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IMHO: Mama, dein Windows XP muss sterben!

Sieben Jahre Zeit waren für viele, zu viele Anwender nicht genug, um sich von Windows XP zu verabschieden - so lange ist das Support-Ende am 8. April 2014 schon bekannt. Sowohl Nutzer, die ihren PC nur für Standardaufgaben einsetzen, als auch Poweruser müssen sich endlich bewegen.

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Windows XP
Windows XP (Bild: Microsoft/Screenshot: Golem.de)

Liebe Mamas, Papas, Großeltern, Onkel und Tanten!

Wir, eure Kinder, Enkel, Neffen und Nichten, die euch immer bei Computerproblemen helfen, müssen euch was sagen: Euer alter PC geht am 8. April 2014 kaputt. Also, nicht wirklich kaputt, so dass irgendwas zu brennen anfängt oder so. Nur das Windows XP, also das, was nach dem Einschalten als Erstes kommt, bevor ihr das Internet aufmacht, das ist einfach hoffnungslos veraltet.

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Nach über zwölf Jahren bietet Microsoft, der Hersteller von Windows, keine Reparaturen mehr an. Das ist nicht wie bei einem Auto, man kann sich nicht billige Teile vom Schrottplatz besorgen. Es gibt einfach gar keine Ersatzteile mehr, wenn euch einer reinfährt. Die Dellen bleiben für immer. Wenn ihr also wieder mal eine E-Mail mit einem komischen Anhang bekommt und trotz unserer Warnung einfach draufklickt, kann euer Onlinebanking genauso gefährdet sein wie die Urlaubsbilder. Auch nur auf Webseiten zu surfen, wird nach dem 8. April zum Risiko, und zwar zu einem immer größeren, je länger ihr die Kiste noch nutzt.

Zwölf Jahre sind für ein Windows wirklich eine lange Zeit. Irgendwann muss man halt mal wechseln, oder würdet ihr heute noch einen Röhrenfernseher kaufen? So ähnlich ist das mit Computern auch, die alten Sachen gibt's irgendwann einfach nicht mehr. Ein neues Windows, und sogar ein Linux, ist noch einfacher zu bedienen als XP, sieht fast genauso aus, und wird euch noch viele Jahre gute Dienste leisten.

Manchmal ist auch ein neuer PC fällig, weil die neuen Windows-Versionen auf echt alten Rechnern nicht mehr vernünftig laufen. Schon ab 300 Euro gibt es brauchbare PCs, auch Desktoprechner genannt, oder sogar ein schickes Notebook. Da ist dann ein neues Windows gleich drauf, eure Fotos und Briefe übertragen wir gerne auf den neuen Computer und rücken jedes Symbol an die gleiche Stelle wie vorher. Nach zwei Wochen werdet ihr den Unterschied vergessen haben und euch nur freuen, dass alles viel schneller als vorher funktioniert. Lasst uns die alte Mühle anschauen, dann überlegen wir gemeinsam, was der beste Weg ist. Vielleicht reicht ja sogar eins von diesen tollen Tablets, da gibt es empfehlenswerte Geräte auch schon deutlich unter 300 Euro.

Liebe IT-Experten, Update-Verweigerer und Sparbrötchen!

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Bitte seht es endlich ein. Windows XP muss einfach weg, zusammen mit dem damit meist aktiven Nutzerkonto mit Administratorrechten und alten Versionen des Internet Explorers. Das ist keine Geschäftemacherei von Microsoft, keine große Weltverschwörung von PC-Herstellern, sondern eine technische Notwendigkeit. Ihr, die ihr euch wirklich auskennt, müsst Familie und Freunden helfen - nicht nur beim praktischen Umstieg, sondern mit Überzeugungsarbeit.

Sicher, man kann vieles hinfrickeln, XP-Rechner hinter eine besonders dichte Firewall hängen oder in eine virtuelle Maschine packen, aber für die meisten Privatanwender ist das alles zu kompliziert. Und vor Drive-by-Infektionen des OS über Lücken auch in modernen Browsern und durch E-Mail-Anhänge schützt selbst ein aktueller Virenscanner nicht immer. Das ist der Kernpunkt: Wenn solche Malware auftaucht, kann sie sich rasend verbreiten, weil XP-Rechner nie mehr gepatcht werden und zu Viren- und Spamschleudern oder Botnet-Zombies werden.

Damit gefährden solche Altlasten alle Nutzer. Sie verstopfen das Netz und lassen sich im Verbund für ganz neuartige Attacken und Schnüffelaktionen nutzen. Es geht nicht nur um den einzelnen Anwender, auch wenn der noch so sehr an seinem XP hängen mag.

Die Kosten sind in den meisten Fällen kein Argument. Überlegt doch mal, wie viel ihr selbst in den vergangenen sieben Jahren - so lange ist das endgültige Ende von Windows XP schon bekannt - in Hard- und Software investiert habt. Waren das nicht auch mindestens 300 Euro? Ein neuer PC nur für Briefe, Surfen, Mailen, Fotos kostet heute wirklich nicht mehr - ganz langsame Modelle sogar noch deutlich weniger.

Wie alt Windows XP tatsächlich ist, auch wenn euch das nicht so vorkommen mag, zeigen zwei kleine Beispiele: Als der Betriebssystem-Oldie erschien, war das heutige Smartphone mit Multitouch-Bedienung und zigtausenden Apps noch nicht erfunden. Und als XP schon fünf Jahre auf dem Buckel hatte, wurden in Deutschland schon mehr Flachbildfernseher als Röhrengeräte verkauft. Würdet ihr heute jemandem, der Spaß an Technik haben soll, noch ein Nichtsmartphone oder einen Glasbaustein fürs Wohnzimmer empfehlen? Sicher nicht.

Wenn ihr euer Umfeld von einem Umstieg von Windows XP auf Vista, 7, 8, Mac OS oder Linux überzeugt, tut ihr euch auch selbst einen großen Gefallen. Die immer am Wochenende oder an Feiertagen bei euch eingehenden Supportanrufe werden weniger werden. In der ersten Zeit nicht, weil doch irgendein Icon woanders ist - aber nach ein paar Wochen bestimmt. Überlegt mal, wie viel Zeit und Nerven ihr selbst damit spart.

Bleibt letztlich noch zu erklären, wann der Autor dieses Kommentars das oben beschriebene Gespräch mit seiner Mutter geführt hat. Die Antwort ist: gar nicht. Bereits vor vier Jahren gab ihr Desktop-PC wegen eines Defekts des Mainboards (das bekannte Kondensatorproblem) seinen Geist auf, und Mama ließ sich von der Anschaffung eines Notebooks überzeugen. Das kostete, weil es ein 17-Zoller sein sollte, 600 Euro, und es war das vielgehasste Windows Vista drauf. Sie kommt bis heute damit klar.

Eigene Dateien kopieren, Treiber aktualisieren, Firefox und Virenscanner drauf, Bookmarks übertragen, eine Stunde erklären, was wo ist - danach gab es nur noch zwei Telefonate zu dem Thema. Mehr Aufwand war das wirklich nicht. Und Supportanrufe gibt's seitdem ungefähr alle drei Monate mal. Nämlich dann, wenn wieder eine komische E-Mail eingegangen ist. Zum Glück kann die auf diesem Rechner kaum Schaden anrichten.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)

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AnonymerHH 26. Okt 2016

ich wollte meine mutter auch portieren, aber ich bekomm sie einfach nicht ins internet...

CalebR 26. Okt 2016

Gibt eine Menge Leute die sich darüber aufregen. Auch wenn ich durch meinen Kauf von...

CalebR 25. Okt 2016

Solange solche Meinungen vertreten sind werden sich Authoren solcher Artikel den Mund...

guenther62 27. Apr 2014

Hier sind einige Informationsschnipsel, die ich zu dem Themenkreis Sicherheit...

Anonymer Nutzer 10. Apr 2014

Viele XP-Nutzer surfen noch mit dem IE 6.0. Der macht am meisten Arbeit, wenn unsere...


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