Abo
  • Services:

Das Sitcom-Syndrom in Videospielen

Grundsätzlich gilt: Männliche Konterfeis sehen selbst dann gut aus, wenn man uns anhand von Narbenmustern und schlechter Rasur vermitteln möchte, dass der Kerl eigentlich furchtbar hässlich ist. Nennen wir es doch einfach mal das Sitcom-Syndrom: Wenn Al Bundy tatsächlich so aussehen würde, wie es die Schilderungen seiner Familie regelmäßig nahelegen (mit tentakelartig aus den Nasenlöchern greifenden Haaren), dann wäre die Serie nicht mehr witzig - sondern einfach nur eklig.

Stellenmarkt
  1. DFN-CERT Services GmbH, Hamburg
  2. CCV Deutschland GmbH, Moers

Bei weiblichen Figuren ist das ähnlich: Die vielfach zelebrierten hässlichen Entlein sind in Wahrheit granatenscharfe Feger, sobald sie Brille und Mauerblümchen-Kostüm fallen lassen.

Kurzum: Es gehört einfach zum Job eines Helden gut auszusehen. Und im selben Maße wie sich das Schönheitsbild im Laufe der Zeit geändert hat beziehungsweise immer mehr Damen das Hobby für sich entdeckt haben, sind ihre ästhetischen Merkmale differenzierter geworden. Akzentuierter. Zeitgemäßer. Aus dem plumpen Muskelprotz wurden interaktive Unterwäschemodels, androgyne Schönlinge und der ideale Schwiegersohn.

Ob das gut oder schlecht ist, ist eine Frage des persönlichen Geschmacks. Und schließlich ist jedes noch so aufpolierte Heldenbild besser als die gnadenlose Realität: Die wird in Spielen wie WiiFit porträtiert - als Blob-artige Symbiose aus Nintendo-Avatar und Wii-Balance-Board-Messung. Aber will jemand diesen tropfenförmigen Antihelden allen Ernstes in ein Abenteuer begleiten und ihn das schöne Reich der Fantasie mit seinen überschüssigen Pfunden zertrampeln lassen?

Dass sich Männer mit den in Videospielen gepflegten Klischee-Fressen am Ende besser abfinden als Frauen mit ihren weiblichen VR-Gegenstücken, hat einen ganz einfachen Hintergrund: Die digitale Spielewelt ist in erster Linie ein Männerprodukt. Sie wurde von Kerlen erfunden und zur nerdigen Testosteron-Domäne erhoben, in der kleine Pickelgesichter davon träumen, große und attraktive Helden zu sein, die auch mal eine Frau abkriegen.

Kaum verwunderlich also, dass sich Damen hier früher nur selten wohl gefühlt haben. Und die aus dieser Ära geborenen Berührungsängste bis heute anhalten. Aber in der Regel wird die holde Weiblichkeit hier nicht mehr diskriminiert als sich der Mann selbst demontiert. Doch auch hier ist die Evolution unaufhaltsam: Der Spiele-Held von heute ist eher Hollywood-Figur als klassischer Gaming-Muskelprotz - er ist noch immer ein Supermann. Aber zumindest einer, dem man die Wohnungsschüssel anvertrauen würde. Der nette Übermensch von nebenan.

Robert Bannert ist freier Autor und gibt das E-Magazin Elektrospieler heraus.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)

 Helden sollen gar nicht vielschichtig sein
  1.  
  2. 1
  3. 2
  4. 3


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 39,99€ statt 59,99€
  2. bei Alternate kaufen
  3. (reduzierte Überstände, Restposten & Co.)
  4. bei Caseking kaufen

cluz0r 17. Jul 2014

Da muss ich zustimmen. Finde es übrigens auch toll dass man in Mass Effect die...

femalegamer 16. Jul 2014

Ich weiß echt nicht, ob dieser Artikel ironisch sein soll, immerhin ists nur ein "IMHO...

loox 15. Jul 2014

Es ist tatsächlich schade, dass die Hauptfiguren heute keine große Rolle mehr spielen...

Ork 14. Jul 2014

Das macht aber auch noch keinen Mitläufer, vielleich gefällts demjenigen ja... Mir...

RienSte 10. Jul 2014

Ja, klar, sowas klingt extrem gut! Eben weil es auch 'realistisch' ist! Die Psyche eines...


Folgen Sie uns
       


4K-Projektoren für unter 2000 Euro - Test

Lohnen sich 4K-Projektoren für unter 2.000 Euro?

4K-Projektoren für unter 2000 Euro - Test Video aufrufen
Google I/O 2018: Eine Entwicklerkonferenz für Entwickler
Google I/O 2018
Eine Entwicklerkonferenz für Entwickler

Google I/O 2018 Die Google I/O präsentiert sich erneut als Messe für Entwickler und weniger für konventionelle Nutzer. Die Änderungen bei Maps, Google Lens oder News sind zwar nett, spannend wird es aber mit Linux-Apps auf Chromebooks.
Eine Analyse von Tobias Költzsch, Ingo Pakalski und Sebastian Grüner

  1. Google Android P trennt stärker zwischen Privat und Arbeit
  2. Smartwatch Zweite Vorschau von Wear OS bringt neuen Akkusparmodus
  3. Augmented Reality Google unterstützt mit ARCore künftig auch iOS

Recycling: Die Plastikwaschmaschine
Recycling
Die Plastikwaschmaschine

Seit Kurzem importiert China kaum noch Müll aus dem Ausland. Damit hat Deutschland ein Problem. Wohin mit all dem Kunststoffabfall? Michael Hofmann will die Lösung kennen: Er bietet eine Technologie an, die den Abfall in Wertstoff verwandelt.
Ein Bericht von Daniel Hautmann


    Kryptographie: Der Debian-Bug im OpenSSL-Zufallszahlengenerator
    Kryptographie
    Der Debian-Bug im OpenSSL-Zufallszahlengenerator

    Einer der schwerwiegendsten Fehler in der Geschichte der Kryptographie beschäftigte vor zehn Jahren Nutzer der Debian-Distribution. Wenn man danach sucht, findet man noch heute vereinzelt verwundbare Schlüssel.
    Von Hanno Böck


        •  /