Impulse Space: SpaceX-Raketen-Ingenieur baut jetzt eigene Triebwerke

Der Entwickler der SpaceX-Merlin-Triebwerke hat sein eigenes Raumfahrt-Startup gegründet. Nun erhält es eine millionenhohe Finanzierung.

Artikel veröffentlicht am , Patrick Klapetz
Impulse Space will die letzte Meile für in die Umlaufbahn geschossene Raumfahrzeuge bedienen.
Impulse Space will die letzte Meile für in die Umlaufbahn geschossene Raumfahrzeuge bedienen. (Bild: Impulse Space)

Das Raumfahrt-Startup Impulse Space wurde erst im September 2021 gegründet und wird nun von Investor Peter Thiel und seiner Risikokapitalgesellschaft Founders Fund finanziert. Mit den 20 Millionen US-Dollar (umgerechnet circa 18,1 Millionen Euro) will das Startup laut eigenen Angaben versuchen, eine "flexible und kostengünstige Möglichkeit für den Zugang zu jeder Umlaufbahn" im inneren Sonnensystem anzubieten.

Zunächst möchte sich das Unternehmen auf die niedrige Erdumlaufbahn, den LEO konzentrieren. Dabei will man laut Impulse Space-Satelliten zunächst in den Weltraum transportieren, um sie anschließend in einer optimalen Umlaufbahn zu platzieren.

Außerdem sollen Wartungen von Satelliten, das Anheben von Raumstationen und die Beseitigung von Weltraumschrott in das Portfolio des Weltraum-Unternehmens mit aufgenommen werden. Ob die Ziele erfüllt werden können, bleibt abzuwarten. Immerhin befindet sich das Startup noch komplett am Anfang seiner Entwicklung und die europäische Raumfahrtbehörde Esa hat sich die Beseitigung des Weltraumschrottes oben auf die Agenda geschrieben. Konkurrenz ist somit auf vielen Ebenen vorhanden.

Vom SpaceX-Mitarbeiter zum Weltraum-Unternehmer

Dafür, dass zumindest einige der Ziele erreicht werden können, spricht der Kopf hinter dem Unternehmen. Impulse Space wurde von Tom Mueller gegründet, dem Entwickler der Merlin- und Kestrel-Raketentriebwerke des privaten Raumfahrtunternehmens SpaceX. Die Merlin-Triebwerke bilden beispielsweise die erste Stufe der Falcon-9-Trägerrakete. Auch die für das Vakuum im Weltraum optimierten Merlin-Triebwerke wurden von Mueller entwickelt.

2002 wurde er von Elon Musk abgeworben, der gerade SpaceX gründete. Seit 2014 zog sich Mueller allmählich aus dem Unternehmen zurück und beendete Ende 2020 seine Mitarbeit komplett - dankte Musk in einem Tweet aber noch für die Reise, auf der er SpaceX begleiten durfte.

In die Führungsriege hat Mueller zudem Barry Matsumori berufen. Matsumori war unter anderem bereits Senior-Vizepräsident für Geschäftsentwicklung und fortgeschrittene Konzepte bei Virgin Galactic und Senior-Vizepräsident für Vertrieb und Geschäftsentwicklung bei SpaceX.

Führender Anbieter für Raumtransporte?

Laut Mueller haben Unternehmen wie SpaceX die hohen Startkosten gedrückt und den Weltraum damit dynamischer gestaltet. Doch für Mueller ist klar, dass Space Impulse "letztendlich der Marktführer im Raumtransport sein" will.

Beim LEO will der Unternehmer jedoch nicht haltmachen. Mit seinem Startup will er langfristig "die geostationäre Erdumlaufbahn (GEO), den Mond und darüber hinaus" nutzbar machen. Dazu soll auch die Bereitstellung von Landefahrzeugen für den Mond, Missionen zu anderen Planeten und den Zugang zum Asteroiden-Bergbau ermöglichen. Außerdem sollen Treibstoffdepots im Weltraum entstehen - ähnlich wie es SpaceX mit der Betankung seines Starship HLS - dem Human Landing System - für den Mond vorhat.

Das sind große Ziele für ein Unternehmen, dass gerade einmal ein paar Monate auf dem Markt ist. Doch auch Elon Musk hatte anfangs niemand ernst genommen. Zumindest kann Mueller Raketentriebwerke bauen. Es bleibt also abzuwarten, welches seiner Ziele Mueller tatsächlich erreichen kann.

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