Im Weltall: Verbesserte Wundheilung für Astronauten im Praxistest
Ein Wundheilungskonzept, entwickelt vom Fraunhofer-Institut für Silicatforschung(öffnet im neuen Fenster) , Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin und dem Institut für Luft- und Kältetechnik, ist vom schwedischen Weltraumbahnhof in Kiruna in Richtung Weltraum gestartet. Geklärt werden soll die Frage, ob die empfindlichen, teils lebenden Komponenten die Belastungen eines Raketenstarts überhaupt überstehen.
Genutzt wurde das deutsch-schwedische Programm Rexus(öffnet im neuen Fenster) . Die Rexus-Rakete kann bis zu 40 kg Nutzlast in die Thermosphäre transportieren. Die Komponenten für Stellarheal, so der Name des Systems für Wundheilung im Weltall, befinden sich einem speziellen Transportmodul. Nach der Rückkehr erfolgt die Auswertung im Vergleich einer am Boden verbliebenen Probe.
Verletzungen im All schwer zu behandeln
Um eine offene Wunde im Weltraum zu behandeln, kommen neben lebenden Hautzellen auch Makrohagen, Zellen des Immunsystems, zum Einsatz, die aus Stammzellen hergestellt werden. Ein Kieselgelfaservlies dient als Trägermaterial und kann vollständig im Körper abgebaut werden.
Der hohe Aufwand ist nötig, weil die Schwerelosigkeit die Heilung verzögert, wodurch das Infektionsrisiko steigt. Gleichzeitig findet ohne spezielle Behandlung eine verstärkte Narbenbildung statt. Erschwerend kommt hinzu, dass die erhöhte Strahlung im Orbit das Immunsystem schwächt.
Haut- und Immunzellen sollen die Heilung beschleunigen. Das Vlies schirmt die verletzte Stelle gegen Strahlung ab. Das gekühlte Transportmodul hält die Zellen am Leben, bis sie zum Einsatz kommen.
Auch auf der Erde im Einsatz
Obwohl vor allem ein Einsatz in der Schwerelosigkeit untersucht wird, verspricht sich das Forschungsteam auch einen Nutzen am Erdboden. Durch die besondere Unterstützung des Heilungsprozesses könnten zukünftig auch chronische Wunden auf dieselbe Weise behandelt werden.
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