IMHO: Sony eins, Microsoft null

Microsoft will den Spielern Freiheiten wegnehmen, Sony garantiert sie - vorläufig zumindest. Während die Vorstellung der Konsolen vor dem Marktstart bei der PS4 besser gelungen ist als bei der Xbox One, ist der langfristige Erfolg noch längst nicht entschieden.

Artikel veröffentlicht am ,
Im Moment sieht die PS4 übermächtig aus.
Im Moment sieht die PS4 übermächtig aus. (Bild: Sony/Microsoft, Montage: Golem.de)

Wer sich zuerst aus der Deckung wagt, riskiert einen Headshot - das ist nicht nur bei Egoshootern so, sondern auch im knallharten Geschäft mit Spielekonsolen. Dem früher mit perfekter PR agierenden Konzern Microsoft ist genau das gerade passiert. Während die Redmonder Stück für Stück enthüllt haben, welche Einschränkungen bei Onlinezwang, Gebrauchtspielen und Überwachung sie den Spielern auferlegen, konnte Sony das mit einem Streich wegwischen.

Stellenmarkt
  1. Senior Customer Solution Architect (m/w/d) - Behördennetze
    Vodafone GmbH, Unterföhring
  2. Prozess- und Projektmanager (m/w/d)
    Radeberger Gruppe KG, Frankfurt am Main
Detailsuche

Selten, vielleicht noch bei Steve-Jobs-Präsentationen, konnte man ein Fachpublikum so jubeln sehen wie bei Sonys Versprechen zur Playstation 4. Punkt für Punkt arbeitete das Unternehmen die Kritikpunkte der Spieler ab: Kein Onlinezwang, Weiterverkauf von Spielen bleibt erlaubt, und, ach ja, 100 Euro billiger ist unsere Konsole auch noch.

Microsoft hat es Sony allzu leicht gemacht, sich als Anwalt der Spieler zu verkaufen. Dabei wird gern übersehen, dass die Präsentationsfolien bei den Gebrauchtspielen nur von "Disc based games" sprechen - dass man mit dem Verkauf der Konsole auch die Downloadspiele übertragen kann, das hat Sony nämlich noch nicht versprochen.

Viele Spieler sind zudem skeptisch, ob die versprochenen Freiheiten auf Dauer gewährt werden. Viel zu laut klingt noch der Donner nach, der nach dem Entfernen der Linux-Option durch die Community hallte. Zwar dürften die wenigsten die Playstation 3 als Linux-PC genutzt haben, aber einfach eine zugesicherte Eigenschaft wegen des Bruchs des Sicherheitssystems wegzupatchen, empfanden viele Spieler schlicht als Frechheit. Und das trauen sie Sony auch wieder zu, wenn es beispielsweise um Gebrauchtspiele geht.

Golem Akademie
  1. Elastic Stack Fundamentals – Elasticsearch, Logstash, Kibana, Beats: virtueller Drei-Tage-Workshop
    26.–28. Oktober 2021, Virtuell
  2. AZ-104 Microsoft Azure Administrator: virtueller Vier-Tage-Workshop
    13.–16. Dezember 2021, virtuell
Weitere IT-Trainings

Auch beim Preisunterschied von 400 Euro für die PS4 gegenüber 500 Euro für die Xbox One gilt es, genauer hinzusehen. Microsoft liefert die Konsole mit der neuen Kinect-Kamera, das Pendant von Sony muss man extra bezahlen. Auch wenn die Kamera für viele Spiele keinen Vorteil bringt, verdongelt Microsoft seine Konsole damit - und zwar wegen ihrer Positionierung als universelles Unterhaltungsgerät im Wohnzimmer.

Zusammen mit den Pay-TV-Anbietern in den USA will Microsoft die Sprach- und Gestensteuerung und die digitalen Inhalte der Xbox One mit dem Fernsehprogramm verschmelzen. Dazu dient auch der HDMI-Eingang der Konsole: Der Kabel-Receiver wird daran angeschlossen, die Konsole kann ihre Anzeigen über das Fernsehbild legen. Einen Standard wie Hbbtv in Deutschland - das ebenfalls kaum genutzt wird - gibt es in den USA für solche Anwendungen noch nicht. Microsoft hat gute Chancen, ihn zu setzen. Insbesondere durch eine sinnvolle Sprachsteuerung könnte man so vielleicht sogar Apples vermutetem iTV zuvorkommen.

