Helden sollen gar nicht vielschichtig sein

Daraus wurde dann zur Zeit der Sword-and-Sorcery-Fantasy das Bild des schwertschwingenden Stiernackens: Conan eroberte mit blutverschmierter Klinge und Gebirgs-artigen Muskelpaketen eine Version des Altertums, die sich Robert E. Howard zusammen mit seinem Kumpel H. P. Lovecraft ausgedacht hatte.

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Der eine verpackte sie in Geschichten um uralte Monstrositäten unter den Ruinen von Hyperborea, der andere machte damals neuzeitliche Grusel-Geschichten daraus. Vorher waren Tarzan und John Carter angesagt - und sie alle pflegten ein nicht sonderlich vielschichtiges Heldenbild, denn die Figuren der alten Fantasy- und SciFi-Meister waren mehr Leser-Avatare als echte Persönlichkeiten. Hier ging es nicht in erster Linie darum, sich in einen anderen Kopf hineinzudenken. Stattdessen wollte man mit Hilfe der Schmöker endlich mal die eigenen vier Wände hinter sich lassen und fremde Gestade entdecken. Die Dschungel im finsteren Herzen von Afrika, die Gipfel des Himalaya oder die sturmgepeitschte Oberfläche des roten Planeten.

Romane waren früher also vor allem eins: Reiseberichte. Zu einer Zeit, in der es weder Internet noch Filme gab und sich kleine Leute keine großen Reisen leisten konnten, waren Bücher die wichtigste Horizont-Erweiterung.

Spiele nach alter, archaischer Struktur sind da nicht viel anders: Die Spielwelt sowie ihre Bewohner stehen im Mittelpunkt und der Avatar ist nur eine Schnittstelle für ihre Erkundung. Auf den ersten Blick primitive Stereotypen wie ein Duke Nukem gehörten da schon zu den intelligenteren Heldenmodellen: Diese pixelfleischgewordenen Testosteron-Brocken bemühen sich zumindest darum, die ihnen zugrundeliegenden Klischees zu reflektieren und humorig zu demontieren.

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Heute haben sich die Helden etwas weiter entwickelt: Ihre Herkunftsgeschichten sind nett bis tragisch - und das am Marketing-Reißbrett entworfene Aussehen der Herzensdiebe hat das Zeug, Kunden jedweden Geschlechts beziehungsweise jedweder Sexualität anzufixen. Commander Shepard zum Beispiel ist obendrein völlig vorurteilsfrei, indem er seinen Matratzensport ebenso gerne mit gestandenen Manns- wie Weibsbildern ausübt.

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 IMHO: Spielehelden haben KlischeefressenDas Sitcom-Syndrom in Videospielen 
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cluz0r 17. Jul 2014

Da muss ich zustimmen. Finde es übrigens auch toll dass man in Mass Effect die...

femalegamer 16. Jul 2014

Ich weiß echt nicht, ob dieser Artikel ironisch sein soll, immerhin ists nur ein "IMHO...

loox 15. Jul 2014

Es ist tatsächlich schade, dass die Hauptfiguren heute keine große Rolle mehr spielen...

Ork 14. Jul 2014

Das macht aber auch noch keinen Mitläufer, vielleich gefällts demjenigen ja... Mir...

RienSte 10. Jul 2014

Ja, klar, sowas klingt extrem gut! Eben weil es auch 'realistisch' ist! Die Psyche eines...



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