Mercedes Benz sucht noch Anschluss
Daimler verwendet für seine Mercedes-Benz-Fahrzeuge mit Command Online ebenfalls ein vernetztes System, das auf Linux basiert. Dieses bietet unter anderem eigene Apps für Wetterinformationen, Internetradio und soziale Netzwerke sowie einen Hotelfinder. Zusätzlich gibt es Verkehrsinformationen für das eingebaute Navigationssystem.
Bedient wird das In-Car-System von Mercedes wie bereits von früheren Modellen gewohnt über ein Drehrad in der Mittelkonsole, über dem eine Handballenhalterung angebracht ist. Diese beinhaltet ein Touchpad, das die Eingabe in vielen Situationen erleichtert - etwa beim Zoomen der Karten.
Kein Spotify im Benz
Enttäuschend finden wir die Umsetzung von Internetdiensten wie Streaming-Services in den Mercedes-Benz-Fahrzeugen: Es gibt selbst im S600 Maybach keine Möglichkeit, beispielsweise Spotify auf dem Bildschirm des Entertainment-Systems anzuzeigen und über die Bedienungselemente des Wagens zu steuern. Daimler unterstützt aktuell in keinem seiner Mercedes-Benz-Modelle Android Auto und Carplay, wobei Apples Assistenzsystem zumindest im ersten Quartal 2016 für die A- und B-Klasse sowie die Baureihen GLA und CLA eingeführt werden soll.
Das bedeutet: Wer sich heute einen S600 Maybach für einen Mindestpreis von 187.841,50 Euro kauft, kann Funktionen, die etwa ein Kia Soul mit der Einbindung von Android Auto und Carplay bietet, schlicht nicht nutzen. Dass sich die Carplay-Integration nach einer recht frühen Ankündigung im Jahr 2014 derartig lange verzögert, ist schade und unverständlich.
Aufschließen mit der Smartwatch
Grund für die Verzögerung könnte eine unterschiedliche Fokussierung bei Daimler auf die Funktionalität von Vernetzung sein: Der Hersteller setzt auf die Steuerbarkeit bestimmter Funktionen aus der Ferne. Hierfür wurde im Rahmen der IAA 2015 die Mercedes-Me-App vorgestellt.
Nutzer eines Smartphones können mit Mercedes Me beispielsweise Fenster öffnen und den Kofferraum entriegeln, die Standheizung oder die Klimaanlage vor dem Betreten des Wagens aktivieren und eine Navigationsroute auf dem Smartphone heraussuchen und anschließend an das Navigationssystem des Fahrzeugs schicken. Auch Informationen zum Fahrzeugstatus und -standort sind abrufbar - bei elektrisch oder hybrid betriebenen Mercedes-Benz-Modellen beispielsweise Daten zur verbleibenden Reichweite, bei Kraftstofffahrzeugen Informationen zur Tankfüllung oder auch technische Details wie der Reifendruck. Statt der App auf dem iPhone kann auch die Apple Watch verwendet werden.
Um die Me-App nutzen zu können, ist ein nach 2014 gebautes Connect-fähiges Fahrzeugmodell erforderlich - allerdings hat Daimler mit dem Connect-Me-Adapter eine neue Möglichkeit im Angebot, den Service auch bei älteren Fahrzeugen verwenden zu können. Der kleine Adapter wird an die Diagnosebuchse (OBD2-Buchse) eines Fahrzeugs gesteckt und überträgt die Fahrzeugdaten per Bluetooth an das Smartphone. So können Fahrzeuge bis zum Baujahr 2002 "smart" gemacht werden. Erhältlich sein soll der Adapter ab Anfang 2016.
Wer in seinem Mercedes Benz einfach nur Musik streamen möchte, ohne bei einem gewünschten Liedwechsel auf seinem Smartphone herumdrücken zu müssen, wird die durch die Me-App gegebene Konnektivität jedoch möglicherweise nicht hilfreich finden. Was den Unterhaltungs- und Praxiswert betrifft, hinkt Daimler aufgrund der immer noch fehlenden Carplay-Integration der Konkurrenz hinterher.
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@donadi: Albumcover und weitere Infos werden heute schon angezeigt.
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