Zum Hauptinhalt Zur Navigation

IMEI: Innenministerkonferenz spricht über Handy-Sperrregister

Die Innenministerkonferenz soll im Juni über ein für die Betreiber verpflichtendes Smartphone -Sperrregister entscheiden. Bremens Innensenator sieht deren bisherige Untätigkeit darin begründet, dass die Netzbetreiber von den zunehmenden Diebstählen indirekt profitieren.
/ Achim Sawall
14 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Bild: Simon Hayter/Getty Images

Bremens Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) wird auf der Innenministerkonferenz am 11. Juni die Einführung eines Sperrregisters für Mobiltelefone vorschlagen. Das sagte Mäurer dem Weser Kurier(öffnet im neuen Fenster) . Geschaffen werden solle eine zentrale Datei mit den IMEI-Nummern der gestohlenen, geraubten oder verlorenen Geräte, die bei der Polizei angezeigt werden. Mäurer will die Netzbetreiber dann verpflichten, "Geräte mit ihnen bekannten IMEI-Nummern von der Kommunikation auszuschließen."

Die 15-stellige International Mobile Station Equipment Identity (IMEI) ist eine eindeutige Seriennummer, die als Diebstahlschutz gilt. Sie lässt sich aber per Software neu programmieren, ist also nicht "untrennbar mit dem Gerät verbunden" , wie der Weser Kurier schreibt.

Mäurer: "Die Provider müssten sich verpflichten, alle auf der Liste geführten Geräte nicht in ihre Netze zu lassen." Er wisse auch, dass die echten Profis unter den Tätern oder auch Banden, die im Ausland operierten, sich so nicht ausschalten ließen. "Aber die Masse der Täter würden wir damit treffen" , so der Innensenator.

Besonders dringlich sei das Thema, weil die Täter beim Handydiebstahl zunehmend Gewalt anwendeten. "Mehr als 30 Prozent der Raubtaten in Bremen haben inzwischen das Ziel Handy oder Smartphone." Der Anstieg dieser Art von Raubdelikten sei bundesweit feststellbar.

Dass die Netzbetreiber noch kein Diebstahlregister hätten, könnte aus Sicht Mäurers damit zusammenhängen, dass die Provider letztlich vom Diebstahl der Geräte profitierten. "Das fördert den Umsatz. So ist es nicht primäres Ziel des Verkäufers, diese Taten zu unterbinden."

Für die Hersteller und den Handel ist der Verlust von Mobiltelefonen ein lukrativer Markt. 14 Millionen Deutsche kennen das Gefühl, wenn das Mobiltelefon plötzlich verschwunden ist. Dies ergab eine Umfrage im Auftrag des IT-Verbands Bitkom im Juli 2012 . Danach hat rund jeder zehnte Deutsche (7,7 Millionen) ab 14 Jahren sein Handy schon einmal verloren. 3,5 Millionen wurde das Mobiltelefon gestohlen. Bei weiteren 2,8 Millionen Deutschen war das Gerät verschwunden, und sie wussten nicht, ob sie es verloren hatten oder es ihnen gestohlen wurde.

Große Smartphone-Hersteller haben im April 2014 eine freiwillige Vereinbarung unterzeichnet , nach der ein verbesserter Diebstahlschutz in alle Smartphones integriert wird, die ab Juli 2015 auf den Markt kommen. Doch diese Plattform gilt zunächst nur für die USA.

Der Besitzer soll bei einem Geräteverlust die Nutzerdaten aus der Ferne löschen können. Eine ebenfalls in Smartphone-Betriebssystemen vorhandene Funktion betrifft das Sperren des Geräts mit einem Kennwort oder einer PIN. Damit soll verhindert werden, dass der Dieb das Gerät benutzen oder weiterverkaufen kann. Falls es einem Dieb gelingt, eine PIN-Sperre zu umgehen, soll eine bislang weniger verbreitete Funktion implementiert werden: Eine erneute Reaktivierung des Smartphones wird blockiert und kann nur vom rechtmäßigen Besitzer erfolgen. Der Nutzer soll zudem in der Lage sein, das Löschen des Speichers rückgängig zu machen und alle Nutzerdaten wieder auf das Smartphone zurückzuspielen. Der Gerätehersteller soll dafür Backup-Lösungen bereitstellen.

Die Vereinbarung hatten Apple, Google und Microsoft unterzeichnet, die Smartphone-Betriebssysteme anbieten. Zusätzlich haben sich HTC, Huawei, Motorola, Nokia und Samsung zur Einhaltung der Vorgaben verpflichtet.


Relevante Themen