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Twitters Lage ist trotz Kritik komfortabler

Eine weitere Belastung dieser Art wird sich Mark Zuckerberg nicht antun wollen. Dennoch kann er nicht einfach dabei zusehen, wie andere Internetfirmen sukzessive in der Wahrnehmung der breiten Masse an Bedeutung gewinnen und sich genau in dem Segment festsetzen, das gemeinhin als Facebooks Achillesferse gilt, nämlich Mobile. Die zwei größten Kandidaten, auf die eine derartige Beschreibung zutrifft, sind Foursquare und Twitter. Beide Services legen ihren Schwerpunkt auf das mobile Benutzererlebnis und bieten dafür solide Angebote.

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Gerade für Twitter läuft es entgegen der Wahrnehmung in Early-Adopter-Kreisen und trotz so mancher ungeschickter Fehltritte derzeit recht gut: Die vor einigen Jahren eingeschlagene Strategie des "Walled Garden" mag zwar kurzsichtig sein und frühe, auf Offenheit schwörende Nutzer vergraulen, kommt aber beim Internetmainstream an. Twitters Nutzerzahlen wachsen stabil, und allein die Tatsache, dass mittlerweile selbst im Bundestag das Zwitschern zum guten Ton gehört, belegt, dass die Zeiten des Dienstes als Nischenanwendung für Geeks vorüber sind - selbst wenn sich Deutsche beim Twittern noch zurückhalten.

Konzeptionell und funktionell verwandelt sich Twitter derzeit vom einstigen 140-Zeichen-Dienst hin zu einer Kommunikations-, Informations- und Medienplattform - und rückt damit zwangsläufig Facebook auf die Pelle. Gleichzeitig scheint sich Twitters Werbegeschäft besonders im mobilen Bereich positiv und besser als bei Facebook zu entwickeln.

Twitters derzeitiger Aufstieg kann Facebook überhaupt nicht gefallen. Lange hat es gedauert, aber das deutlich agilere, nicht von den Launen der Börse getriebene Twitter entwickelt sich momentan zu einer echten Bedrohung für Facebook. Was die Frage aufwirft, wie dieses angesichts seiner kritischen Lage darauf reagiert.

Laut dem jüngsten Quartalsbericht beläuft sich der Wert von Facebooks Barreserven und börsenfähigen Wertpapieren auf insgesamt 10,2 Milliarden Dollar. Das entspricht in etwa der kolportierten Bewertung von Twitter. Eine Übernahme des Zwitscherdienstes erscheint damit fast zu teuer, zumal auch andere Kaufinteressenten existieren, was den Preis in die Höhe treibt.

Zudem wirkt eine Fusion beider Dienste schon rein praktisch kaum durchführbar - es sei denn, Facebook macht aus der Not eine Tugend und entschließt sich, verschiedene Angebote im Sinne der Risikostreuung relativ unabhängig voneinander weiterzuführen, mit einem einheitlichen Login auszustatten und im Paket zu vermarkten.

So unwahrscheinlich ein Merger auch klingen mag, so drängend ist für Facebook die Frage, wie es in seiner heute deutlich verletzlicheren Situation mit einem erstarkenden Twitter umgehen soll. Und wie es gelingt, die 950 Millionen aktiven Anwender wieder in Begeisterung zu versetzen. Die habe zumindest ich beim Besuch von Facebook schon sehr lange nicht mehr gespürt. Ihr?

Martin Weigert ist seit April 2010 der verantwortliche Redakteur für netzwertig.com, wo der Artikel zuerst erschien. Er hat Wirtschaftskommunikation studiert und beschäftigt sich seit 1999 intensiv mit dem Internet. Neben neuen, innovativen Web-Startups beobachtet er die generelle Entwicklung des Netzes und der Digitalisierung und analysiert große wie kleine Tendenzen, die mit der globalen Vernetzung einhergehen. Martin Weigert bloggt außerdem privat auf www.martinweigert.com und twittert unter @martinweigert.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).

 IMHO: Twitter setzt Facebook unter Druck
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SSD 03. Aug 2012

Diese 140-Zeichen-Grenze lässt imho nur kleinere Statusmeldungen zu, aber für...

elitezocker 02. Aug 2012

Der Autor hat die Situation für Facebook das sehr schön zusammengefasst. Einzig dass das...

Genforscher 02. Aug 2012

Vergebliche Liebesmüh ! Facebook resp. dessen oberster Anführer haben weder Visionen...

yoyoyo 02. Aug 2012

Es ist mehr ein soziales Bewusstsein. Wuerde jeder jeden Gedanken twittern und taggen...

wolfnagel 02. Aug 2012

So dachte ich auch, bis letztens bei Facebook ein Werbebanner auftauchte: "You have MS...


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