Abo
  • Services:

Geister aus der Vergangenheit loswerden

Der Gost-Standard hat einen durchaus treffenden Namen, denn es handelt sich um einen Geist aus der Vergangenheit: Er ist ein Verschlüsselungsstandard aus der Sowjetunion, den die Russische Föderation bis heute mit Updates und neuen Varianten versorgt. Für X.509-Zertifikate kann man Gost bereits benutzen, die entsprechende TLS-Spezifikation existiert nur als Entwurf und wurde nie verabschiedet. Das hält OpenSSL jedoch nicht davon ab, die entsprechenden Algorithmen zu implementieren. Von ihnen geht glücklicherweise keine allzu große Gefahr aus: In der Standardeinstellung sind diese Codeteile zwar vorhanden, werden aber für TLS-Verbindungen nicht genutzt.

Stellenmarkt
  1. Melitta Business Service Center GmbH & Co. KG, Minden
  2. Haufe Group, Freiburg im Breisgau

Geradezu bizarr mutet angesichts der TLS-Featuritis an, dass es sinnvolle Erweiterungen oftmals sehr schwer haben. Seit über einem Jahr diskutiert die TLS-Arbeitsgruppe über einen Entwurf von Peter Gutmann, der die Sicherheit des CBC-Modus in TLS erhöhen würde. Die Reihenfolge von Authentifizierung (MAC) und Verschlüsselung soll dabei von MAC-then-encrypt auf die bessere Variante Encrypt-then-MAC geändert werden. Encrypt-then-MAC ist absolut sinnvoll und eine direkte Konsequenz aus der Lucky-Thirteen-Attacke, die nur möglich war, weil TLS auf die unsichere Kombination MAC-then-encrypt setzt. Trotzdem bekam Gutmann einigen Gegenwind bei seinen Bemühungen um die Standardisierung.

Der TLS-Standard ist zu komplex geworden

Das OpenBSD-Team hat gerade mit einer Aufräumaktion im OpenSSL-Code angefangen. Dabei ist ihm viel Glück zu wünschen, und es bleibt zu hoffen, dass ein Großteil dieser Änderungen von den OpenSSL-Entwicklern übernommen wird. Die TLS-Arbeitsgruppe wird vermutlich in Kürze den unsicheren Verschlüsselungsalgorithmus RC4 aufgeben. Für TLS 1.3 ist geplant, auf die Kompression, die Renegotiation-Erweiterung und alle Cipher ohne Forward Secrecy zu verzichten. Das wäre immerhin ein Anfang.

Es wird Zeit für eine große Entrümpelungsaktion im TLS-Standard. Das Protokoll ist längst viel zu komplex geworden. In den RFCs sind noch einige Features versteckt, die niemand benötigt. Wir sollten diese abschalten, bevor der nächste Heartbleed-Bug darin entdeckt wird.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)

 IMHO - Heartbleed und die Folgen: TLS entrümpeln
  1.  
  2. 1
  3. 2


Anzeige
Blu-ray-Angebote
  1. 4,99€
  2. (2 Monate Sky Ticket für nur 4,99€)
  3. (u. a. Deadpool, Alien Covenant, Assassins Creed)

Dopeusk18 22. Apr 2014

Soweit stimmte ich dir zu, bisauf das Verfallsdatum. Es macht durchaus sinn, du kannst z...

nicoledos 19. Apr 2014

RFCs sind dafür da, Standards zu definieren. Wer eine bestimmte Technologie umsetzen...

hannob (golem.de) 19. Apr 2014

Ich hab jetzt noch keinen XML-Parser geschrieben, aber ich bezweifle das ganz stark. Nur...

hannob (golem.de) 19. Apr 2014

"weniger Gerümpel" trifft es. Aber SSH ist auch nicht ganz unproblematisch. Wenn man...

marolu 18. Apr 2014

... lesen "will".


Folgen Sie uns
       


Kameravergleich Smartphones

Samsungs Galaxy S9+ macht gute Fotos - auch im Vergleich zur Konkurrenz, wie unser Vergleichstest zeigt.

Kameravergleich Smartphones Video aufrufen
P20 Pro im Kameratest: Huaweis Dreifach-Kamera schlägt die Konkurrenz
P20 Pro im Kameratest
Huaweis Dreifach-Kamera schlägt die Konkurrenz

Mit dem P20 Pro will Huawei sich an die Spitze der Smartphone-Kameras katapultieren. Im Vergleich mit der aktuellen Konkurrenz zeigt sich, dass das P20 Pro tatsächlich über eine sehr gute Kamera verfügt: Die KI-Funktionen können unerfahrenen Nutzern zudem das Fotografieren erleichtern.
Ein Test von Tobias Költzsch

  1. Android Huawei präsentiert drei neue Smartphones ab 120 Euro
  2. Wie Samsung Huawei soll noch für dieses Jahr faltbares Smartphone planen
  3. Porsche Design Mate RS Huawei bringt 512-GByte-Smartphone für 2.100 Euro

Physik: Maserlicht aus Diamant
Physik
Maserlicht aus Diamant

Ein Stickstoff-Fehlstellen-basierter Maser liefert kontinuierliche und kohärente Mikrowellenstrahlung bei Raumtemperatur. Eine mögliche Anwendung ist die Kommunikation mit Satelliten.
Von Dirk Eidemüller

  1. Colorfab 3D-gedruckte Objekte erhalten neue Farbgestaltung
  2. Umwelt China baut 100-Meter-Turm für die Luftreinigung
  3. Crayfis Smartphones sollen kosmische Strahlung erfassen

Digitalfotografie: Inkonsistentes Rauschen verrät den Fälscher
Digitalfotografie
Inkonsistentes Rauschen verrät den Fälscher

War der Anhänger wirklich so groß wie der Ring? Versucht da gerade einer, die Versicherung zu betuppen? Wenn Omas Erbstück geklaut wurde, muss die Versicherung wohl dem Digitalfoto des Geschädigten glauben. Oder sie engagiert einen Bildforensiker, der das Foto darauf untersucht, ob es bearbeitet wurde.
Ein Bericht von Werner Pluta

  1. iOS und Android Google lanciert drei experimentelle Foto-Apps
  2. Aufstecksucher für TL2 Entwarnung bei Leica

    •  /