Abo
  • Services:

IMHO: Kann Myspace wiederbelebt werden?

Die Myspace-Eigner, zu denen auch Popstar Justin Timberlake gehört, planen ein neues Design des ehemals größten sozialen Netzwerks. Schaffen sie es, Myspace wiederzubeleben? Branchenbeobachter sind positiv überrascht, bloggt Süddeutsche.de-Redakteur Pascal Paukner.

Artikel veröffentlicht am , Pascal Paukner/Süddeutsche.de
IMHO: Kann Myspace wiederbelebt werden?
(Bild: Jerod Harris/Getty Images)

Im Umgang mit Toten gibt es ein paar eiserne Regeln. Man redet beispielsweise nicht schlecht über sie. Und schon gar nicht macht man sich lustig. Bei Myspace haben dennoch viele eine Ausnahme gemacht. Das soziale Netzwerk war einmal das größte der Welt, hatte in den besten Zeiten mehr als 260 Millionen Nutzer und mit Rupert Murdochs News Corporation einen potenten Geldgeber. Scheinbar hervorragende Voraussetzungen, um im harten Konkurrenzkampf der sozialen Netzwerke zu überleben. Tatsächlich aber kam alles ganz anders.

Stellenmarkt
  1. abilex GmbH, Stuttgart, Hechingen
  2. BWI GmbH, Bonn, Strausberg, Rheinbach

Mit Facebook wuchs für Myspace innerhalb weniger Jahre ein übermächtiger Konkurrent heran, der Innovationen nicht nur schneller, sondern auch benutzerfreundlicher umsetzte. Die Folge: Myspace verlor Millionen Nutzer, wurde für den Eigentümer zum Verlustgeschäft, galt als tot und war fortan vor allem bitterbösem Hohn und Spott ausgesetzt. Dass aus Myspace nochmal etwas werden könnte, schien lange ausgeschlossen zu sein.

Möglicherweise war es ein Trugschluss. Im Juli hatten die neuen Eigentümer in einem Interview mit Forbes angedeutet, dass sich Myspace noch in diesem Jahr neu aufstellen könnte. Jetzt ist klar, das war keine Durchhalteparole. Die Brüder Chris und Tim Vanderhook, deren Werbenetzwerk Specific Media im vergangenen Jahr Myspace gemeinsam mit dem Popstar Justin Timberlake für circa 35 Millionen Dollar gekauft hatte, meinen es ernst. Ein neues Werbevideo zeigt das.

Optisch auf der Höhe der Zeit

Darin ist ein völlig neu designtes Myspace zu sehen, das zumindest optisch auf der Höhe der Zeit angekommen zu sein scheint. Bilder rücken überall auf der Plattform in den Mittelpunkt. Navigiert wird nicht mehr nur vertikal, sondern auch horizontal. Elemente von Tumblr, Pinterest, den Google-Plus-Apps für Tablet-Computer - das scheint sich im neuen Myspace irgendwie widerzuspiegeln. Würde das so umgesetzt, wie es im Video zu sehen ist, wäre es ein Lichtblick in einer Social-Media-Tristesse, in der weder Twitter und schon gar nicht Facebook durch herausragendes Design auffallen.

Sorgen werden sich die heute etablierten Netzwerke um das neue Myspace dennoch kaum machen. Das Video zeigt ebenfalls, dass auf der neuen Plattform Künstler im Mittelpunkt stehen. Auf der Webseite, auf der man sich vorab registrieren kann, weisen die Verantwortlichen darauf hin, dass - egal ob Musiker, Fotograf, Filmemacher oder Designer - alle Teil der Community werden könnten. Ganz am Ende der Aufzählung steht dann auch noch etwas davon, dass sich auch engagierte Fans registrieren könnten. Das Massenpublikum scheint Myspace vorerst nicht im Blick zu haben. Das ehemals größte Netzwerk bietet gar Login per Facebook und Twitter an.

