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'Homofürst Hitler' persönlich

"Trolle sind drollig und ihre Postings sind lustig"

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Auch ich habe schon über Trollposts gelacht. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle zuerst einen grundlegenden Irrtum ausräumen. Im Netz wird über Trolle oft behauptet, bereits in der Mythologie seien sie lustige kleine Kerle, die cleveren Schabernack treiben und damit die Menschen oft zur Weißglut bringen. Falsch, liebe Blogger: Das sind Kobolde. Trolle werden in den meisten Fällen als grobschlächtig und dumm beschrieben.

Sind unsere Trolle im Netz aber lustig? Hier eine typische Diskussion zwischen Trollen zu einem Artikel über Apple, ähm... Samsung? Oder ging es doch um Android?
Troll 1: "Schön zu sehen, dass deine Dressur noch funktioniert. Wieder einen Keks? Oder lieber ne Banane? *grins*"
Troll 2: "Eine Banane - aber die hole ich bei Dir persönlich ab. Aber das traust Du einarmiger Karusellbremser Dir ja nicht ... denn einem so richtig real gegenüberstehen, das könnte schon für ein paar Probleme mit der Kauleiste sorgen."
Troll 1: "Apropos Dressur: Hast Du Dein Faible für SadoMaso entdeckt oder was? Oder warum kommst aus Deinem Schwabbelhirn nur so eine Gülle? Und übrigens: Wenn hier einer sofort auf Schlagworte wie Android, Windows oder Microsoft anspringt, bist DU das doch wohl. Gut dressiert, finde ich."

Spätestens an diesem Punkt muss ich als Community Manager eingreifen. Denn unsere Regel lautet klar: Beleidigungen sind verboten. Flamewars, persönliche Streitgespräche und Unfug werden auf den Bolzplatz oder die Trollwiese verschoben, klare Beleidigungen und Diskriminierungen gelöscht. Nur so ist es anderen möglich, unter dem Artikel tatsächlich über das Thema zu diskutieren. Jeder verschobene oder gelöschte Troll erhält eine Begründung in einer privaten Nachricht (PN) :"Auch wenn Sie sich ärgern, ist das kein Grund zu beleidigen. Der Beitrag wurde gelöscht." Die Antwort kommt direkt: "Wo verdammt nochmal habe ich jemanden persönlich beleidigt? Tickt ihr eigentlich noch richtig?" Einsicht? Fehlanzeige.

Versuche ich langmütig, dennoch mit dem Troll zu reden, zeigt er mit dem Finger sofort in Richtung der anderen Diskussionsteilnehmer. Die sind nämlich viel schlimmer. Trolle sind nicht schuld daran, dass sie beleidigen, sondern die anderen. Sogar wir locken Trolle in die Falle: Erst werden Meldungen extra so geschrieben, dass sie sich darüber ärgern müssen, dann werden sie dafür abgemahnt. "Ich frage mich ob ich für die vorherrschende Spaltung innerhalb der Golem-Community verantwortlich zu machen bin oder ob man hier nicht bereits schon in der Redaktion und beim Abfassen der Texte einwirken sollte. Reißerische Überschriften sind nicht gerade dienlich."

Es ist manchmal erstaunlich, mit welcher Hartnäckigkeit Trolle um einen Platz in unserem Forum für Beiträge kämpfen wie: "Geh sterben, du dämlicher Fanboy!". Dafür werden alle Register gezogen. Greife ich als Community Manager in eine Diskussion ein, bin ich dumm ("Wenn man den Hauptschulabschluss nicht geschafft hat, muss man natürlich im Keller den Löschnazi spielen"), vom Konzern der gegnerischen Fanbase gekauft ("Was für ein Telefon haben Sie denn, Herr Prahl - wenn ich fragen darf, und wer hat es bezahlt?! Aber das ist ja jetzt klar"), und es herrscht bei uns eine "Zensur wie in China". Wenn gar nichts mehr geht, bin ich "Homofürst Hitler" persönlich.

Mit jedem Mittel wird versucht, die eigene Meinung durchzudrücken. Es wird keine Rücksicht darauf genommen, ob sich andere beleidigt oder diskriminiert fühlen. Was sich hinter dem lustigen Wort "Trollerei" verbirgt, ist ein Machtspiel, und Machtspiele sind grundsätzlich kein Spaß.

"Trollen ist eine Kunstform"

Zwei Dinge machen Kunst aus: die Schaffung eines menschlichen Kulturprodukts und Kreativität. Wie bereits beschrieben, ist das Bedürfnis zu Trollen sicherlich ein menschliches. Kulturell bringt uns das Erzwingen von Aufmerksamkeit allerdings keinen Schritt weiter. Die wichtigsten Trollwerkzeuge sind die Wiederholung und die Beleidigung. Darin kann man so einige Eigenschaften finden. Kreativität ist allerdings nicht dabei.

"Trolle sind ein wichtiges Phänomen des Internets"

Trolle im Netz sind keine Erfindung der letzten Monate. Der entsprechende Wikipedia-Artikel stammt aus dem Jahr 2003 und kam damit ziemlich spät. Denn bereits seit Mailboxzeiten, Usenet und BTX suchen Kommentatoren in der Trollerei ein Ventil. Die typischen Merkmale des Trolls haben sich seitdem nicht geändert. Der neue Trollhype kommt also verspätet: Phänomen war gestern, Gewöhnung ist heute.

Trolle gehören von Anfang an zum Internet, und das wird auch so bleiben, solange das Netz eine gewisse Anonymität bietet - also hoffentlich noch lange. Grund genug dafür, wissenschaftliche Abhandlungen über sie zu schreiben, Konferenzen über sie abzuhalten oder sie zu einer neuen Modebewegung heraufzubeschwören, ist das aber nicht. Trolle sind da, Trolle nerven, damit müssen wir uns abfinden. Community Manager müssen gelassen bleiben und Regeln aufstellen - und die auch durchsetzen. In den Diskussionen bleibt uns nur, Trollen nicht möglichst viel Aufmerksamkeit zu schenken, sondern gar keine - die einzige einigermaßen wirksame "Waffe".

IMHO ist der Kommentar von Golem.de. IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach).

 IMHO: Aus Jux und Trollerei
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OhgieWahn 23. Okt 2012

Naja, vieleicht nicht das Ende (ich wollte da nur was aufgreifen, die älteren werden sich...

Neuro-Chef 22. Okt 2012

Ein guter Satz mit wahrem Kern im allgemeinen, doch was soll ich damit?^^ Ich bin ein...

foobaer 22. Okt 2012

netter versuch, Troll. http://en.wikipedia.org/wiki/Troll_(Internet)

foobaer 22. Okt 2012

too long, did not read.

Guardian 22. Okt 2012

Du verstehst es wirklich nicht.


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