Illegale Schusswaffen: 3D-Druckindustrie soll Verbreitung von Umrüstsätzen stoppen

Das US-Justizministerium hat sich an Hersteller von 3D-Druckern gewandt, um die Verbreitung von Bauteilen einzudämmen, mit denen sich Handfeuerwaffen zu vollautomatischen Waffen umbauen lassen, schrieb Associated Press (AP) in einem Bericht(öffnet im neuen Fenster) am 06. September 2024.
Demnach äußerte die stellvertretende US-Justizministerin Lisa Monaco, dass die wachsende Bedrohung durch entsprechende Umbausätze eine sofortige und anhaltende Aufmerksamkeit erfordert. Es müssten Wege gefunden werden, damit Kriminelle die Technologie gar nicht erst nutzen können, um die notwendigen Teile herzustellen.
Während eines Treffens von Bundespolizisten, Vertretern der 3D-Druckindustrie und der Wissenschaft sagte Monaco außerdem, dass die Strafverfolgungsbehörden dies nicht allein schaffen könnten. Sie wird mit den Worten zitiert: "Wir müssen Softwareentwickler, Technologieexperten und führende Köpfe der 3D-Druckindustrie einbeziehen, um Lösungen für diesen Kampf zu finden."
Steve Dettelbach, Direktor des Bureau of Alcohol, Tobacco, Firearms and Explosives (ATF), sagte zu dem Thema, dass sich Geräte, mit denen sich Schusswaffen in vollautomatische Waffen umwandeln ließen, aufgrund der Fortschritte im 3D-Druck wie ein Lauffeuer verbreitet hätten. Seine Behörde meldete zwischen 2017 und 2021 einen Anstieg der sichergestellten Umbausätze um 570 Prozent.
Trends erkennen und Informationen sammeln
Dettelbach erklärte, dass immer mehr solcher Umbauteile über das Internet und soziale Medien verkauft und immer mehr von kostengünstigen 3D-Druckern weltweit in Häusern und Garagen hergestellt würden.
Bei AP heißt es weiter, dass die zum Umbau nötigen Plastik- und Metallteile nach US-Bundesrecht als illegal gelten. Diese seien aber so klein, dass sie von den Strafverfolgungsbehörden kaum entdeckt würden.
Mit Umrüstsätzen ausgestattete Waffen wurden bereits bei mehreren Massenschießereien eingesetzt, unter anderem bei einer Party in Alabama(öffnet im neuen Fenster) , heißt es bei AP.
Monaco kündigte an, eine nationale Schulungsinitiative für Strafverfolgungsbehörden und Staatsanwälte sowie weitere Maßnahmen einzuführen, um gegen Geräte zum Umbau von Handfeuerwaffen vorzugehen. Ein Komitee solle dabei helfen, Trends zu erkennen und Informationen zu sammeln.
Im Februar 2024 wurde bei einer Razzia in Belgien ein Ehepaar festgenommen, das illegale, mit einem 3D-Drucker hergestellte Schusswaffen verkaufte.



