Zum Hauptinhalt Zur Navigation

Illegale Produktschlüssel: Windows-Key-Verkäuferin zu 22 Monaten Haft verurteilt

Eine Frau aus Florida kaufte und verkaufte mehrere Jahre lang Keys für Windows 10 und Microsoft Office und machte damit viel Umsatz.
/ Oliver Nickel
69 Kommentare News folgen (öffnet im neuen Fenster)
Windows 10 wird offiziell eigentlich nur von Microsoft verkauft. (Bild: Microsoft)
Windows 10 wird offiziell eigentlich nur von Microsoft verkauft. Bild: Microsoft

Die aus Florida stammende Unternehmerin Heidi Richards hat sich ihr Geld mit dem Verkaufen von diversen Microsoft-Lizenzschlüsseln verdient. Über die Firma Trinity Software Distribution konnten Kunden primär Keys für Windows 10 oder Microsoft 365 einkaufen. Sie wurde dafür allerdings verklagt und muss wohl für 22 Monate ins Gefängnis. Außerdem muss sie laut dem Urteil (PDF)(öffnet im neuen Fenster) von 2025 50.000 US-Dollar Strafe zahlen.

Eine der Anklagepunkte: Richards, die auch andere Nachnamen wie Hastings, Shaffer und Williams nutzte, soll im Zeitraum von 2017 bis 2023 diverse Certificate-of-Authenticity-Aufkleber (COA-Label) akquiriert und die darauf gedruckten CD-Keys in einer Excel-Tabelle abgespeichert haben. Kunden konnten diese Keys kaufen und sie für Windows 10 oder ein anderes Microsoft-Produkt einlösen.

CD-Keys wesentlich günstiger als bei Microsoft

Insgesamt fünf Millionen US-Dollar soll Richards über mehrere Jahre lang für COA-Labels ausgegeben haben. Allein im Juli 2018 soll Richards 500 Windows-10-Pro- und 300 Windows-10-Home-COA-Labels für 22.100 US-Dollar gekauft haben. Im Gerichtsdokument wird ein ganzer Verlauf von Transaktionen aufgelistet, durch die Richards an diverse Keys gekommen ist.

COA-Labels dienen eigentlich dazu, um die Echtheit von CD-Keys zu verifizieren. Sie werden normalerweise auf Produkte aufgeklebt und können etwa auch von Refurbished-Anbietern genutzt werden. Allerdings dürfen solche Labels und Keys laut Microsoft nicht einfach an Einzelkunden weiterverkauft werden, so das Gerichtsurteil.

Um das Jahr 2017 soll Richards bereits begonnen haben, COA-Labels von diversen Quellen innerhalb und außerhalb der USA einzukaufen. Die darauf gedruckten CD-Schlüssel wurden an Kunden für einen signifikant niedrigeren Preis im Vergleich zu den offiziellen Microsoft-Produktquellen verkauft.


Relevante Themen