Illegale Kopien: Deutsche Nutzer pfeifen weiter auf das Urheberrecht

Die Nutzung von Musik, Filmen und Serien aus illegalen Quellen ist weiter stark verbreitet. Viele Nutzer nervt, dass Inhalte in Deutschland erst spät verfügbar sind. Doch ist das beim Streaming wirklich noch so?

Artikel veröffentlicht am ,
Homepage von Kinox.to im Juli 2017
Homepage von Kinox.to im Juli 2017 (Bild: Kinox.to/Screenshot: Golem.de)

Jeweils mehr als die Hälfte der deutschen Onlinenutzer von Musik oder Bewegtbildinhalten gibt nichts für die Nutzung dieser Inhalte aus, nur etwa ein Viertel bezahlt für alles. Das ergab eine Studie zur Nutzung urheberrechtlich geschützter Inhalte im Internet durch deutsche Verbraucher des Max-Planck-Instituts für Innovation und Wettbewerb. Die übrigen nutzen einen Teil der Inhalte kostenfrei, während sie für andere bezahlen.

Für die Studie wurden von Mai bis Juli 2017 insgesamt 5.532 deutsche Verbraucher ab 12 Jahren zu ihrem Online-Nutzungsverhalten von urheberechtlich geschützter Musik, von Filmen, TV-Programmen und Serien, Computersoftware, E-Books, Videospielen sowie E-Paper-Ausgaben von Zeitungen und Zeitschriften befragt. "Die Gewichtung der Beobachtungen erlaubt eine repräsentative Projektion auf deutsche Verbraucher", erklären die Wissenschaftler.

Danach werden vor allem Musik, Filme sowie TV-Programme und Serien über das Internet konsumiert. Bei Musik spielen Streaming und Herunterladen eine große Rolle, Videos werden meist gestreamt. Musik wird öffentlich hauptsächlich über Filesharing weitergegeben.

Illegal, legal, scheißegal

Rund zehn Prozent nutzen diese Inhalte ihrer eigenen Einschätzung nach teilweise auch illegal. Fünf Prozent der Internutzer halten ihren gesamten Inhaltekonsum für illegal. Viele haben Unklarheiten darüber, welche Quellen und Kopien legal oder illegal sind. Nutzer, die ihr Verhalten zumindest teilweise für illegal halten, sind jünger und zu einem höheren Anteil männlich. Mögliche rechtliche Sanktionen spielen eine untergeordnete Rolle.

Die Gründe für die Nutzung von illegalen Kopien sind Kostenfreiheit, Bequemlichkeit und Schnelligkeit. Wenn legale Dienste billiger, flexibler und besser wären, würde ein Teil von illegaler Nutzung Abstand nehmen. Dazu kommt, dass laut Studie gewisse gewünschte Inhalte überhaupt nicht legal bereitgestellt werden.

Mit einfacheren, flexibleren und bequemeren Lösungen der Anbieter seien laut der Studie Urheberrechtsverletzungen einzudämmen. Insbesondere sollten Inhalte, die in anderen Ländern bereits genutzt werden können, auch in Deutschland schnell verfügbar gemacht werden. Die Zahlungsbereitschaft dazu sei vorhanden.

Doch durch Streaming hat sich auch die Verfügbarkeit der Inhalte geändert. Amazon Video bietet verstärkt ganze Staffeln von beliebten aktuellen US-Serien wie Game Of Thrones für 20 Euro an. Bei Netflix laufen Serien wie Star Trek Discovery.

Drei von zehn deutschen Internetnutzern (29 Prozent) streamen Spielfilme und Serien über kostenpflichtige Plattformen wie Amazon Prime Video, Apple iTunes, Google Play, Maxdome, Netflix oder Sky Online. Das ergab eine Befragung von Bitkom Research vom Juni 2017. Im Vorjahr waren es erst 25 Prozent.

Bitte aktivieren Sie Javascript.
Oder nutzen Sie das Golem-pur-Angebot
und lesen Golem.de
  • ohne Werbung
  • mit ausgeschaltetem Javascript
  • mit RSS-Volltext-Feed


neocron 31. Jan 2018

Richtig, hat sie ... das ist allerdings ihre eigene Entscheidung dabei zu verlieren...

SJ 31. Jan 2018

Eine kleine Gesetzesänderung und schon ist es rechtens wenn man das tut... in der...

My1 31. Jan 2018

'-> this. ich kann dir gar nicht mehr zustimmen. man bezahlt verdammt viel kohle für den...

Clown 30. Jan 2018

Und passend dazu der reiche Dagobert Duck: "Moral ist die Maske der Minderbegabten"



Aktuell auf der Startseite von Golem.de
Updates für GPT-3 und GPT-4
GPT im Geschwindigkeitsrausch

OpenAIs Updates für GPT-4 und GPT-3 machen die Modelle zuverlässiger, vor allem aber anpassungsfähiger. Die Änderungen und neuen Features im Detail.
Von Fabian Deitelhoff

Updates für GPT-3 und GPT-4: GPT im Geschwindigkeitsrausch
Artikel
  1. Candy Crushed: Royal Match wird profitabelstes Mobile Game
    Candy Crushed
    Royal Match wird profitabelstes Mobile Game

    Die langanhaltende Dominanz von Candy Crush Saga ist vorbei. Das meiste Geld verdient jetzt ein Start-up aus Istanbul mit einem Puzzlespiel.

  2. Datenschutz: ChatGPT-Exploit findet E-Mail-Adressen von Times-Reportern
    Datenschutz
    ChatGPT-Exploit findet E-Mail-Adressen von Times-Reportern

    Eigentlich sollte der Chatbot auf diese Anfrage gar nicht antworten. Tut er es dennoch, lauern womöglich noch viel brisantere Informationen.

  3. Donald E. Knuth: 30 Jahre Weihnachtsvorlesungen frei verfügbar
    Donald E. Knuth
    30 Jahre Weihnachtsvorlesungen frei verfügbar

    Ein bisschen theoretische Informatik, Algorithmen oder Mathematik zu Weihnachten? Wer das mag, kann nun sogar alle Vorlesungen hintereinander ansehen.

Du willst dich mit Golem.de beruflich verändern oder weiterbilden?
Zum Stellenmarkt
Zur Akademie
Zum Coaching
  • Schnäppchen, Rabatte und Top-Angebote
    Die besten Deals des Tages
    • Daily Deals • TeamGroup Cardea Graphene A440 2 TB mit zwei Kühlkörpern 112,89€ • Logitech G915 TKL LIGHTSYNC RGB 125,11€ • AVM FRITZ!Repeater 3000 AX 129€ • Philips Ambilight 77OLED808 2.599€ • MindStar: Patriot Viper VENOM 64 GB DDR5-6000 159€, XFX RX 7900 XT Speedster MERC 310 Black 789€ [Werbung]
    •  /