Abo
  • Services:
Anzeige
"Into the wild": Das Motto der Re:publica ließ sich wenigstens optisch gut inszenieren.
"Into the wild": Das Motto der Re:publica ließ sich wenigstens optisch gut inszenieren. (Bild: Friedhelm Greis/Golem.de)

IMHO: Der Kirchentag der Netzgemeinde

Pfarrer Lobo predigt, das Motto ist so beliebig wie ein Bibelvers. Aber es war schön, dass sich die Netzaktivisten mal wieder in Berlin getroffen haben.

Anzeige

Es ist das Fazit der Veranstalter, aber es liest sich fast wie eine Kapitulationserklärung: "Die Re:publica entwickelt sich immer mehr zu einer Veranstaltung für die ganze Gesellschaft", hieß es zum Abschluss der dreitägigen Konferenz. Das drücke sich "sowohl in dem breiten Themenspektrum, als auch heterogenen Mix der Gäste aus". Mit anderen Worten: Die frühere Internetkonferenz und das ursprüngliche Bloggertreffen Re:publica gibt es nicht mehr. An deren Stelle ist eine Massenveranstaltung mit 7.000 Besuchern getreten, bei der es den meisten vor allem darum geht, alte Netzbekannte mal wieder im Real life zu treffen und sich der gemeinsamen Überzeugungen zu versichern. Willkommen auf dem Kirchentag der Netzgemeinde.

Da traf es sich gut, dass die Community in Gestalt der NSA nun über einen Beelzebub verfügt, den man dem Internet gerne wieder austreiben möchte. Wie das wirkungsvoll umgesetzt werden kann, hätte das große Thema der Re:publica 2014 sein können. Doch erfolgversprechende Lösungsansätze waren Mangelware. Dazu hätte man sich vermutlich intensiver mit Politik und großen IT-Firmen auf eine Bühne setzen müssen. Stattdessen ließ man sich von Sascha Lobo die Leviten lesen und sich vorwerfen, nicht genügend in den Klingelbeutel der Netzaktivisten zu stecken. Eine flammende Rede Lobos gehört dabei zur Re:publica wie ein Bibelworkshop mit Margot Käßmann zum Kirchentag.

Wenig inhaltliche Botschaften

Wie der Kampf um die Netzneutralität und die Warnungen vor Big Data zeigen, sind Politik und große Konzerne auf vielen Gebieten weiterhin Gegner und keine Verbündeten der Netzgemeinde. Durchaus zu Recht. Asyl für den Helden und "Märtyrer" Edward Snowden war daher fast die einzige inhaltliche Botschaft, die von dem Treffen nach draußen dringen konnte. Danach dominierten schon Spaßaktionen wie der Auftritt David Hasselhoffs und der Hoax zu Google-Nest die Berichterstattung. Es war leider kein glücklicher Umstand, dass zeitgleich zur Re:publica im Bundestag wichtige netzpolitische Debatten zu Snowden und zur IT-Sicherheit stattfanden.

Recht dürftig war teilweise auch das Niveau der 350 Veranstaltungen. Das Motto "Into the wild" ließ sich zwar optisch gut inszenieren, war aber nicht dazu geeignet, als roter Faden durch das Treffen zu leiten. Es gab wenig Neues, und viele unausgegorenen Studien oder Überlegungen wurden präsentiert. Auch den Referenten scheint es vielfach darum zu gehen, überhaupt auf der Konferenz präsent zu sein und sich einem größeren Publikum präsentieren zu können. Waren manche Vorträge, wie der von Erich Moechel, nur für Kryptographie-Experten verständlich, fehlte anderen die erforderliche Tiefe, um überhaupt zu einem Erkenntnisgewinn zu führen. Aber es war schön, mal wieder darüber geredet zu haben.

