IMHO: Roboter plündern nicht

Roboter sollen helfen, aber nicht töten: Führende Wissenschaftler, darunter Stephen Hawking, haben kürzlich ein Verbot bewaffneter Roboter gefordert. Aber ist das realistisch und sinnvoll?

Artikel von veröffentlicht am
Zielsystem (Symbolbild): Maschinen sollen im Nebel des Krieges besser unterscheiden als Menschen.
Zielsystem (Symbolbild): Maschinen sollen im Nebel des Krieges besser unterscheiden als Menschen. (Bild: Qinetiq)

Maschinen gegen Menschen, bewaffnete Roboter, die auf Menschen schießen - das gibt einen guten Stoff für Science-Fiction-Filme ab. Aber in der Realität darf das nicht vorkommen. Zumindest forderte das kürzlich das Future of Life Institute (FLI) in einem offenen Brief.

"Autonome Waffen wählen Ziele aus und stellen sie ein, ohne eine menschliche Intervention", schreiben die Forscher. Künstliche Intelligenz (KI) könne viel Nutzen für die Menschheit bringen. Aber bitte nicht beim Militär: "Einen KI-Rüstungswettlauf anzufangen, ist eine schlechte Idee." Zu den Unterzeichnern gehören namhafte Robotiker und KI-Forscher sowie Prominente aus Wissenschaft und Technik, darunter Stephen Hawking, Elon Musk und Steve Wozniak.

So einleuchtend die Forderung klingt, einiges spricht auch gegen sie. Nicht nur dürfte sie nur schwer wirksam umzusetzen sein, Roboter könnten durchaus auch ethisch gesehen dem Menschen im Kampfgetümmel etwas voraushaben. Was fehlt, sind Regeln.

Wer putzende Roboter mag, muss kämpfende in Kauf nehmen

Dass ein Verbot für diese Technik nicht realistisch ist, liegt daran, dass gerade KI-Forschung und Robotik in den Bereich Dual Use gehören. Sie können also für friedliche Zwecke ebenso eingesetzt werden wie für militärische. Das US-Robotikunternehmen iRobot etwa baut Roboter, die den Fußboden saubermachen. Die halten wir auch für sehr nützlich.

Stellenmarkt
  1. IT-Administrator (m/w/d)
    Barmherzige Brüder Trier gGmbH, Paderborn, Trier, Koblenz, Mannheim, Bad Mergentheim
  2. Service Manager AppOps (m/w/d)
    operational services GmbH & Co. KG, Wolfsburg, Berlin, Frankfurt
Detailsuche

Das Unternehmen baut aber auch Roboter für das Militär: Sie entschärfen Sprengfallen und retten damit Leben - und nicht nur das von Soldaten: Die gleichen Roboter wurden auch für die Erkundung des zerstörten Atomkraftwerks in Fukushima eingesetzt.

Es dürfte schwierig sein, beides auseinanderzuhalten: die zivile und die militärische Nutzung. Und die Forschung daran ganz zu verbieten, ist nicht praktikabel. Schließlich wollen wir ja Roboter, die uns die Hausarbeit abnehmen, die in der Pflege helfen, uns Pakete nach Hause liefern. Wenn also daran geforscht wird, wird keine Deklaration, keine Resolution und kein Vertrag jemanden davon abbringen, bewaffnete Roboter zu bauen. Und wenn es keine regulären Armeen sind, dann sind es vielleicht Terroristen. Einen Copter zu bewaffnen, ist ja nicht schwierig.

Waffensysteme werden autonom

Abgesehen davon gibt es heute schon Waffensysteme mit einem gewissen Grad an Autonomie: Bestimmte Raketen dirigieren sich selbst in das Ziel, das ein Mensch ihnen vorgegeben hat. Es gibt Systeme, die dem Menschen potenzielle Ziele vorschlagen. Der Mensch muss diese nur noch bestätigen. Das vom US-Rüstungskonzern Raytheon entwickelte System Phalanx schießt automatisch ankommende Raketen ab.

Ein Verbot bewaffneter Maschinen erscheint also nicht realistisch. Was aber muss passieren, wenn sich bewaffnete Roboter nicht verhindern lassen?

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed
Roboter haben keine Angst 
  1. 1
  2. 2
  3. 3
  4.  


Llame 14. Sep 2015

Wäre ich auch voll dafür, aber so funktioniert es leider nicht. kwt

theonlyone 11. Sep 2015

Es gibt für Menschen schlichtweg eine "Dauer" die es unmöglich macht zu einer Lösung zu...

Anonymer Nutzer 10. Sep 2015

"Roboter plündern nicht" stimmt, sofern sie nicht darauf programmiert wurden. Jedoch...

Whykinger 09. Sep 2015

Roboter plündern nicht ? Nein sie töten auf Verlangen ! Wer putzende Roboter mag, muss...



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Technoblade
Minecraft verabschiedet verstorbenen Streamer mit Krönchen

Nach dem Tod des bekanntesten Minecraft-Streamers trauert die Community. Das Entwicklerstudio Mojang verabschiedet Technoblade im Launcher.

Technoblade: Minecraft verabschiedet verstorbenen Streamer mit Krönchen
Artikel
  1. Gigaset GL7: Neues Klapphandy mit KaiOS und Sicherheitsfunktion
    Gigaset GL7
    Neues Klapphandy mit KaiOS und Sicherheitsfunktion

    Das GL7 von Gigaset ist ein klassisches Klapphandy, auf dem auch moderne Apps wie Whatsapp und Google Maps laufen.

  2. 23 Terabyte-Hack: Scheinbar Milliardendatensatz der Polizei Schanghais geleakt
    23 Terabyte-Hack
    Scheinbar Milliardendatensatz der Polizei Schanghais geleakt

    Ein Hacker bietet 23 Terabyte an personenbezogenen Daten im Internet an. Der Datensatz stammt angeblich von der Polizei Schanghais.

  3. Wärmeversorgung: Berlin baut Thermoskanne gegen Gasnotstand
    Wärmeversorgung
    Berlin baut Thermoskanne gegen Gasnotstand

    Der Versorger Vattenfall baut in Berlin einen riesigen Warmwasserspeicher, um Häuser im Winter heizen zu können. Das könnte beim möglichen Gasnotstand helfen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    Daily Deals • PS5 bestellbar • HP HyperX Gaming-Headset -40% • Corsair Wakü 234,90€ • Samsung Galaxy S20 128GB -36% • Audible -70% • MSI RTX 3080 12GB günstig wie nie: 948€ • AMD Ryzen 7 günstig wie nie: 259€ • Der beste 2.000€-Gaming-PC • CM 34" UWQHD 144 Hz günstig wie nie: 467,85€ [Werbung]
    •  /