In acht Monaten: Infrastrukturgesellschaft hat noch kein Funkloch geschlossen

Für zwei Geschäftsführer und Hilfen von Toll Collect wurden Steuergelder in Höhe von 520.000 Euro ausgegeben. Funklöcher kommen irgendwann später an die Reihe.

Artikel veröffentlicht am ,
Selbstdarstellung der MIG
Selbstdarstellung der MIG (Bild: MIG)

Die im Januar dieses Jahres zum Kampf gegen Funklöcher gestartete Mobilfunkinfrastrukturgesellschaft (MIG) des Bundes verursacht trotz fehlender Ergebnisse monatliche Betriebskosten von mindestens 520.000 Euro. Das geht aus der Antwort des zuständigen Bundesverkehrsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Grünen im Bundestag hervor, die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland vorliegt.

Stellenmarkt
  1. Softwareentwickler C#, VB.Net (m/w/d) für unsere CNC-Schleifmaschinen
    Schütte Schleiftechnik GmbH, Köln
  2. Softwareentwickler C# Laborgeräte (Partikelmesstechnik) (m/w/d)
    Microtrac Retsch GmbH, Haan
Detailsuche

Danach beschäftigt die MIG bislang zwei Geschäftsführer, die weiteren 97,5 Stellen sollen möglichst bis Ende des Jahres besetzt werden, erklärte der Parlamentarische Staatssekretär Steffen Bilger (CDU). Bis August hätten 580 Bewerbungen vorgelegen. Bis dahin wurde die MIG von der Muttergesellschaft Toll Collect unterstützt. Dafür stellte sie der MIG bis Juni etwas mehr als 460.000 Euro in Rechnung.

Die MIG soll weiße Flecken in Deutschland ausfindig machen, die gar nicht mit Mobilfunk oder nur mit 2G versorgt sind und wo zudem keine Ausbauverpflichtungen bestehen. Anschließend soll sie geeignete Standorte für Mobilfunkmasten suchen und vorschlagen, die Verfügbarkeit von Liegenschaften klären und Kontakt mit Genehmigungsbehörden aufnehmen, um Hindernisse zu beseitigen. Danach soll ein Netzbetreiber ermittelt werden, der bereit ist, einen Mast eigenwirtschaftlich mit aktiver Technik auszustatten.

MIG sieht sich selbst als junges Startup

Die MIG konnte nach Ministeriumsangaben bislang 71 potenzielle Fördergebiete ausfindig machen, für 51 wurden die Markterkundungsverfahren abgeschlossen. "In einigen Fällen wurden bereits konkrete Maststandorte identifiziert", schreibt Bilger in seiner Antwort. Somit wurde von der Gesellschaft bislang bundesweit noch kein einziges Funkloch geschlossen. Die MIG sieht sich selbst als "junges Startup".

Golem Karrierewelt
  1. Apache Kafka Grundlagen: virtueller Zwei-Tage-Workshop
    22./23.11.2022, Virtuell
  2. Deep-Dive Kubernetes – Production Grade Deployments: virtueller Ein-Tages-Workshop
    08.11.2022, Virtuell
Weitere IT-Trainings

Der Umfang beauftragter Fremdleistungen erreichte dennoch knapp 4,5 Millionen Euro. Externe Berater stellten bis August knapp 500.000 Euro in Rechnung. Bilger versicherte, die Bundesregierung gehe davon aus, dass die MIG ihre Ziele bis Ende 2025 erreichen werde.

Grünen-Haushaltspolitiker Sven-Christian Kindler bezweifelte die Effizienz der MIG und kritisierte Verkehrsminister Andreas Scheuer (CSU). "Die tatsächlichen Kosten hat der Minister beim staatlichen Mautbetreiber Toll Collect versteckt", sagte Kindler dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. "Dass die wahren Kosten hier verschleiert werden, erinnert stark an die Pkw-Maut. Auch da sollten die Betreiber nach Scheuers Willen durch die staatliche Toll Collect unterstützt werden."

Nachtrag vom 11. September 2021, 12:10 Uhr

Mitte August waren bei der MIG neben den beiden Geschäftsführerposten sieben weitere Stellen besetzt. Dies geht aus einer parlamentarischen Anfrage von Anke Margarete Domscheit-Berg von der Fraktion der Linken hervor.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Mastacheata 13. Sep 2021

Die MIG ist genausowenig eine Behörde wie Tollcollect oder die Bahn. Nur weil ein...

Cerdo 12. Sep 2021

Moment! Wenn es auf dem Klo keinen Handyempfang gibt könnten sie eines finden. In sechs...

the_second 12. Sep 2021

Sowas, ein Schelm usw... https://i.imgur.com/KWatPNt.png Naja, zum Glück hat da jemand...

senf.dazu 12. Sep 2021

Bei Startups ist's halt normal das etliche kommentarlos unsichtbar werden und physisch...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
e.Go Life getestet
Abgesang auf ein schwer erfüllbares Versprechen

Der e.Go Life aus Aachen sollte Elektromobilität erschwinglich machen. Doch nach 1.500 ausgelieferten Exemplaren ist nun Schluss. Was nachvollziehbar ist.
Ein Bericht von Friedhelm Greis

e.Go Life getestet: Abgesang auf ein schwer erfüllbares Versprechen
Artikel
  1. Unbound: Neues Need for Speed verbindet Gaspedal mit Graffiti
    Unbound
    Neues Need for Speed verbindet Gaspedal mit Graffiti

    Veröffentlichung im Dezember 2022 nur für PC und die neuen Konsolen: Electronic Arts hat ein sehr buntes Need for Speed vorgestellt.

  2. Google: Pixel 7 und 7 Pro kosten so viel wie die Vorgänger
    Google
    Pixel 7 und 7 Pro kosten so viel wie die Vorgänger

    Googles Pixel-7-Smartphones kommen mit neuem Tensor-Chip, ansonsten ist die Hardware vertraut. Neuigkeiten gibt es bei der Software.

  3. Lochstreifenleser selbst gebaut: Lochstreifen für das 21. Jahrhundert
    Lochstreifenleser selbst gebaut
    Lochstreifen für das 21. Jahrhundert

    Früher wurden Daten auf Lochstreifen gespeichert - lesen kann man sie heute nicht mehr so leicht. Es sei denn, man verwendet Jürgen Müllers Lesegerät auf Arduino-Basis.
    Von Tobias Költzsch

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 jetzt bestellbar • MindStar (Gigabyte RTX 3090 Ti 1.099€, RTX 3070 539€) • Alternate (Team Group DDR4/DDR5-RAM u. SSD) • Günstig wie nie: MSI Curved 27" WQHD 165Hz 289€, Philips LED TV 55" Ambilight 549€, Inno3D RTX 3090 Ti 1.199€ • 3 Spiele für 49€ [Werbung]
    •  /