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Netflix-Gebäude in Los Gatos, Kalifornien
Netflix-Gebäude in Los Gatos, Kalifornien (Bild: AFP/Getty Images)

Videodienst: Netflix könnte der nächste große Internetkonzern werden

In Nordamerika ist Netflix schon jetzt eine feste Größe im Internetgeschäft. Doch die Erfolgsgeschichte des Videostreaming-Pioniers fängt erst an. Das Unternehmen könnte ähnlich erfolgreich werden wie die heutigen Big Five des Internets Apple, Google, Amazon, Facebook und Microsoft.

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Die Entwicklung des kalifornischen Videodiensts Netflix ist wegweisend. Zu Spitzenzeiten verursacht Netflix-Streaming 31,6 Prozent des Downstream-Datenverkehrs in Nordamerika. Mit anderen Worten: Fast jedes dritte Megabyte, das die Haushalte in den USA und Kanada aus dem Netz abrufen, hat seinen Ursprung auf den Servern von Netflix.

Es gibt derartig viele Missstände im aktuellen TV- und Filmmarkt, dass man dankbar sein sollte, wenn ein risikofreudiger, innovativer Anbieter des Internetzeitalters der Branche und ihren durch jahrzehntelangen Erfolg bequem gewordenen Protagonisten gefährlich wird. Selbst wenn der Aufstieg von Netflix wie jede Verschiebung von Kräfteverhältnissen in Wirtschaftssektoren nicht nur positive Folgen haben wird. Kurz- bis mittelfristig aber werden die Vorteile aus Zuschauersicht deutlich überwiegen.

Kommen wir zu den Argumenten für meine These, dass Netflix in Bezug auf seine wirtschaftliche Leistung und seine Bedeutung für die digitale Wirtschaft in einigen Jahren zu den heute größten Konzernen aufgeschlossen haben wird.

Enorme Nachfrage nach Bewegtbildinhalten

Die Deutschen schauen im Schnitt vier Stunden pro Tag fern, US-Amerikaner noch mehr. In den meisten westlichen Ländern sieht es ähnlich aus. Kaum einer anderen Aktivität widmen wir uns also so intensiv wie dem Konsum von bewegten Bildern. Nicht einmal soziale Netzwerke können da mithalten. Selbst wenn sich die Nutzung dieser Medienformen dank "Second Screen" überschneidet, deutet die historische Entwicklung der Zuschauerzahlen eher auf einen weiteren Anstieg der Bewegtbildminuten hin - unabhängig davon, welches Gerät dafür genutzt wird. Entscheidend ist: Netflix besitzt auf nahezu jedem relevanten Smart Device eine Präsenz.

Erfolg in den USA

In den USA gab es im vierten Quartal 2013 mehr als 33 Millionen kostenpflichtige Netflix-Konten. Setzt man voraus, dass sich die Mehrzahl der Haushalte mit einem Konto begnügt, so haben bei einer durchschnittlichen Zahl von 2,55 Personen pro Haushalt zwischen 80 und 90 Millionen US-Amerikaner Zugriff auf Netflix - mehr als ein Viertel der Gesamtbevölkerung. Netflix hat damit auch einen der bisher größten Pay-TV-Anbieter HBO überholt. Das Erreichte ist beachtlich, zeigt aber, dass selbst im Heimatmarkt noch reichlich Raum zum Wachsen besteht.

Globaler, größtenteils nicht bearbeiteter Markt

Außerhalb der USA hatte Netflix Ende 2013 in 40 Märkten gerade Mal elf Millionen Abonnenten. In den meisten Ländern ist das 1997 entstandene Unternehmen erst seit einem oder zwei Jahren präsent und kann nicht wie in Nordamerika von einer bald 20-jährigen Marktpräsenz und Markenbekanntheit profitieren. Zudem stellen unterschiedliche nationale Regulierungen wie etwa in Frankreich und Lizenzfragen, kleine lokale Konkurrenten, fehlende Partnerschaften sowie Engpässe bei Breitbandverbindungen Hindernisse dar, die erst sukzessive überwunden werden können.

Während Netflix im Heimatmarkt profitabel ist und dort 2013 den Großteil des Jahresumsatzes von rund vier Milliarden Dollar generierte, läuft das expansive internationale Geschäft wenig überraschend mit Verlust. Allein die weiteren Europa-Vorstöße lässt sich Vorstandschef Reed Hastings 400 Millionen Dollar kosten. Netflix hat also einiges zu tun, um außerhalb Nordamerikas eine ähnliche Marktpenetration zu erreichen wie zu Hause.

Andererseits ist hierfür im Prinzip nichts weiter notwendig als Geld und Geduld. Manchmal kann es auch ganz schnell gehen: Nur sieben Monate nach dem Debüt in Schweden verzeichnete Netflix dort 645.000 Abonnenten - 7,6 Prozent der Gesamtbevölkerung.

Geringe Abhängigkeit von alten Branchenstrukturen

Im Gegensatz zu anderen Segmenten der Medienbranche, speziell der Musikindustrie, ist Netflix nicht auf einen enormen "Backkatalog" alter Produktionen angewiesen. Zwar freuen sich User darüber, auch Serien- und Filmklassiker anschauen zu können. Ob aber sämtliche Produktionen, in denen House-of-Cards-Star Kevin Spacey jemals mitgewirkt hat, per Stream abrufbar sind oder nicht, spielt für die wahrgenommene Attraktivität keine so große Rolle.

Im On-Demand-Musik-Bereich ist das anders. Dort werden Lady-Gaga-Fans einen Dienst wie Rdio, Spotify oder Simfy sofort verlassen, wenn von ihrem Liebling nicht das gesamte Repertoire angehört werden kann. Die Folge: Die Musikservices richten sich nach den Wünschen der Labels. Netflix hingegen kann, da der Großteil der Abonnenten neue statt alter Inhalte bevorzugt, einfach selbst Produktionen in Auftrag geben, wenn der Rechteeinkauf zu kostspielig wird. Genau dazu entschloss es sich vor einigen Jahren. Mit großem Erfolg, wie nicht zuletzt die Emmy-Auszeichnung für House of Cards sowie die Oscar-Nominierung der Dokumentation "The Square" belegen. 2014 will Netflix die Strategie des "Original Content" noch stärker verfolgen.

Keine Scheu vor radikalen Schritten 

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koelnerdom 22. Feb 2014

Nur hab ich gern auch ein Bild zum Ton, wenn ich kein Hörspiel hören möchte und das war...

sedremier 21. Feb 2014

Also solange "Breitband" hier in De noch heißt "LTE mit 1GB inkl. Volumen" ... SCHADE...

s1ou 20. Feb 2014

So seh ichs auch. Der Live Sport ist das warum ich Sky habe, alles andere ist nur...

Luu 20. Feb 2014

Zum einen bietet Netflix jedem ISP mit OpenConnect (https://signup.netflix.com...

most 19. Feb 2014

Das sollte kein Thema sein. US content +deutsches synchronstudio beauftragen...



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