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Der immerwährende Ladevorgang von San Fidele

Auf dem Rückweg übernachteten wir in der Nähe des Comer Sees und wollten den Volvo vor der Fahrt nach Berlin vollladen. Ein Ladevorgang an einer 50-kW-Säule wurde von Duferco schon vor dem Start abgebrochen. "Fehlen von Zwischendaten von der EV-Ladesäule", hieß es in der App. An einem benachbarten 11-kW-Lader startete ich stattdessen einen Ladevorgang mit Plenitude, weil Duferco die Sitzung noch nicht beendet hatte.

Weil ich beim Umparken jedoch den Parkplatz einer anderen Säule teilweise mitbelegt hatte, stoppte ich diesen Vorgang kurz und parkte neu ein. Allerdings ließ sich der Ladevorgang von Plenitude nun ebenfalls nicht mehr beenden, so dass beide Apps plötzlich blockiert waren. Die EnBW-App zeigte die Ladestation zwar an, konnte jedoch keinen Ladevorgang starten.

Dufercos Hotline reagierte nicht

Da nach etlichen Minuten nichts passierte, blieb nichts anderes übrig, als eine Hotline anzurufen. Das erwies sich bei Duferco als völlig sinnlos, da der Anruf stets sofort abgebrochen wurde. Anders bei Plenitude. Im zweiten Versuch erreichte ich die englischsprachige Hotline, die den Ladevorgang beenden konnte. Auch beim Ladesäulenbetreiber Atlante war die Hotline zu erreichen. Doch die Mitarbeiterin konnte den immerwährenden Ladevorgang von Duferco nicht stoppen.

Um die App wieder nutzen zu können, schrieb ich daher an dem Freitagabend eine Mail an den Support. Das führte offensichtlich dazu, dass der Ladevorgang am Sonntagmittag nach knapp 40 Stunden beendet wurde. In dieser Zeit hätte ich die App nicht nutzen können, was aber kein Problem war, da wir bis dahin schon längst wieder in Berlin waren.

Strom für 555 Euro geladen

Die Strecke vom Comer See nach Berlin war mit knapp 1.000 km die längste Etappe. Dabei zeigte sich ein Vorteil des Ad-hoc-Ladens, denn mit 49 Cent war der Strom an einer Jet-Tankstelle mit Abstand am günstigsten. Auf der gesamten Testfahrt wurden etwa 3.600 km zurückgelegt und für 555 Euro Strom geladen. Der Verbrauch lag bei durchschnittlich 19,3 kWh pro 100 km, hinzu kommen Ladeverluste von etwa 10 Prozent, so dass 760 kWh bezahlt wurden.

Daraus ergeben sich Stromkosten von 15,50 Euro pro 100 km. Das ist nicht gerade wenig, dürfte angesichts der hohen Benzinpreise aber noch günstiger als beim Verbrennerpendant XC90 gewesen sein. Denn der Mildhybrid kann auf den vielen bergigen Strecken nur begrenzt rekuperieren.

Selbst nach der Rückkehr nach Berlin ging die Kommunikation mit Duferco noch weiter. Bei einem der Ladevorgänge reichte das autorisierte Kreditkartenlimit von 65 Euro nicht aus. Daher sollte ich meine Ladeschulden in Höhe 6,02 Euro doch bitte noch überweisen. Was ich nach 40 Stunden Bedenkzeit dann auch gemacht habe.

Ein weiterer Vorteil von Elektroautos ist die praktisch uneingeschränkte Möglichkeit der Vorklimatisierung.


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