Abo
  • Services:
Anzeige
Kandidaten von Mars One werden ihre Kolonie wohl nie errichten.
Kandidaten von Mars One werden ihre Kolonie wohl nie errichten. (Bild: Mars One)

IMHO: Mars One wird scheitern

Kandidaten von Mars One werden ihre Kolonie wohl nie errichten.
Kandidaten von Mars One werden ihre Kolonie wohl nie errichten. (Bild: Mars One)

Zum Mars ja, aber nicht so: Mars One wird es nie geben. Nur ein einziger Teil der privat organisierten Marskolonie ist realistisch - und der findet auf der Erde statt.
Von Florian Freistetter

Mars One wird scheitern. Oder besser gesagt: Mars One wird nicht einmal die Gelegenheit haben zu scheitern, weil die privat organisierte bemannte Mission nie stattfinden wird. Ziel des Projekts ist es, Menschen zum Mars zu bringen; vor drei Tagen wurden die 100 Kandidaten vorgestellt, die dafür in die engere Wahl kamen. Ein gutes Ziel, gegen das ich absolut nichts einzuwenden habe! Die Art und Weise, wie Mars One das erreichen möchte, ist aber mehr als nur fragwürdig.

Anzeige

Die Astronauten sind keine speziell für diese Aufgabe ausgebildeten Leute, sondern Freiwillige aus aller Welt, die sich für den Flug ins All beworben haben. Man musste nur älter als 18 Jahre, englisch sprechen und gesund sein. Mehr als 200.000 Menschen haben sich - laut den Aussagen der Projektverantwortlichen - auf den ersten Aufruf gemeldet; mittlerweile wurden daraus 50 Frauen und 50 Männer ausgewählt, darunter ein Österreicher, ein Schweizer und zwei Deutsche.

Träumer auf Selbstmordmission

Die große Menge an potenziellen Raumfahrern ist nicht verwunderlich: Ins Weltall zu fliegen, ist für viele Menschen ein großer Traum und einer, den sich nur die wenigsten erfüllen können. Wenn man sich dann aber einfach so für eines der größten Weltraumabenteuer der Menschheitsgeschichte anmelden kann, dann ist es kein Wunder, wenn das viele Menschen tun.

Die Menschen, die mit Mars One zu unserem Nachbarplaneten fliegen wollen, träumen diesen Traum aber mit Sicherheit noch ein wenig intensiver als andere. Denn wenn sie ins Weltall fliegen, dann werden sie nicht mehr zur Erde zurückkommen. Die Mission sieht nur eine Hinreise vor; eine Rückkehr ist nicht geplant. Wer zum Mars fliegt, der bleibt auch dort und der stirbt dort auch.

Aber das schreckt die Kandidaten nicht ab: Standard.at schreibt über den österreichischen Kandidaten: "Angst habe er keine, die dürfe man auch nicht haben, weil man habe im Leben nur einmal die Chance zu so etwas. Seine drei Kinder im Alter von sechs, acht und 17 Jahren stünden hinter ihm, vor allem der Jüngste sei Feuer und Flamme und wolle nun auch selbst Astronaut werden."

Man kann nicht einfach irgendwas ins Weltall schicken

Sieht man sich die Biografien der potenziellen Marsreisenden an, dann fällt dabei auf, dass sie alle sehr von Science-Fiction, Naturwissenschaft und Raumfahrt begeistert sind. Verständlich, denn wer keine Faszination für das Universum empfindet, wird auch wenig Interesse daran haben, zu einem anderen Planeten zu fliegen. Aber gerade weil diese Menschen so fasziniert, inspiriert und motiviert sind, wird die Enttäuschung um so größer sein, wenn sie am Ende auf der Erde bleiben müssen und all die Mühen umsonst auf sich genommen haben. Denn genau das wird passieren.

Es braucht mehr, als nur eine Vision, jede Menge sehr motivierte Amateurastronauten und eine Homepage mit hübschen Computergrafiken von Marssiedlungen, um tatsächlich Menschen von der Erde zu einem anderen Planeten zu bringen. Die Raumfahrt ist immer enorm komplex. Die echten Astronauten, die zur Internationalen Raumstation fliegen, müssen dafür jahrelang oder jahrzehntelang trainieren.

