IMHO: Das Stealth-Genre lauert sich tot

Lauern, lauern und nochmals lauern: In Spielen untätig rumhocken wie in Thief wolle heute kaum noch jemand, schreibt Robert Bannert. Deshalb seien Stealth-Games kurz davor, an der Notwendigkeit ihres starren Regelwerks zu scheitern.

Artikel veröffentlicht am , Robert Bannert
Thief Garrett werden seine Schatten zum Verhängnis.
Thief Garrett werden seine Schatten zum Verhängnis. (Bild: Screenshot Marc Sauter/Golem.de)

Seien wir doch mal ehrlich: Wenn Shooter im Grunde nichts anderes sind als eine Weiterentwicklung von Robotron und dergleichen, dann sind Schleichspiele lediglich die nächste Evolutionsstufe von Pac-Man. Man studiert Routen ein, verharrt, wartet ab. Und flitzt dann im richtigen Moment durch die Lücke. Nur dass heute alles besser aussieht und vor allem viel, viel länger dauert: Ganz gleich ob wir nun in einem Verschlag, hinter einem Stapel Kisten, in einem Schrank, einem müffelnden Müllberg oder im Schatten lauern: Wir lauern und lauern und lauern.

Wir lauern so lange, bis uns entweder der Geduldsfaden reißt, die Puste ausgeht, oder aber der Feind unseren genialen Plan zunichtemacht, weil wir einen Pixel zu weit in sein Wahrnehmungsrevier vorgedrungen sind. Ups, 'tschuldigung! Letzter Spielstand ausgepackt - und alles von vorn.

Für ausgesprochene Hobbyschleicher machen solche Szenarien den Reiz des Genres erst aus, doch für die meisten Spieler sind sie ein Alptraum. Abwarten und untätig rumhocken, das will heute kaum noch jemand.

Stealth-Games sind Behelfsvehikel

Gestehen wir es uns also ruhig ein: Stealth-Games - das sind aus dem damaligen Action-Stillstand heraus geborene Behelfsvehikel, die nach rund 15 Jahren kurz davor sind, an der noch immer grassierenden Dummheit von KI-Protagonisten und der Notwendigkeit eines starren Regelwerks zu scheitern.

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Nicht umsonst wagen sich nur noch wenige Hersteller in dieses Genre vor, hat man Thief Garrett für zehn Jahre schlafen gelegt und bietet selbst ein Call of Duty: Ghosts - anders als sein Name vermuten lässt - ungefähr so viel Stealth-Anteil wie ein Kettensägen schwingender Amokläufer in einem Einkaufszentrum. Die meisten Spieler wollen heute im Action-Genre ebenso wenig auf der Lauer liegen, wie sie bei einem Rollenspiel Tabellen wälzen möchten. Sie wollen lieber dieser Amokläufer sein. Schnelle, vergleichsweise unkomplizierte Erfolge einstreichen.

Darum funktionieren inzwischen auch solche Stealth-Spiele am besten, die eigentlich gar keine mehr sind. Weil sie uns die Wahl lassen, ob wir schleichen oder metzeln. Oder sich nur als Schleichfahrt tarnen: So wie Ubisofts Assassin's-Creed-Serie, die den gedungenen Heimlichtuer zwar im Namen trägt, ihn aber kaum ausspielt. Besser passen würde hier Butcher's Creed oder Freeclimber's Creed, denn der kanadische Meuchler funktioniert immer dort am besten, wo er geradeheraus eine Klinge durchs feindliche Pixelhirn zieht, wie ein Eichhörnchen die Wände hochgeht oder einfach nur die Umgebung erforscht. Beim Schleichen dagegen ist er ungefähr so geschickt wie ein Elefant in einem Minenfeld: Ständig macht es bummm!

Dabei trifft Ubisofts Stealth-Sektierer daran die geringste Schuld: Er illustriert durch seine Missgeschicke beim Verstecken und Anpirschen lediglich, dass eine große, offene Spielwelt und Schleichgänge nicht füreinander bestimmt sind. Sobald die Stealth-Elemente einen gewissen Grad an Komplexität überschreiten, ist Schluss mit lustig. So betrachtet ist ein Zusammenschluss aus einzelnen, überschaubar großen Schleichvierteln wie in Dishonored oder Thief die beste Lösung des Problems.

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Garrett wird seine eigene Vergangenheit zum Verhängnis 
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s.katze 10. Mär 2014

Ja, wenn das Haus ein faraday'scher Käfig ist, dann ist natürlich Essig mit Empfang. Zum...

Der Held vom... 07. Mär 2014

Fang' um Gotteswillen an! Erwähne mich lobend in den Credits und schick' mir ein...

Mixer 07. Mär 2014

Ich dampfe mal kurz deinen Post ein, bitte nicht böse sein. Der Quest war wirklich...

ThommyWausE 07. Mär 2014

Dann kann man die Marke ja wunderbar neu anmelden! ;) Ok die Gefahr ist groß, dass der...



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