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Umständliche Bedienung der Klimaanlage

Es gibt keine haptischen Tasten für Gebläse und Temperatur, wie sie inzwischen sogar der VW ID.Polo hat. Ein kleines Pop-up-Fenster wie bei Tesla gibt es ebenfalls nicht. Stattdessen öffnet sich eine Menüseite, die den ganzen Bildschirm ausfüllt. Die Gebläsestärke lässt sich nur über einen breiten Schieberegler verändern. Zudem lassen sich einzelne Auslassdüsen ein- und ausschalten.

Während der gesamten Fahrt waren wir mit der Klimasteuerung beschäftigt. Es war nur schwer möglich, bei den hohen Außentemperaturen die jeweils angenehme Gebläsestärke zu treffen. Zudem beklagten sich die Passagiere im Fond, dass die separat einschaltbare Kühlung nicht ausreichte. Zwar lässt sich die Klimaanlage auch per Sprachsteuerung bedienen, doch das ist wegen der häufig nötigen Befehle eine nervige Angelegenheit.

Verkehrszeichenerkennung sehr fehleranfällig

Ebenso nervig ist die Nutzung des intelligenten Geschwindigkeitsassistenten. Im Gegensatz zu anderen Herstellern gibt es beim EX90 keine Möglichkeit, ihn über einen einzelnen Tastendruck oder ein Bildschirmicon zu deaktivieren. Dazu müssen nach jedem Start die Schnelleinstellungen aufgerufen werden. Dort befindet sich unten das Feld Intell. Geschw.assistent, das deaktiviert werden muss.

Das erscheint wenig intuitiv, denn ein solcher Assistent dient eigentlich dazu, Tempolimits zu erkennen und die Geschwindigkeit des Fahrzeugs anzupassen. Doch diese Funktion ist separat im sogenannten Pilot Assist integriert und funktioniert auch dann, wenn der Geschwindigkeitsassistent deaktiviert ist.

Wobei funktionieren zu hoch gegriffen ist. Denn die dazu erforderliche Verkehrszeichenerkennung ist sehr fehleranfällig. Vor allem auf der Autostrada dei Fiori zwischen Genua und Ventimiglia hätte ein Zufallsgenerator wohl bessere Ergebnisse geliefert.

Es gab alle erdenklichen Arten von Fehlern. So wurden Tempolimits gar nicht erkannt – oder aber ihre Aufhebung. Auch wurden Einschränkungen bezüglich der Fahrspuren nicht berücksichtigt. Sehr häufig wurden die Tempobegrenzungen jedoch aufgehoben, obwohl es dazu keine Schilder gab.

Ständiges Nachjustieren der Geschwindigkeit

Der EX90 verzichtet wohlweislich auf eine automatische Übernahme von Höchstgeschwindigkeiten. Sie müssen mit einem Tastendruck auf dem linken Lenkradbedienfeld bestätigt werden. Die neue vorgeschlagene Begrenzung taucht recht klein im Fahrerdisplay auf. Doch selbst dabei gibt es kuriose Bugs. So wird bisweilen das richtige Limit erkannt, jedoch ein anderer Wert vorgeschlagen. Wird er irrtümlich übernommen, muss schnell per Hand nachkorrigiert werden.

Diese beiden Tasten waren auf der Autobahn praktisch im Dauerbetrieb. Denn der EX90 kann sich das zuletzt eingestellte Limit nicht merken. Wird der Pilot Assist mit dem Drücken des Fahrwahlhebels aktiviert, wird immer die aktuelle Geschwindigkeit übernommen. Das löst BMW mit dem sogenannten Symbiotic Drive inzwischen viel besser. Dabei führt ein kurzes Bremsen nicht dazu, den Tempomat zu deaktivieren.

Abgesehen von der Verkehrszeichenerkennung ist das Assistenzsystem auf längeren Fahrten durchaus eine Erleichterung. Durch das Betätigen des Blinkers wechselt der EX90 selbstständig die Spur, wenn es die Verkehrssituation erlaubt. Die Möglichkeit dazu wird durch kleine Pfeile im Display angezeigt. Die kapazitive Freihanderkennung funktioniert gut.

Bei manuellen Überholvorgängen hat uns jedoch gestört, dass der Blinkerhebel sehr oft nicht in die Ausgangsposition zurückgesprungen ist. Das ist nervig und sollte bei einem Auto dieser Preisklasse nicht passieren. Der EX90 hält sich aber selbstständig an die Vorgabe zur Bildung einer Rettungsgasse und beherrscht Stop-and-Go im Stau. Allerdings ist es schon nach einem Stillstand von wenigen Sekunden erforderlich, das Anfahren durch ein Betätigen des Fahrpedals zu bestätigen.


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