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Steven Sinofsky verantwortet die Windows-Zukunft.
Steven Sinofsky verantwortet die Windows-Zukunft. (Bild: Microsoft)

IMHO: Windows 8 - Microsofts Befreiungsschlag

Steven Sinofsky verantwortet die Windows-Zukunft.
Steven Sinofsky verantwortet die Windows-Zukunft. (Bild: Microsoft)

"Windows Reimagined", so bezeichnet Microsoft Windows 8. Es ist die größte Veränderung von Microsofts Betriebssystem seit Windows 95 und soll mit neuem UI und dem neuen API WinRT zum großen Befreiungsschlag für Microsoft werden.

Microsoft fängt mit Metro und WinRT noch einmal neu an und bricht bewusst mit bestehenden Windows-Anwendungen. Das ist ein mutiger Schritt, denn der große Erfolg von Windows, also dessen dominante Stellung im Desktopbereich, das große Spektrum unterstützter Hardware, die unzähligen Anwendungen und Microsofts finanzielle Abhängigkeit von Windows und Office sind eine Bürde für das Unternehmen. Änderungen an dem System betreffen eine riesige Zahl von Nutzern, die erwarten, dass bestehende Programme und Geräte weiterhin funktionieren. Daher muss Microsoft gleichzeitig einen harten Schnitt und einen sanften Übergang schaffen und hat dafür eine durchaus clevere Strategie gewählt.

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Da hat es die Konkurrenz leichter: Apple hat es dank seines integrierten Systems aus Hard- und Software mit einer überschaubaren Zahl an Konfigurationen zu tun und war gezwungen, sein Betriebssystem vor nicht allzu langer Zeit auf eine komplett neue und deutlich modernere Softwarebasis zu stellen, deren Kern auch bei iOS zum Einsatz kommt. Google begann komplett von Neuem. Beide zusammen dominieren den Markt für Smartphones und Tablets, in dem Microsoft bis zum Erscheinen von Windows Phone 7 nicht mehr konkurrenzfähig wirkte.

Mit dem verkorksten Windows Vista hat sich Microsoft zudem keinen Gefallen getan, erst mit Windows 7 deutete Microsoft wieder an, wozu das Unternehmen in der Lage ist. Und mit Windows 8 holt Microsoft nun zum Befreiungsschlag aus, der drastisch und zugleich sanft ausfallen soll. Denn die Zukunft von Windows sieht ganz anders aus als dessen Vergangenheit.

Radikaler Schnitt

Das neue User Interface Metro unterscheidet sich radikal vom gewohnten Desktop. Den gibt es zwar weiterhin, er rückt aber in die zweite Reihe. Zugleich führt Microsoft mit WinRT ein neues API ein. Dafür geschriebene Apps laufen auch auf ARM-Systemen, also Smartphones und Tablets, die dem klassischen Desktop-PC und Notebook zunehmend Konkurrenz machen und wo derzeit vor allem iOS und Android anzutreffen sind.

Das Kalkül von Windows 8 ist einfach: Auch wenn viele zunächst am Desktop festhalten wollen, wird ihnen das neue Metro-UI vor die Nase gesetzt. Das gilt auch für Unternehmen, die bekanntlich ja etwas länger brauchen, um auf neue Systeme umzustellen, zumal sich für viele Entwickler noch die Frage stellt, wie sie die mit vielen Dropdowns, Schaltern und Menüs ausgestatteten Unternehmensapplikationen auf das Metro-UI übertragen sollen. Hier sind gute Ideen gefragt, wobei Maus und Tastatur auch unter Metro erhalten bleiben. Und Apple hat mit iPhone und iPad gezeigt, dass Unternehmen durchaus gewillt sind, neue Wege zu gehen.

Viele Nutzer in kurzer Zeit

Wohl kein von Grund auf neu gestaltetes System wird sich so schnell verbreiten wie die neue Windows-Generation, bestehend aus WinRT und Metro, schließlich verspricht Windows 8 auch für normale Desktop- und Notebooknutzer spürbare Verbesserungen. Und das macht diese grundlegend neue Plattform für Entwickler durchaus attraktiv, denn für sie ist entscheidend, dass sie mit ihren Apps viele Nutzer und Käufer erreichen können. Und dafür sorgt Microsoft.

Wer eine App für WOA-PCs, also Windows für ARM, entwickelt, erreicht damit zugleich alle Desktopnutzer von Windows 8. Und das ist ungleich attraktiver als für ein neues Tabletbetriebssystem zu entwickeln, bei dem völlig unklar ist, wie viele Käufer es haben wird.

So hat Microsoft gute Chancen, Entwickler und Nutzer zum Umstieg auf eine ganz neue und völlig anders funktionierende Generation von Betriebssystem zu bewegen. Hinzu kommt die Tatsache, dass sich diese neue Generation von Windows-Apps auch mit Webtechnik entwickeln lässt, was vielen den Einstieg in die Entwicklung von Windows-Apps erleichtern sollte.

Und eines sollte jedem klar sein: Den klassischen Windows-Desktop samt den bestehenden Anwendungen auf die ARM-Plattform hieven zu wollen, kann nicht funktionieren. Weder Bedienungskonzept noch das Programmiermodell passen zu schlanken Mobilgeräten mit Touchscreen, die mit einer Akkuladung lange laufen sollen. Wie ein Tablet mit klassischem Windows aussieht, zeigen Tablet-PCs, die seit Jahren ein Nischendasein führen.

Der Schritt hin zu Metro und WinRT ist ein mutiger Neuanfang, doch Microsoft hat nur diese eine Chance, um seine dominante Marktposition im Desktopbereich als Starthilfe für die neuen Geräteklassen zu nutzen.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).


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TW1920 15. Feb 2012

Also zur Metrooberfläche kann ich nur sagen, dass diese das Startmenü ersetzt --> Metro...

mumimumi 15. Feb 2012

Die Xbox 360 ist auch kein Tablet. Ein Windows Phone ist auch kein Tablet. Trotzdem...

Mert 15. Feb 2012

Blödsinn pur, die Leute lassen sich von MS veräppeln. Die Umstellung von XP auf VISTA war...

ikepu 14. Feb 2012

Die Idee eines einheitlichen Bedienkonzeptes ist ja an sich nicht Dumm - solange es sinn...

KC85 13. Feb 2012

Sorry, aber diese Einschätzung ist einfach lächerlich. Microsoft hat nach wie vor...



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