche Reaktionen hatten wir erwartet, sie kamen in mehr oder weniger freundlichen Variationen in den folgenden Tagen in unser Postfach. Aber viel Feedback war auch positiv und konstruktiv und hat uns sehr gefreut.

Die Optimierungsvorschläge haben wir gesammelt und für den finalen Live-Gang berücksichtigt. So kann man nun Aufgaben geblockt absolvieren und sich die Lesezeit in Form von Credits ansparen. Pur-Nutzer können sich direkt im Pop-up einloggen. Auch zeigen wir nun an, von wem die Aufgabe kommt und welchen Zweck sie erfüllen soll.

Eine Frage, die wir uns selbst und auch unseren Testlesern gestellt haben, können wir nach knapp 250.000 gelösten Aufgaben erleichtert auflösen: Die Qualität der Antworten ist gut, die Crowd-Intelligenz lebt! Während und nach der Betaphase blieb auch ein merklicher Abgang von Lesern aus, was uns ermutigt und uns stolz auf den großen Rest unserer treuen Leser macht.

Sprecht mit uns!

In den kommenden Tagen starten wir nun den finalen Live-Gang. Wir sind offen für Partner und Projekte, Interessenten wenden sich sehr gerne an business@golem.de. Wenn jemand unsere Lösung auf der eigenen Seite einbinden möchte, ist das auch möglich und kann angefragt werden.

Wir sind gespannt auf eure Rückmeldungen und Gedanken. Allen, die mitmachen, sagen wir: Danke, dass ihr für uns aktiv werdet und unsere journalistische Arbeit auf diese Weise unterstützt und wertschätzt!


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