Sony dagegen hat sich bisher nur zu mehr Film- und Serienangeboten aus den hauseigenen Studios bekannt. Der Werbeslogan "It just does everything" aus den Anfangstagen der PS3, die diesem Anspruch nie gerecht wurde, scheint vergessen. Stattdessen konzentriert sich das Marketing, denn nichts anderes sind die Ankündigungen bisher, auf die Spieler. Die jubeln, aber übersehen leicht, dass sie in einigen Jahren vielleicht lieber die Xbox One wollen, wenn die sich als Medienzentrale etabliert haben sollte.

Trotzdem: Die überzeugendere Vorstellung aus Sicht des Spielers ist Sony gelungen. Dies aber vor allem, weil der japanische Konzern geschickt die Schwächen des US-amerikanischen Gegners ausgenutzt hat. Abgerechnet wird erst, wenn die Konsolen ein Quartal auf dem Markt sind. Und Microsoft könnte Sonys Preis immer noch unterbieten - zum Beispiel, wenn ähnlich wie bei den Arcade-Versionen der Xbox 360 auch ein Paket ohne Kinect-Kamera angeboten wird.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


Clown 17. Jun 2013

Verbesserungspotential ja. Größere, dickere, teurerer CEs: Nö :) Und deshalb auch mein...

Dantereus 16. Jun 2013

Ich danke dir für die Antwort!;)

Dantereus 16. Jun 2013

Hallo Leute, ich habe mal spontan Online Verkaufsbörsen (dazu zähle ich ebay, aber auch...

Anonymer Nutzer 14. Jun 2013

Und zusätzlich ist Xbox noch eine Gefahr. Denn Microsoft arbeitet mit der NSA zusammen...

Anonymer Nutzer 14. Jun 2013

Ich sprach ja keine unkritischen nonsens Daten an. Ich meinte private Dinge. Sowas gehört...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Softwarepatent
Uraltpatent könnte Microsoft Millionen kosten

Microsoft hat eine Klage um ein Software-Patent vor dem BGH verloren. Das Patent beschreibt Grundlagentechnik und könnte zahlreiche weitere Cloud-Anbieter betreffen.
Ein Bericht von Stefan Krempl

Softwarepatent: Uraltpatent könnte Microsoft Millionen kosten
Artikel
  1. Krypto: Angeblicher Nakamoto darf 1,1 Millionen Bitcoin behalten
    Krypto
    Angeblicher Nakamoto darf 1,1 Millionen Bitcoin behalten

    Ein Gericht hat entschieden, dass Craig Wright der Familie seines Geschäftspartners keine Bitcoins schuldet - kommt jetzt der Beweis, dass er Satoshi Nakamoto ist?

  2. Tim Cook: Apple traf geheime Absprache mit chinesischer Regierung
    Tim Cook
    Apple traf geheime Absprache mit chinesischer Regierung

    Tim Cook soll 2016 in China für Apple lobbyiert haben - der Deal soll 275 Milliarden US-Dollar wert sein. Öffentlich gemacht wurde die Absprache nicht.

  3. Spielfilm: Matrix trifft Unreal Engine 5
    Spielfilm
    Matrix trifft Unreal Engine 5

    Ist der echt? Neo taucht in einem interaktiven Programm auf Basis der Unreal Engine 5 auf. Der Preload ist bereits möglich.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • MM Weihnachtsgeschenkt (u. a. 3 Spiele kaufen, nur 2 bezahlen) • PS5 & Xbox Series X mit o2-Vertrag bestellbar • Apple Days bei Saturn (u. a. MacBook Air M1 949€) • Switch OLED 349,99€ • Saturn-Advent: HP Reverb G2 + Controller 499,99€ • Logitech MX Keys Mini 89,99€ [Werbung]
    •  /