Lobo ins Olympiastadion

Wie soll es mit der Konferenz daher weitergehen? Da das Netz immer größere Bereiche der Gesellschaft durchdringt, kann in Zukunft im Grunde über alles und jedes auf der Re:publica diskutiert werden. Schon jetzt lobten sich die Veranstalter dafür, dass "sich auch intensiv über die Mobilität der Zukunft, Geschichte und Geschichtsvermittlung, Gesundheit, Bildung, Innovation, Kunst, Startups und viele weitere, für eine digitale Gesellschaft wichtige Themen ausgetauscht" wurde. Wenn es so weitergeht, muss Sascha Lobo seine Predigt in fünf Jahren im Olympiastadion halten.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)


eye home zur Startseite
Damar 14. Mai 2014

asfc

chriskoli 11. Mai 2014

Die Anzahl der Besucher zeigt, dass die re:publica für viele Menschen, vernetzt, Internet...

stuempel 09. Mai 2014

ACTA als Gegenbeispiel, in Sachen Netzneutralität/EU geht es zumindest voran.

Helites 09. Mai 2014

Tja nur leider regieren die Kellerkinder die Welt. Die Axt-Proleten habe das letzte...

olleIcke 09. Mai 2014

Ein paar Lösungsansätze hätten dem Text sehr gut gestanden. So ließt es sich für mich wie...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Robert Bosch GmbH, Bühl
  2. T-Systems International GmbH, Bonn, Darmstadt, Frankfurt am Main, Göppingen
  3. RZV Rechenzentrum Volmarstein GmbH, Wetter (Ruhr)
  4. T-Systems International GmbH, München, Leinfelden-Echterdingen


Anzeige
Top-Angebote
  1. (-17%) 49,99€
  2. 47,99€
  3. und For Honor oder Ghost Recon Wildlands kostenlos erhalten

Folgen Sie uns
       


  1. Prozessor

    Lightroom CC 6.9 exportiert deutlich schneller

  2. Telia

    Schwedischer ISP muss Nutzerdaten herausgeben

  3. Nokia

    Deutlich höhere Datenraten durch LTE 900 möglich

  4. Messenger

    Facebook sagt "Daumen runter"

  5. Wirtschaftsministerin

    Huawei wird in Bayern Netzwerkausrüstung herstellen

  6. Overwatch

    Blizzard will bessere Beschwerden

  7. Mobilfunk

    Nokia nutzt LTE bei 600 MHz erfolgreich

  8. Ohne Flash und Silverlight

    Netflix schließt HTML5-Umzug ab

  9. Mass Effect Andromeda im Technik-Test

    Frostbite für alle Rollenspieler

  10. Hannover

    Die Sommer-Cebit wird teuer



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Nier Automata im Test: Stilvolle Action mit Überraschungen
Nier Automata im Test
Stilvolle Action mit Überraschungen
  1. Nvidia "KI wird die Computergrafik revolutionieren"
  2. The Avengers Project Marvel und Square Enix arbeiten an Superheldenoffensive
  3. Nintendo Switch erscheint am 3. März

NZXT: Lüfter auch unter Linux steuern
NZXT
Lüfter auch unter Linux steuern
  1. Creoqode 2048 Tragbare Spielekonsole zum Basteln erhältlich
  2. FluoWiFi Arduino-kompatibles Board bietet WLAN und Bluetooth
  3. Me Arm Pi Roboterarm zum Selberbauen

Mobile-Games-Auslese: Würfelkrieger und Kartendiebe für mobile Spieler
Mobile-Games-Auslese
Würfelkrieger und Kartendiebe für mobile Spieler

  1. Re: Wozu Telefonnummer und Email?

    Sharra | 04:53

  2. Schöner Vortrag heute

    George99 | 04:08

  3. Re: Klasse Desktop

    George99 | 03:51

  4. Re: Bin gerade in Norwegen

    Braineh | 03:38

  5. Re: Irgendwas mache ich wohl falsch...

    amagol | 02:45


  1. 18:26

  2. 18:18

  3. 18:08

  4. 17:39

  5. 16:50

  6. 16:24

  7. 15:46

  8. 14:39


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel