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IMHO: Stromverschwender im Wohnzimmer

Playstation 4 und Xbox One bieten moderne Technik, die von PCs abstammt - ignorieren dabei aber die Stromsparfunktionen weitgehend. Vor allem im Vergleich zu anderen Unterhaltungsgeräten sind die Unterschiede gravierend - und für den Nutzer letztendlich teuer.

Artikel veröffentlicht am ,
Playstation 4 und Xbox One gemeinsam auf dem Tisch
Playstation 4 und Xbox One gemeinsam auf dem Tisch (Bild: Golem.de)

Nein, ich bin keiner, der alle seine Geräte im Wohnzimmer jeden Tag über eine Steckdosenleiste komplett ausschaltet. Ein bisschen Komfort wie das Einschalten per Fernbedienung muss schon sein. Aber jedes einzelne Gerät wird, bevor es dauerhaft angeschlossen bleiben darf, gemessen. Und was mehr als 2 Watt im Standby braucht, kommt zum Beispiel an eine Master/Slave-Leiste, die mit einem zentralen Gerät wie dem HDMI-Receiver den Rest komfortabel vom Ganz-Aus in den voreingestellten Standby befördert.

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Daran müsste wohl auch eine Playstation 4 oder eine Xbox One angeschlossen werden, wenn ich mir nach dem ersten Hype und mit mehr attraktiven Spielen eine zulegen sollte. Denn in ihren Standby-Modi, die durch fortlaufende Updates wie bei einem Smartphone fast unverzichtbar geworden sind, benötigen beide Geräte zu viel Energie.

6 Watt sind es bei der PS4, und sogar 14 Watt ohne die Kinect-Kamera bei der Xbox One, mit Kamera 19 Watt. Im günstigeren Fall verursacht bei 29 Cent pro Kilowattstunde die Xbox also 38 Euro Stromkosten im Jahr, die PS4 noch gut 15 Euro - ohne dass eine Minute gespielt worden wäre. Vor allem im Vergleich zu anderen modernen Wohnzimmergeräten wie Fernsehern, Blu-ray-Playern und Sat-Receivern, die im Standby unter 1 Watt benötigen, ist das Irrsinn.

Das kann nicht mehr wie bisher daran liegen, dass eine Konsole eine grundsätzlich andere Struktur hat, denn die stromhungrigste Komponente, das zentrale SoC, das Prozessor und Grafik vereint, stammt bei beiden Geräten von PC-Technik ab. Sowohl CPU als auch GPU kommen von AMD. Und selbst ein hochgezüchteter Gaming-PC, der unter voller Last über 500 Watt Leistung aufnehmen kann, kommt, wenn er nicht groß arbeiten muss, wie bei einem ruhenden Windows-Desktop, je nach Ausstattung leicht unter 50 Watt. Manche Systeme sind noch viel sparsamer.

Diesen Faktor 10 zwischen Idle und Last erreichen die Konsolen aber nicht annähernd. Wenn sie nur ihr Dashboard darstellt, verheizt die PS4 ganze 78 Watt, mit anspruchsvollen Spielen über 140 Watt, sie ist in Ruhe also nicht einmal halb so sparsam wie sie wohl sein könnte. Bei der Xbox One mit 54 zu 107 Watt (ohne Kinect) ist das Verhältnis ähnlich.

Dass PCs im Verhältnis so sparsam sein können, liegt an der konsequenten Nutzung der Stromsparfunktionen für die Chips. Sie kennen verschiedene Schlafzustände und schalten gerade nicht benötigte Einheiten ab, ohne dass sich das auf die Rechenleistung negativ auswirken würde. All das wird durch teils jahrzehntelang etablierte Standards wie ACPI gesteuert - nur nutzen offensichtlich weder Sony noch Microsoft solche Funktionen konsequent aus.

Richtig lächerlich wird die Leistungsaufnahme, wenn die neuen Konsolen als Blu-ray-Player dienen sollen. 84 zu 63 Watt bei PS4 und XB1 sind es, moderne Standalone-Player kommen auf Werte unter 20 Watt. Die 84 Watt der PS4 sind sogar mehr, als die Kombination aus einem mit LEDs beleuchteten Fernseher der 40-Zoll-Klasse in Verbindung mit Blu-ray-Player benötigt.

Dass solche Werte zu hoch sind, wissen auch die Konsolenhersteller. Daher gibt es bei beiden Geräten auch die Option, sie so auszuschalten, dass sie unter 1 Watt benötigen - das ist durch die EuP-Richtlinie der Europäischen Union immerhin auch so vorgeschrieben. Auch über ihre Controller lassen sie sich dann noch einschalten, bei der Xbox One muss man den Knopf dafür aber so lange drücken, dass man das Gefühl hat, das Gerät funktioniere nicht richtig. Spätestens, wenn vor dem gewünschten Start eines Spiels gigabyteweise Updates geladen werden müssen, dürften viele Spieler den Standby-Modus wieder einschalten und ihn dann gleich aktiviert lassen.

  • Verwirrende Menüs: Standby heißt bei der PS4 Bereitschaftsmodus... (Screenshots: Golem.de)
  • ... und bei der Xbox One ist 'Energie sparen' das, was unter Windows Standby bedeutet - meint aber Ausschalten.
Verwirrende Menüs: Standby heißt bei der PS4 Bereitschaftsmodus... (Screenshots: Golem.de)

Auf diesen teuren Pfad werden die Nutzer bei Sony auch direkt gelockt, denn die Bezeichnung "Bereitschaftsmodus" im Menü der Konsole verschleiert, dass damit ein ineffizienter Standby gemeint ist. Microsoft nennt das tatsächliche Abschalten zwar "Energie sparen" - nur ist damit bei PCs mit dem Microsoft-Betriebssystem Windows der Standby gemeint.

Es bleibt nur zu hoffen, dass die beiden Hersteller sich des Themas Energieeffizienz durch neue Firmware annehmen. Die Day-1-Updates von 859 MByte (PS4) und 503 MByte (Xbox One) deuten darauf hin, dass an den Betriebssystemen der Konsolen noch viel zu tun ist. Immerhin: Beim Spielen selbst benötigen die Konsolen nicht mehr Energie als Gaming-PCs, die eine vergleichbare Grafikqualität liefern. Aber das war schon immer der Fall, der technische Fortschritt müsste heute bei Sparsamkeit ohne Last und erst recht im Standby liegen. Diese Chance haben sowohl Sony als auch Microsoft bisher verpasst.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)



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Der Held vom... 04. Dez 2013

Vorweg: An sich kann man einen PC, den man sich selbst zusammenbaut nicht im...

Sharky444 03. Dez 2013

Das stimmt einfach nicht, besonders seit Haswell, da verbrät AMD in idle mindestens 60...

DxC 02. Dez 2013

Wisst ihr was wirklich genial ist. Wenn man alte Glühlampen in einem modern komplett...

DxC 02. Dez 2013

Im Prinzip währe das die Konsolen ähnlichste Steambox die möglich ist die du hier...

DxC 02. Dez 2013

115+ Watt in BF4 :D also ob 2600K + GTX570 + 2HDDS und ne 10 W Beleuchtung + Gigabyte...


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