Abo
  • Services:
Anzeige
IMHO: Und wir sind selber schuld!
(Bild: Peter Macdiarmid/Getty Images)

IMHO: Und wir sind selber schuld!

IMHO: Und wir sind selber schuld!
(Bild: Peter Macdiarmid/Getty Images)

Edward Snowden hat uns die Augen geöffnet. Aber warum waren sie eigentlich geschlossen? Und was haben wir daraus gelernt? Ein Rant.
Von Jörg Thoma

"Kenne deinen Feind und kenne dich selbst, und in hundert Schlachten wirst du nie in Gefahr geraten." Diese Worte stammen von Sūn Wŭ und sind mehr als 2.000 Jahre alt. Daraus gelernt haben wir auch ein ganzes Jahr nach Snowden: nix.

Anzeige

Jahrelang hofften wir, im Internet wären nur die Guten, die Idealisten. Das Internet - der Hort der neuen Freiheit. Pustekuchen! Plötzlich waren wir alle die Bösen. Denn wir könnten ja auch Schläfer sein, Terroristen, die nur auf ihre Chance warten zuzuschlagen, oder Kriminelle, Drogendealer - oder vielleicht doch nur interessiert am Kauf eines knallroten Gummiboots.

Der Feind und wir selbst

Wir haben einen Feind, den wir seit Edward Snowden kennen: die Geheimdienste. Sie sammeln viel mehr Wissen über uns, als wir jemals preisgeben wollten, und wollen es möglichst für immer speichern. Es ist aber Zeit, uns selbst zu erkennen. Denn auch wir geben immer noch viel mehr preis als nötig - über uns und über andere.

Die Geheimdienste haben das Internet, so wie es ist, nicht für ihre Zwecke erfunden. Sie nutzen nur die Gelegenheit, die wir ihnen bieten. Sie sammeln Daten über uns, so wie es Unternehmen auch tun. Sie erstellen aus den Daten Bewegungsprofile, virtuelle Freundeskreise, Listen über unsere Interessen. Uns regt aber auf, dass die Geheimdienste das Sammeln eigentlich nicht dürfen, weil es ihnen per Gesetz verboten wird und sie sich nicht daran halten.

Wo liegt unser digitales Ich?

Die Geheimdienste regen sich auf, weil wir anderen unsere Daten freiwillig geben, uns aber über die Geheimdienste aufregen. Unsere Daten gelangen in die falschen Hände, sagen wir. Dabei ahnen wir nur, in welche Hände wir unsere Daten wirklich geben. Wir haben die Geldbörsen weiterhin voller Payback-Karten und freuen uns auf Schnäppchen. Vielleicht gibt's auch was geschenkt. Die unsichtbaren Datenmakler verdienen an uns mehr Geld, als wir jemals durch ihre kostenlosen Zuckerli wiederbekommen. Unser digitales Ich ist in so vielen Datenbanken weltweit gespeichert, dass wir noch nicht einmal wissen, wo. In Island, Finnland, Utah, Sibirien, China, Tahiti?

Unsere Daten dürfen auch von der Wayback Machine gespeichert werden, deren Server in einer ehemaligen Kirche stehen. Sie benutzt Crawler, um möglichst alles zu archivieren, was im Internet jemals veröffentlicht wurde. Unsere Diskussionsbeiträge von anno dunnemals können wir ebenso nachlesen. Einige können vielleicht darüber lachen, was sie vor 20 Jahren für einen Blödsinn erzählt haben, anderen ist das peinlich. Wiederum andere lachen über die, denen es peinlich ist. Und im Internet steht das alles Wort für Wort.

Digitale Tattoos

Und toll: Unsere Fotos sind auch für immer im Internet; Selfies jedweder Sorte, digitale Tätowierungen, jeden Tag ein neues. Entweder sie tauchen in den Suchmaschinen auf oder in den sozialen Netzwerken, in denen wir uns tummeln. Die nehmen mit ihrer Gesichtserkennung den Geheimdiensten die Arbeit ab. Aber sagen wir uns: Mist, ich wurde schon wieder auf einem Foto markiert? Nein, wir finden das nach wie vor toll. Wir genießen immer wieder den Ruhm, der mit dem Posting nach wenigen Minuten wieder aus dem sichtbaren Bereich unseres Profils verschwindet. Aber eben nicht aus dem Internet.

