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Im Auftrag der DUH: Studie kritisiert Rügener Flüssiggasterminal

Während schon gebaut und genehmigt wird, erneuern Gegner des Rügener LNG-Terminals ihre Kritik an dem Projekt mit einer Studie.
/ Tobias Költzsch , dpa
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Protest in Berlin gegen den Bau des LNG-Terminals auf Rügen, Mai 2023 (Bild: Maja Hitij/Getty Images)
Protest in Berlin gegen den Bau des LNG-Terminals auf Rügen, Mai 2023 Bild: Maja Hitij/Getty Images

Experten des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) kritisieren das geplante Rügener Terminal für Flüssigerdgas (LNG) in einer aktuellen Analyse als überflüssig und klimaschädlich. "Es gibt weder energiewirtschaftliche noch industriepolitische Argumente für die Entwicklung des LNG-Projekts Mukran" , heißt es in der am 22. September 2023 im Auftrag der Deutschen Umwelthilfe (DUH) veröffentlichten DIW-Studie(öffnet im neuen Fenster) .

"Die Bundesregierung sollte den Ausbau der LNG-Infrastruktur stoppen und die verfügbaren Finanzmittel stattdessen für energiewende-kompatible Projekte verwenden" , wird Mitautor Christian von Hirschhausen in einer Mitteilung der DUH(öffnet im neuen Fenster) zitiert. Auch Mitautorin Claudia Kemfert äußerte sich bereits in der Vergangenheit ablehnend zu dem Projekt.

Die Autoren schreiben, durch die Stabilisierung der deutschen und europäischen Energiemärkte in diesem Jahr habe sich die Situation im Vergleich zum Vorjahr wesentlich verändert. Es habe im zurückliegenden Winter keine Gasmangellage gegeben und auch für den kommenden Winter sei eine solche nicht absehbar. Es lägen absehbar auch keine Netzengpässe vor. In Deutschland könnten in Ost-West-Richtung betriebene Leitungen bei Bedarf in umgekehrter Richtung genutzt werden.

Wasserstoffnutzung rein hypothetisch

Das Argument für den Ausbau, Mukran könne perspektivisch als Wasserstoff-Standort dienen, sei rein hypothetisch, da die LNG-Terminalschiffe dafür nicht geeignet seien und Anlagen für Wasserstoff oder seine Derivate erst neu genehmigt werden müssten, hieß es weiter.

Der Bund(öffnet im neuen Fenster) argumentiert hingegen unter anderem mit der günstigen Netzanbindung im vorpommerschen Lubmin, wo auch Nord Stream 1 und 2 anlanden und große Kapazitäten zur Weiterverteilung unter anderem in den Osten und in den Süden bereitstehen. Vorhandene Leitungen erlaubten nur bedingt einen Gastransport von West- nach Ostdeutschland. Die Infrastruktur im Norden und Westen des Landes sei ausgelastet. Daher brauche es Einspeisekapazitäten im Osten.

Das Bundeswirtschaftsministerium erklärte, ein ein kalter Winter könne wieder zu steigenden Gaspreisen und schlimmstenfalls einer Mangellage führen. Zudem müssten auch mögliche Störungsfälle miteinkalkuliert werden. Auch sei Deutschland im Fall eines Mangels rechtlich dazu verpflichtet, osteuropäische Länder mitzuversorgen, etwa wenn russische Lieferungen aus der Ukraine ausblieben.


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