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IMHO: Die Berliner Startupszene hat ein Akzeptanzproblem
(Bild: Martin Weigert)

IMHO: Die Berliner Startupszene hat ein Akzeptanzproblem

IMHO: Die Berliner Startupszene hat ein Akzeptanzproblem
(Bild: Martin Weigert)

Unentwegt entstehen in Berlin neue Social-Web-Startups. Erfolge erzielen diese Unternehmen noch selten, schreibt Blogger Martin Weigert. Sie sollten technisch anspruchsvollere Anwendungen entwickeln, um konkurrenzfähig zu werden.

Berlin ist Deutschlands Internethauptstadt und Anwärter auf einen Platz an der Spitze der internationalen Startup-Metropolen. Mittlerweile wird gar nicht mehr die Frage nach der Tauglichkeit des Ökosystems debattiert, sondern logistische Aspekte wie, ob der fehlende Vorzeigeflughafen der Eignung der Spreestadt als Hotspot für junge Technologiefirmen schadet. Dass Berlin grundsätzlich das Zeug dazu hat, mit London, San Francisco und dem Silicon Valley eines Tages auf seine ganz eigene Weise zu konkurrieren, daran scheinen heute deutlich weniger Beobachter zu zweifeln als noch vor zwei Jahren.

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Doch die Stadt hat ein Problem. Okay, sicherlich nicht nur eins. Aber eines, das an dem so mühselig erarbeiteten Image der Stadt als künftigem Ursprungsort von international prägenden digitalen Innovationen kratzt. Angesprochen habe ich das Thema schon einmal im Mai, glaube aber, dass es durchaus eine breitere Diskussion verdient: Aus Berlin kommen zwar mittlerweile immerzu neue junge Web- und Mobile-Firmen, doch sehr wenige technologische Highlights und Startups, denen man es zutraut, mit eigenen Ideen auch auf globaler Ebene für Furore zu sorgen, drängende Probleme der Menschheit zu lösen und eine bessere Welt zu schaffen.

Viele Social-Apps, aber mäßige Bilanz

Das Segment, das von der jungen, neuen Berliner Gründergeneration besonders umgarnt wird, ist das Social Web in all seinen Ausprägungen, mit einem besonderen Fokus auf dem mobilen Web. Doch viele der Akteure in dem Bereich, die in den vergangenen Jahren und Monaten in der Hauptstadt entstanden, weisen bisher eine eher ernüchternde Bilanz vor. Klar, Soundcloud ist auf einem guten Weg, zum Youtube für Audio zu werden, und die Social-Games-Schmiede Wooga darf sich als Europas Marktführer bei sozialen Facebook-Spielen bezeichnen. Aber das war es im Prinzip schon. Vielen der innerhalb der lokalen Szene bejubelten Services und Apps ist es bisher nicht gelungen, sich bei Endanwendern außerhalb des Berliner S-Bahn-Rings oder gar außerhalb Deutschlands einen Namen zu machen. Ob Amen, EyeEm, Readmill, Gidsy, Wunderkit, Loopcam oder Moped - unzählige, auf der Vernetzung von Anwendern rund um spezifische Aktivitäten oder Themengebiete basierende Startups kämpfen zwar leidenschaftlich, aber was ihnen noch fehlt, ist die größere Wahrnehmung in fernen (Bundes-)Ländern.

Schwach ausgeprägte Netzwerke als Nachteil

Dass die Hauptstadt zahlreiche derartige Anbieter hervorgebracht hat, daran gibt es grundsätzlich nichts zu kritisieren. Dass man ihnen Zeit geben muss, erfolgreich zu werden, ist angesichts der noch nicht so gefestigten und international bedingt einflussreichen Netzwerke der Berliner Webwirtschaft auch keine Überraschung. Niemand darf erwarten, dass die Kunde von einem jungen Social-Web-Startup aus der Stadt an der Spree quasi automatisch sofort nach New York, San Francisco, Singapur und Tokio getragen wird - ein Privileg, von dem viele an der US-Westküste entstandene Dienste profitieren.

Doch genau aus diesem Grund - weil die Berliner Szene aufgrund ihres frühen Entwicklungsstadiums noch etwas zart und kraftlos agiert - wirkt der ungebrochene Fokus der lokalen Entrepreneure auf Social-Apps fragwürdig. Deutsche-startups.de berichtete am Freitag von zwei neuen Beteiligungen des omnipräsenten Business Angels Christophe Maire. Der Meldung nach habe er in Likemind sowie Toast investiert, zwei bisher nicht lancierte Projekte, welche die eingeschlagene Social-Web-Tradition der neuen Berliner Gründerwelle fortsetzen: Bei Toast handelt es sich den spärlichen Informationen auf der Website nach zu urteilen um eine mobile App rund um Geschenk-Wunschlisten, während Likemind das Zusammentreffen mit Gleichgesinnten in der unmittelbaren Umgebung erlauben soll.

Ich gebe zu: Beim Lesen der Meldung war ich angesichts der Trivialität der Konzepte ein wenig enttäuscht. Speziell, was Likemind betrifft: Nicht einmal der zur SXSW-Konferenz in Austin mit dem vollen Support der Silicon-Valley-Prominenz angekündigten "People Discovery"-App Highlight gelang es, eine kritische Masse zu erreichen und von einer hinreichend signifikanten Zahl an Smartphonebesitzern installiert zu werden. Diversen vergleichbaren Anwendungen ging es genauso. Highlight-Konkurrent Glancee wurde von Facebook übernommen, der Talente wegen. In Berlin gingen gerade bei Aka-aki, einem Pionier in dem Segment, die Lichter aus. Während ich nach wie vor daran glaube, dass das Thema eines Tages auch bei Durchschnittsnutzern ein Hit werden wird, frage ich mich, wieso nun ausgerechnet ein Berliner Startup die mit der Verbreitung eines solchen Services verbundenen mannigfaltigen Herausforderungen meistern können soll - wenn doch die Stadt aus den beschriebenen Gründen derzeit eher ungeeignet für die Lancierung von auf das schnelle Eintreten von Netzwerkeffekten abhängigen Konzepten ist.

Gefahr falscher Prioritätensetzung 

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pholem 04. Sep 2012

Das ist zu einfach und kurz gedacht. Menschen kaufen / nutzen ständig Dinge, die sie...

OnlineGamer 04. Sep 2012

Likemind, Toast, Amen, EyeEm, Readmill, Gidsy, Wunderkit, Loopcam, Moped ... schaffen es...

Suckerpunch 03. Sep 2012

Journalismus, Denkanstöße, Stoff zum Diskutieren ? Wenn du von niemanden die Meinung...

berritorre 03. Sep 2012

Ach, Berlin bildet sich tatsächlich was auf seine Grösse ein? Wirklich? Wieviele...



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