Und täglich grüßt das Neuland 

eye home zur Startseite
Hutschnur 10. Jun 2014

Wenn es wirklich so wäre und sich Vor- und Nachteile die Waage halten, dann könnte man...

Hotohori 05. Jun 2014

Die Frage ist bei wie vielen das tatsächlich allgemein angekommen ist und wie viele das...

Hotohori 05. Jun 2014

Die Grenze ist wieder immer nicht so einfach zu ziehen, aber dennoch stimme ich dir bei...

Yes!Yes!Yes! 05. Jun 2014

Und Stasi und Gestapo die "Bösen". Ich kann beim besten Willen nur eine Technologie...

Anonymer Nutzer 05. Jun 2014

Ich dachte, Dir sei egal, wer sie sammelt? Dieser Beitrag ist sehr naiv und sucht den...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. über Hays AG, Raum Frankfurt
  2. BWI GmbH, Nürnberg oder München
  3. Zoi TechCon GmbH, Stuttgart, Berlin
  4. über Hays AG, Berlin


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. täglich neue Deals
  2. 229,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Automatisierung

    Hillary Clinton warnt vor den Folgen künstlicher Intelligenz

  2. Gutachten

    Quote für E-Autos und Stop der Diesel-Subventionen gefordert

  3. München

    Tschüss Limux, hallo Chaos!

  4. Verbraucherzentrale

    Regulierungsfreiheit für Glasfaser bringt Preissteigerung

  5. WW2

    Kostenpflichtige Profispieler für Call of Duty verfügbar

  6. Firefox Nightly Build 58

    Firefox warnt künftig vor Webseiten mit Datenlecks

  7. Limux-Ende

    München beschließt 90 Millionen für IT-Umbau

  8. Chiphersteller

    Broadcom erhöht Druck bei feindlicher Übernahme von Qualcomm

  9. Open Access

    Konkurrenten wollen FTTH-Ausbau mit der Telekom

  10. Waipu TV

    Produkte aus Werbeblock direkt bei Amazon bestellen



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Montagewerk in Tilburg: Wo Tesla seine E-Autos für Europa produziert
Montagewerk in Tilburg
Wo Tesla seine E-Autos für Europa produziert
  1. Elektroauto Walmart will den Tesla-Truck
  2. Elektrosportwagen Tesla Roadster 2 beschleunigt in 2 Sekunden auf Tempo 100
  3. Elektromobilität Tesla Truck soll in 30 Minuten 630 km Reichweite laden

Fitbit Ionic im Test: Die (noch) nicht ganz so smarte Sportuhr
Fitbit Ionic im Test
Die (noch) nicht ganz so smarte Sportuhr
  1. Verbraucherschutz Sportuhr-Hersteller gehen unsportlich mit Daten um
  2. Wii Remote Nintendo muss 10 Millionen US-Dollar in Patentstreit zahlen
  3. Ionic Fitbit stellt Smartwatch mit Vier-Tage-Akku vor

E-Golf im Praxistest: Und lädt und lädt und lädt
E-Golf im Praxistest
Und lädt und lädt und lädt
  1. Garmin Vivoactive 3 im Test Bananaware fürs Handgelenk
  2. Microsoft Sonar überprüft kostenlos Webseiten auf Fehler
  3. Inspiron 5675 im Test Dells Ryzen-Gaming-PC reicht mindestens bis 2020

  1. Re: Als allererstes die Firmenwagensubvention...

    RaZZE | 08:42

  2. Re: Herr Reiter beschwert sich über das aktuelle...

    gadthrawn | 08:39

  3. Re: Sie hat völlig recht!

    KnutRider | 08:38

  4. Das ist ihre verdammte Aufgabe

    demaddin | 08:38

  5. Entscheidend ist, wie man das für sich nutzen kann!

    NachDenker | 08:38


  1. 07:37

  2. 07:13

  3. 07:00

  4. 18:40

  5. 17:44

  6. 17:23

  7. 17:05

  8. 17:04


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel