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Start von Twitter an der Wall Street im November 2013
Start von Twitter an der Wall Street im November 2013 (Bild: Andrew Burton/Getty Images)

Social Media: Bleib bescheiden, Twitter

Start von Twitter an der Wall Street im November 2013
Start von Twitter an der Wall Street im November 2013 (Bild: Andrew Burton/Getty Images)

Twitter wird nie so viele Nutzer haben wie Facebook. Das Management um Jack Dorsey sollte deshalb auch aufhören, krampfhaft den Erwartungen der Börse nachzulaufen - und sich auf die Stärken des Dienstes besinnen.
Von Peter Steinlechner

Faxgeräte sind eine ziemlich tolle Sache. Man kann sie bunt anmalen, man kann Nachrichten mit ihnen übermitteln und sich mit den Bürokollegen über die Technik unterhalten. Trotzdem gehe ich jede Wette ein: Faxgeräte werden nach allen aktuellen Ahnungen über den weiteren Verlauf der Menschheit nie wieder Grundlage für ein wirklich erfolgreiches Geschäftsmodell sein.

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Ich fürchte, das gilt auch für Twitter. Chefmanager Jack Dorsey kann sich noch so sehr abstrampeln, um die Wachstumserwartungen der Börsen zu erfüllen: Es gäbe nur eine Möglichkeit, Twitter zu einem rasanten Wachstum bei den Nutzerzahlen zu verhelfen. Und diese Möglichkeit wäre, aus Twitter ein zweites Facebook zu machen. Blöderweise gibt es schon ein erstes Facebook, und damit ist der Markt bis auf weiteres abgedeckt. Soziale Netzwerke sind aus vielerlei Gründen ein "The Winner Takes It All"-Geschäft. Leider!

Twitter ist von Grund auf nicht darauf ausgelegt, dass sich breite Konsumentenschichten dort wohlfühlen. Die Begrenzung auf 140 Zeichen ist da vermutlich eines der kleineren Probleme. Schwerer wiegt, dass man keine Profile mit langen Listen zum Beeindrucken des Schulhofs oder des Sportvereins anlegen kann. Dass es keine überzeugenden Gruppenfunktionen gibt, dass private Fotos und Videos im allgemeinen Rauschen untergehen, und dass Kommentare und ähnliches viel zu kompliziert und unübersichtlich sind.

Das alles könnte man natürlich ändern. Aber dann wäre Twitter nicht mehr Twitter, sondern Facebook. Und wie gesagt: Das gibt es schon.

Dorseys Aktionismus hilft nicht - im Gegenteil

Was mich als Nutzer derzeit wirklich ärgert: Mit seinem Aktionismus macht Dorsey die Lage gefühlt sogar noch schlimmer. Etwa mit Hinweisen darauf, die Zeichenbegrenzung von 140 auf 10.000 erhöhen zu wollen. Wenn das ernst gemeint ist, zeigt es meiner Meinung nach, dass bei Twitter so manches Maß verrutscht ist. Ich bin bestimmt nicht der einzige, den solche Pläne eher darüber nachdenken lassen, künftig meine Beiträge primär woanders zu posten.

Ich wünsche mir, dass endlich ein paar der grundlegenden Hausaufgaben erledigt werden. Dazu gehören eine Korrekturfunktion für veröffentlichte Tweets ebenso wie vernünftige Verbesserungen etwa bei der Suche und den Bild- und Videofunktionen.

Davon abgesehen darf Twitter gerne bleiben, was es ist: Ein unkomplizierter Dienst für kurze Mitteilungen. Und eine tolle Quelle, um Politikern, Programmieren oder Promis zu folgen. In dieser Nische wird der Dienst vermutlich nicht mehr zum Börsenstar, aber er überlebt garantiert länger als das Faxgerät.

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)


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alfa30 12. Feb 2016

Blos nicht! Ich nutze Twitter, WEIL es nicht nur Ferien Fotos und Katzenbilder hat. Infos...

jejo 11. Feb 2016

Ich glaube weder, dass Twitter auch nur ansatzweise das Alter des Faxdienstes...

eXXogene 11. Feb 2016

Was wohl logisch ist weil die Leute dem Börsengänger ihr Geld gegeben haben und daher...

Tropper 11. Feb 2016

Siehe Titel

Neogine 11. Feb 2016

Das könnte man zu Facebook auch mal sagen. Ist ja teilweise ein Graus wie unübersichtlich...



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