Myspace hat noch immer den größten Musikkatalog

Es ist eine Strategie, die funktionieren könnte. Mit 42 Millionen Songs hat Myspace noch immer den größten Musikkatalog aller Onlinedienste. Selbst auf Musikstreaming spezialisierte Unternehmen wie Spotify oder Rdio liegen bei deutlich unter 20 Millionen verfügbaren Songs. Viele Musiker haben Myspace positiv in Erinnerung, weil es über Jahre eine der wenigen Webseiten war, die es schaffte, Aufmerksamkeit für Popkultur an einem Ort im Netz zu bündeln. Nicht nur die der Popstars. Wenn diese Künstler nun bei Myspace erneut ein Forum geboten kriegen, das zudem noch schick gestaltet ist - wer wollte sich das nicht anschauen?

Manche Branchenbeobachter sind schon positiv überrascht. Andere nicht. Und egal, ob das neue Myspace letztendlich überzeugen kann, wenigstens eines haben die Eigentümer erreicht: "Myspace ist tot", schreibt erstmal niemand mehr. Wenigstens kann man jetzt wieder uneingeschränkt Witze darüber machen.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).



Anzeige
Hardware-Angebote
  1. 149€ (Bestpreis!)
  2. 59,79€ inkl. Rabatt

Arcardy 22. Okt 2012

Das man heute gezwungen wird Facebook zu benutzen. An Unis gehts heute nicht mehr...

fratze123 26. Sep 2012

wenn ich nix sehen will, mach ich bestimmt kein video an.

fratze123 26. Sep 2012

War das nicht schon immer so? Mir ist nie irgendeine Privatperson bei Myspace...

Vermillion 26. Sep 2012

Das war aber, soweit ich weiss, nicht die Schuld von MySpace. Da konnte doch jeder User...


Folgen Sie uns
       


Motorola One angesehen (Ifa 2018)

Lenovo hat auf der Elektronikfachmesse Ifa 2018 sein neues Android-Smartphone Motorola One vorgestellt.

Motorola One angesehen (Ifa 2018) Video aufrufen
Amazon Alexa: Echo Sub verhilft Echo-Lautsprechern zu mehr Bass
Amazon Alexa
Echo Sub verhilft Echo-Lautsprechern zu mehr Bass

Amazon hat einen Subwoofer speziell für Echo-Lautsprecher vorgestellt. Damit sollen die eher bassarmen Lautsprecher mit einem ordentlichen Tiefbass ausgestattet werden. Zudem öffnet Amazon seine Multiroom-Musikfunktion für Alexa-Lautsprecher anderer Hersteller.

  1. Beosound 2 Bang & Olufsen bringt smarten Lautsprecher für 2.000 Euro
  2. Google und Amazon Markt für smarte Lautsprecher wächst weiter stark
  3. Alexa-Soundbars im Test Sonos' Beam und Polks Command Bar sind die Klangreferenz

iOS 12 im Test: Auch Apple will es Nutzern leichter machen
iOS 12 im Test
Auch Apple will es Nutzern leichter machen

Apple setzt mit iOS 12 weniger auf aufsehenerregende Funktionen als auf viele kleine Verbesserungen für den Alltag. Das erinnert an Google und Android 9, was nicht zwingend schlecht ist.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Apple iOS 12.1 verrät neues iPad Pro
  2. Apple Siri-Kurzbefehle-App für iOS 12 verfügbar

Lenovo Thinkpad T480s im Test: Das trotzdem beste Business-Notebook
Lenovo Thinkpad T480s im Test
Das trotzdem beste Business-Notebook

Mit dem Thinkpad T480s verkauft Lenovo ein exzellentes 14-Zoll-Business-Notebook. Anschlüsse und Eingabegeräte überzeugen uns - leider ist aber die CPU konservativ eingestellt und ein gutes Display kostet extra.
Ein Test von Marc Sauter und Sebastian Grüner

  1. Thinkpad E480/E485 im Test AMD gegen Intel in Lenovos 14-Zoll-Notebook
  2. Lenovo Das Thinkpad P1 ist das X1 Carbon als Workstation
  3. Thinkpad Ultra Docking Station im Test Das USB-Typ-C-Dock mit robuster Mechanik

    •  /