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IMHO: Warum Microsoft das Surface-Tablet braucht

Microsoft macht mit seinem Tablet seinen wichtigsten Partnern Konkurrenz. Dennoch ist Surface ein guter und wichtiger Schritt, denn Microsoft muss es gelingen, mit Windows 8 einen "Haben wollen!"-Reflex auszulösen.
/ Jens Ihlenfeld
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Microsoft-Chef Steve Ballmer bei der Vorstellung der Surface-Tablets (Bild: Kevork Djansezian / Getty Images)
Microsoft-Chef Steve Ballmer bei der Vorstellung der Surface-Tablets Bild: Kevork Djansezian / Getty Images

Dass Microsoft Hardware herstellt, ist nicht neu. Dennoch ist der Schritt, ein eigenes Tablet anzubieten , außergewöhnlich, denn Microsoft wird damit zum Konkurrenten für seine wichtigsten Partner: den Herstellern von PCs, Notebooks und Tablets. Dennoch sollten auch sie die neue Konkurrenz begrüßen.

Microsoft stellt Surface vor
Microsoft stellt Surface vor (47:26)

Warum? Für Microsoft hat Windows 8 entscheidende Bedeutung: Wird Windows 8 ein Flop, droht Microsoft seine Vormachtstellung an neue Konkurrenten wie Apple und Google zu verlieren. Denn die neuen Geräteklassen wie Smartphones und Tablets auf der einen Seite und Cloud-Lösungen auf der anderen bedrohen den klassischen PC-Markt, auch wenn Microsoft-Chef Steve Ballmer darauf verweist, dass im nächsten Jahr voraussichtlich mehr Windows-PCs verkauft werden als je in einem Jahr zuvor.

Windows 8 ist ein großes Wagnis

Dieser Herausforderung stellt sich Microsoft mit Windows 8, geht dabei ein großes Risiko ein und setzt mit Metro auf ein neues User Interface, das mit dem neuen API Windows Runtime gekoppelt ist. Die Reaktionen von vielen PC-Nutzern zeigen, dass dies kein Selbstläufer wird. Sie sehen keine Vorteile in Metro, die es wert wären, ihre Gewohnheiten umzustellen. Schließlich kann Metro seine Vorteile eigentlich nur auf Tablets ausspielen.

Und aus diesem Grund muss Microsoft mit Windows 8 ein eigenes Tablet auf den Markt bringen, auf dem das neue Windows glänzen kann. Genau das betont auch Microsoft. Es bezeichnet Surface als Bühne für Windows 8 und zeigt, wie die neue Generation von PCs aussehen kann. Microsoft folgt hier dem Ansatz von Google mit seinen Nexus-Produkten: mit einem Gerät die Richtung vorzugeben.

Durch die Verbindung von Hardware und Software kann Microsoft sicherstellen, dass zum Start ein konkurrenzfähiges Paket auf dem Markt ist, das Windows 8 in den Mittelpunkt stellt. Im Gegensatz zu seinen OEMs muss sich Microsoft eben nicht vom Windows-Einerlei abheben und ist nicht darauf angewiesen, mit dem Tablet Geld zu verdienen.

OEM profitieren, wenn Windows 8 zum Erfolg wird

In der Rolle des Tablets als Marktbereiter für Windows 8 liegt auch der Vorteil für Microsofts OEM-Partner: Sie profitieren, wenn Microsoft Windows 8 als Alternative zu iOS und Android im Markt etablieren kann und sie auf dieser Basis aufsetzen können. Windows 8 ist nur in Verbindung mit den richtigen Geräten attraktiv, das betont Microsoft schon seit der ersten Vorstellung der neuen Oberfläche. Daher muss Microsoft bei den potenziellen Käufern einen "Haben wollen!"-Reflex auslösen. Und die ersten Reaktionen auf die Surface-Tablets deuten an, dass dies gelingen könnte.

Microsoft Surface – Tablet für Windows 8 mit Tastaturhülle
Microsoft Surface – Tablet für Windows 8 mit Tastaturhülle (01:03)

Microsoft verabschiedet sich mit Surface nicht von seinem Partnersystem, auf dem der Unternehmenserfolg ganz wesentlich basiert, sondern stärkt es. Denn diesem ganzen System droht der Zusammenbruch, wenn die gemeinsame Plattform vom Markt nicht angenommen wird, während andere mit neuen Ansätzen davonziehen.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).


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