IMHO: Und ewig lockt die Vorratsdatenspeicherung

Trotz Vorratsdatenspeicherung konnte das Attentat auf Charlie Hebdo passieren. Die CSU kümmert das nicht: Sie fordert nach dem Anschlag in Paris deren Wiedereinführung in Deutschland. Das ist irrational und unseriös - und beängstigend.

Artikel veröffentlicht am , Thomas Stadler/Internet-Law
Jagd auf die Attentäter: Verhindern konnte die französische Polizei den Anschlag auf Charlie Hebdo nicht - trotz Vorratsdatenspeicherung.
Jagd auf die Attentäter: Verhindern konnte die französische Polizei den Anschlag auf Charlie Hebdo nicht - trotz Vorratsdatenspeicherung. (Bild: Christian Hartmann/Reuters)

Die Forderungen der CSU nach Wiedereinführung der Vorratsdatenspeicherung und einer Verschärfung des Strafrechts sowie die der CDU nach einer Ausweitung der Videoüberwachung im öffentlichen Raum als Konsequenz auf den Terroranschlag in Paris waren vorhersehbar. Sie sind dennoch beängstigend.

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Es handelt sich um das altbekannte schändliche Spiel mit der Angst der Bevölkerung vor Anschlägen, das einzig dem Zweck dient, Überwachungsbefugnisse auszuweiten.

Die Forderungen sind in höchstem Maße unseriös und irrational. Frankreich gehört zu den Ländern in der EU, die eine Vorratsdatenspeicherung seit Jahren praktizieren. Der Anschlag auf Charlie Hebdo konnte also trotz Vorratsdatenspeicherung nicht verhindert werden. Ein Umstand, der wohl eher Anlass bietet, die Frage zu stellen, ob eine Vorratsdatenspeicherung - ungeachtet aller rechtsstaatlicher Bedenken - überhaupt ein taugliches Instrument der Terrorbekämpfung darstellt.

Purer Populismus

Auch im Hinblick auf eine Videoüberwachung auf öffentlichen Plätzen gibt es keinen Beleg dafür, dass hierdurch Straftaten verhindert werden. Bestes Beispiel hierfür sind die UK-Riots. Obwohl in England der öffentliche Raum bekanntermaßen mit Überwachungskameras übersät ist, war keinerlei Abschreckungseffekt erkennbar.

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Die Forderung des CSU-Politikers Hans-Peter Uhl nach einer Verschärfung des Strafrechts ist purer Populismus. Es ist einerseits nicht klar, wie eine Verschärfung von § 80 StGB aussehen sollte, vor allem, wie man Gefährdern - die ja noch keine Straftaten begangen haben - über den Weg des Strafrechts begegnen will. Will Uhl den Straftatbestand des § 80 StGB (Vorbereitung eines Angriffskriegs) auf die Vorbereitung eines Terroranschlags ausweiten? Abgesehen davon, dass die Vorbereitung eines Angriffskriegs wenig Gemeinsamkeiten mit der Vorbereitung eines Terroranschlags aufweist, müssten auch in diesen Fällen ganz konkrete Vorbereitungshandlungen feststellbar und nachweisbar sein. Die Unterbindung von Gefährdungslagen ist an sich keine Aufgabe des Strafrechts, das nur repressiv wirkt, sondern vielmehr des präventiv ausgerichteten Polizei- und Sicherheitsrechts.

Wovor man wirklich Angst haben muss, ist die Irrationalität, mit der die innen- und sicherheitspolitische Debatte in Deutschland geführt wird, gerade von Politikern wie Hans-Peter Uhl oder Stephan Mayer von der CSU.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)

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joma15 18. Apr 2015

Punktsieg für unsere Demokratie!!! Und es gibt auch vermehrt sachliche Pressestimmen...

Das Original 19. Feb 2015

es ist ausgesprochen unwahrscheinlich, dass sich jemand die mühe macht, milliarden an...

justnsucker 14. Jan 2015

Alles was Du machen mußt, ist nach Yehia Yousif und Mevlüt Kar zu googeln. Das Gegenteil...

divStar 12. Jan 2015

Ich sehe es genau so: die größte Gefahr geht von diesen ahnungslosen Politikern aus, die...



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