Illegale Inhalte: Kein Pornhub mehr mit Visa und Mastercard

Die Kreditkartenanbieter stellen Zahlungen an Pornhub ein, da auf der Plattform zu viele illegale Inhalte angeboten würden.

Artikel veröffentlicht am ,
Visa und Mastercard haben Pornhub unter die Lupe genommen.
Visa und Mastercard haben Pornhub unter die Lupe genommen. (Bild: Marco Verch Professional Photographer/CC-BY 2.0)

Die beiden Kreditkartenfirmen Visa und Mastercard kündigten am Donnerstag, den 10. Dezember an, ihre Zusammenarbeit mit der Plattform Pornhub einzustellen und zukünftig keine Zahlungen mehr an diese abzuwickeln. Die Kreditkartenfirmen begründen dies mit rechtswidrigen Inhalten wie Kindesmissbrauch, non-consensual Porn oder Rachepornos auf der Pornoplattform. Pornhub selbst widerspricht den Vorwürfen.

Vorausgegangen war eine Kolumne in der New York Times, die Pornhub einen laxen Umgang mit illegalen Inhalten vorwarf. Auf der Plattform gebe es massig illegale Inhalte wie Rachepornos, Aufnahmen, die veröffentlicht werden, um ehemaligen Partnern zu schaden, oder non-consensual Porn, also Aufnahmen, die ohne die Zustimmung der Betroffenen erstellt oder veröffentlicht werden. Darunter auch Videos von Minderjährigen. So verdiene Pornhub letztlich an dem Leid der Opfer. Die Kolumne fordert Mastercard und Visa explizit auf, ihre Geschäftsbeziehungen mit Pornhub einzustellen. Daraufhin kündigten die Kreditkartenfirmen eine Untersuchung der Vorwürfe an.

"Unsere Untersuchung in den letzten Tagen hat Verstöße gegen unsere Standards bestätigt, die ungesetzliche Inhalte auf ihrer Seite verbieten", sagte Mastercard dem Magazin Bloomberg. "Wir haben die Finanzinstitute, die die Seite mit unserem Netzwerk verbinden, angewiesen, den Vertrag zu beenden."

Bei Visa sind die Untersuchungen zwar noch nicht abgeschlossen, allerdings werde die Zahlungsabwicklung angesichts der Vorwürfe während der laufenden Ermittlungen eingestellt, schrieb Visa auf Twitter. "Wir weisen die Finanzinstitute, die Mindgeek [Pornhubs Mutterfima] bedienen, an, die Verarbeitung von Zahlungen über das Visa-Netzwerk auszusetzen."

Pornhub hebt Sicherheitsstandards an und ist enttäuscht

"Diese Aktionen sind außerordentlich enttäuschend, da sie nur zwei Tage, nachdem Pornhub die weitreichendsten Sicherheitsmaßnahmen in der Geschichte der nutzergenerierten Plattform eingeführt hat, kommen", sagte Pornhub in einer Erklärung.

Ungeprüfte Nutzer würden seitdem vom Hochladen von Inhalten ausgeschlossen. Eine solche Richtlinie habe keine andere Plattform eingeführt - "einschließlich Facebook, das in den letzten drei Jahren 84 Millionen Fälle von Material über sexuellen Kindesmissbrauch gemeldet hat. Im Vergleich dazu meldete die Internet Watch Foundation 118 Vorfälle auf Pornhub in den letzten drei Jahren", betont Pornhub.

In der Kolumne in der New York Times wurden diese Zahlen ebenfalls genannt, allerdings als Indiz dafür gewertet, dass bei Pornhub laxe Kontrollen herrschten, weil die Zahlen so unrealistisch niedrig seien. Die Prüfung der Accounts dürfte jedoch das Hochladen von Rachepornos, die teils nach einer Löschanfrage kurze Zeit später mit einem neuen Konto hochgeladen wurden, deutlich erschweren.

Neben Pornhub schadet der Rückzug der beiden Kreditkartenfirmen jedoch vor allem den Models, die Bezahlinhalte auf der Plattform anbieten. Ein Großteil der Inhalte auf der Plattform sind jedoch werbefinanziert. Das dürfte insbesondere für die illegalen Angebote zutreffen, an denen Pornhub durch Werbung und nicht durch Mastercard oder Visa verdienen dürfte.

Nachtrag vom 14. Dezember 2020, 16:45 Uhr

Pornhub hat nun auch alle Videos entfernt, die nicht von verifizierten Konten hochgeladen wurden. Das Unternehmen hat mit der Maßnahme einen Großteil der Videos auf der Plattform gelöscht: Waren vor der Bereinigung am Sonntagabend 13,5 Millionen Videos auf Pornhub zu finden, sank die Zahl zwischenzeitlich auf 7,2 Millionen, dann auf 4,7 Millionen und zuletzt auf 2,9 Millionen Videos.

"Als Teil unserer Politik, nicht verifizierte Uploader zu verbieten, haben wir nun auch alle zuvor hochgeladenen Inhalte gesperrt, die nicht von Content-Partnern oder Mitgliedern des Model-Programms erstellt wurden", heißt es in einer Mitteilung von Pornhub. Das bedeute, dass jeder Inhalt von verifizierten Uploadern stamme - eine Anforderung die es auf anderen Plattformen nicht gebe.

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Kein Kostverächter 16. Dez 2020

Das war hier früher nicht anders. Es begann in den 90ern, das Themen wie Kindesmissbrauch...

elknipso 13. Dez 2020

Natürlich war das Visa und Mastercard vollkommen egal solange die Kohle fließt. Aber als...

quineloe 12. Dez 2020

Wenn jemand sich verifizieren lässt um CSAM auf Pornhub hochzuladen, dann soll er das mal...

divStar 11. Dez 2020

Kommt bald. Dann darf man nur noch vom Staat abgesegnet Kryptowährungen kaufen (siehe E...



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