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Streaming: Heilloses Durcheinander bei Netflix und Amazon Prime

Es könnte alles so schön sein abseits vom klassischen Fernsehen. Netflix und Amazon Prime bieten modernes Encoding, 4K-Auflösung, HDR-Farben und -Lichter, flüssige Kamerafahrten wie im Kino - leider nur in der Theorie, denn sie bringen es nicht zum Kunden.

Ein IMHO von veröffentlicht am
Augenschmerzen statt Filmgenuss
Augenschmerzen statt Filmgenuss (Bild: Michael Wieczorek/Montage:Golem.de)

Nutzer, die glauben, dass sie für ihre monatlich bezahlten Streaming-Abos eine eierlegende Wollmilchsau am modernen 4K-HDR-TV haben, irren sich. Das Streaming über Netflix, Amazon Prime und Co. hat auf jeder dieser Plattformen nervige Einschränkungen. Das müsste nicht so sein, und zum Teil arbeiten die App-Entwickler bereits seit Jahren an Lösungen, die aber einfach nicht kommen. In die Röhre guckt am Ende der Kunde.

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Der darf nämlich zum Beispiel auf dem Apple TV 4K zahlreiche Amazon-Prime-Serien nicht mit Mehrkanalton sehen. Das ist besonders ärgerlich bei Serien wie Six oder Lucifer, die in 5.1 deutlich mehr Freude machen als in Stereo. In der Android-TV-App fehlt häufig die HDR-Unterstützung für Prime-Serien, auf der Playstation dürfen Nutzer selbst mit einer sogenannten Pro-Fassung der Konsole nur in 1080p-Auflösung schauen, stets bei 60 Hz - für Cineasten gleicht das einem Sakrileg.

Ist der Aufschrei laut genug, wie zum Jahreswechsel bei der zweiten Staffel von The Grand Tour, gibt es Mehrkanalton auch für Apple-Nutzer, nach monatelangem Warten - und zudem mit Einbußen. Der 5.1-Spur von The Grand Tour, die über die Apple-TV-Box ausgegeben wird, fehlt es an Dynamik. Im direkten Vergleich mit der Tonspur aus der Android-TV-App vom 4K-OLED wird das deutlich - aber wie gesagt, da fehlt ja leider HDR.

Ausgesprochen frustrierend ist dieser Umstand, weil Apples aktuelle Streaming-Box es wenigstens versteht, Serien und Filme stets mit der passenden Bildrate und dem richtigen Farbformat auszugeben. Das ist nicht purer Luxus, sondern sollte seit Jahren ein leicht umzusetzender Standard sein, der Amazon aber selbst beim Fire TV einfach nicht gelingen will.

Wer The Grand Tour, Amazons Vorzeige-Autoshow rund um die Ex-BBCler Jeremy Clarkson, Richard Hammond und James May, in bestmöglicher Qualität schauen will, bekommt Kopfschmerzen statt schöner Autos. Die Serie ist in der zweiten Staffel in 25 Bildern pro Sekunde gefilmt - die erste Staffel noch in 24 Bildern pro Sekunde. Nutzer, die keinen Telecine-Judder-Effekt ertragen wollen, dürfen ständig in die Einstellungen vom Fire-TV wechseln, um die (vorher recherchierte) Bildrate manuell einzustellen. Das wäre mal eine wirklich sinnvolle Information, die das Unternehmen über die X-Ray-Funktion mitteilen könnte. Die gibt es übrigens ansonsten nur bei ausgewählten Anbietern wie Microsoft und Sony.

Stiefmütterliches Streaming auf Konsolen

Ganz bitter wird es, wenn man sich die Situation auf den Spielekonsolen ansieht. Abgesehen von dem nicht ansatzweise im Verhältnis stehenden hohen Energieverbrauch bekommen Nutzer dort immer noch die 60-Hz-Schranke vor die Augen. Alle Serien und Filme werden in 60 Hz ausgegeben, ohne Aussicht auf Besserung. Schließlich schieben sich zum Beispiel Microsoft und Amazon nun schon seit über vier Jahren gegenseitig den schwarzen Peter zu nach dem Motto: "Der andere ist schuld, wir würden ja."

Damit nicht genug. Auf der Playstation 4 Pro dürfen Prime-Kunden generell keine Serien in 4K ansehen. Von HDR hat man da auch noch nichts gehört - aber hey, X-Ray funktioniert!

Apropos hören: Wer glaubt, mit der Xbox One nach dem Erwerb des Dolby-Atmos-Plugins bestmöglichen Sound zu genießen, liegt falsch. Erstens müssen sich Nutzer jedes Mal in die Einstellungen begeben, um den Modus manuell zu aktivieren. Sollten sie ihn permanent beibehalten, wird jedes Signal im Atmos-Container weitergegeben, mit schwerwiegenden Folgen: Atmos-Audiosignale von der Xbox stottern gerne hin und wieder. Auch dieses Problem ist inzwischen ein paar Monate alt.

Sobald Ende des Jahres der Dolby-Atmos-Support für Apple TV 4K kommt, haben Kunden zumindest auf Netflix-Seite eine Lösung, die alle Features bietet. Nur auf 5.1-Sound in Six warten sie dann vermutlich immer noch.

Liebe Streaminganbieter, wir streamen inzwischen alle lange genug und bezahlen mehr oder weniger gerne monatlich unsere Gebühren für sehenswerte Serien und eine häufig überraschend tolle Filmauswahl. Bietet eure Inhalte endlich allen Kunden in der gleichen bestmöglichen Qualität an. Nervt uns nicht mit gestrichenen Features und Tonspuren, sonst fangen wir nämlich doch noch an, diese garstigen Ultra-HD-Blu-rays zu kaufen.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)



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ph0b0z 15. Aug 2018

Auch die 1080p24 hab ich halt gerne in nicht-auf-60-Hz-interpoliert. :P

dc_coder_84 12. Aug 2018

Vielleicht wäre der UHD Blu-ray Player UBP-X700 von Sony eine Möglichkeit für den Autor...

senf.dazu 09. Aug 2018

Häh ? Wenn die Gewinnerwartungen der Netflix Eigentümer gedeckt sind - dann sind ja wohl...


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