Der Aufwand, den die Raumfahrtagenturen treiben, um die entsprechenden Raketen und die Infrastruktur im All bereitzustellen, ist ebenfalls enorm. Man kann nicht einfach irgendwas bauen; jedes Gerät, das ins Weltall geschafft wird, muss speziell geplant, gebaut und getestet werden. Und all das ist nötig, obwohl die Raumstation nur knapp 400 Kilometer entfernt ist!

Wer überlebt - stirbt an Krebs 

eye home zur Startseite
Anonymer Nutzer 18. Mär 2015

Soso...die Realität holt Dich nun leider ein :) https://www.golem.de/news/mars-one...

irata 01. Mär 2015

Und damit ist der Überbegriff dafür immer noch Atmosphäre, nur eben eine spezielle...

unerwarteter... 28. Feb 2015

Nach einem halben Jahr auf der ISS sind die zurückkommenden Raumfahrer der irdischen...

Anonymer Nutzer 27. Feb 2015

Das "Mars One"-Projekt wurde 2011 gegründet. Heute schreiben wir das Jahr 2015. Und was...

baz 27. Feb 2015

Je mehr Training desto besser. Aber generell dürften die knapp 10 Jahre locker...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Feynsinn, München, Fulda
  2. Robert Bosch GmbH, Plochingen
  3. WALHALLA Fachverlag, Regensburg
  4. Groz-Beckert KG, Albstadt


Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 6,99€

Folgen Sie uns
       


  1. Core i9-7980XE im Test

    Intel braucht 18 Kerne, um AMD zu schlagen

  2. Bundestagswahl 2017

    Ein Hoffnungsschimmer für die Netzpolitik

  3. iZugar

    220-Grad Fisheye-Objektiv für Micro Four Thirds vorgestellt

  4. PowerVR

    Chinesen kaufen Imagination Technologies

  5. Zukunftsreifen

    Michelin will schwammartiges Rad für fahrerlose Autos bauen

  6. Bundestagswahl 2017

    Union und SPD verlieren, Jamaika-Koalition rückt näher

  7. IFR

    Zahl der verkauften Haushaltsroboter steigt stark an

  8. FTTH

    CDU für Verkauf der Telekom-Aktien

  9. Konkurrenz

    Unitymedia gegen Bürgerprämie für Glasfaser

  10. Arduino MKR GSM und WAN

    Mikrocontroller-Boards überbrücken weite Funkstrecken



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
E-Paper-Tablet im Test: Mit Remarkable machen digitale Notizen Spaß
E-Paper-Tablet im Test
Mit Remarkable machen digitale Notizen Spaß
  1. Smartphone Yotaphone 3 kommt mit großem E-Paper-Display
  2. Display E-Ink-Hülle für das iPhone 7

Parkplatz-Erkennung: Bosch und Siemens scheitern mit Pilotprojekten
Parkplatz-Erkennung
Bosch und Siemens scheitern mit Pilotprojekten
  1. Community based Parking Mercedes S-Klasse liefert Daten für Boschs Parkplatzsuche

Optionsbleed: Apache-Webserver blutet
Optionsbleed
Apache-Webserver blutet
  1. Apache-Sicherheitslücke Optionsbleed bereits 2014 entdeckt und übersehen
  2. Open Source Projekt Oracle will Java EE abgeben

  1. Re: Die Benches zeigen eher dass Intel immer noch...

    Pixel5 | 09:51

  2. Re: Jamaika wird nicht halten

    Markus08 | 09:49

  3. Re: Ich feier das Ergebnis der AfD!

    Dwalinn | 09:46

  4. Re: Intel im Winterschlaf

    Pixel5 | 09:46

  5. Re: Und bei DSL?

    Matty194 | 09:44


  1. 09:01

  2. 07:52

  3. 07:33

  4. 07:25

  5. 07:17

  6. 19:04

  7. 15:18

  8. 13:34


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel