Illegale E-Bikes: Wenn die Polizei das Pedelec kassiert

Mit 50 km/h auf dem selbst gebauten Damenrad - immer öfter sind E-Bikes illegal auf deutschen Straßen unterwegs. Die Berliner Polizei beantwortet Fragen zur Kontrolle und Rechtslage.

Ein Interview von Martin Wolf veröffentlicht am
Für Fahrräder gelten keine Geschwindigkeitsbegrenzungen - für die Unterstützung bei Pedelecs aber schon.
Für Fahrräder gelten keine Geschwindigkeitsbegrenzungen - für die Unterstützung bei Pedelecs aber schon. (Bild: Pixabay/Montage: Golem.de)

Zu schnell unterwegs, zu starke Motorisierung - bei einigen Pedelecs nehmen Hersteller es mit den deutschen Gesetzen nicht ganz so genau. Das ist spätestens dann ärgerlich, wenn man sich ohne eigenes Zutun plötzlich strafbar macht.

Nach unserem Test des Vanmoof-Pedelecs machte uns ein Leser darauf aufmerksam, dass die Polizei Berlin E-Bikes aus dem Verkehr zieht, die mit dem in Deutschland nicht erlaubten Modus für eine erhöhte Geschwindigkeit von 30 km/h ausgestattet sind. Das war Anlass für uns, Fragen aus der Leserschaft zu diesem Thema zu sammeln und ein Interview mit Kay Biewald von der Berliner Fahrradstaffel zu führen.

Biewald ist mit 40 Kolleginnen und Kollegen seit Sommer 2014 auf den Straßen der Hauptstadt präsent. Die Fahrradstaffel wurde als Pilotprojekt in Kooperation mit dem Unfallforscher Siegfried Brockmann gestartet und nach einem erfolgreichen ersten Jahr etabliert und personell aufgestockt. Sie kümmert sich nicht nur um Radfahrer, sondern ist für alle am Verkehr Teilnehmenden Ansprechpartner.

Ein verstärktes Problembewusstsein für Pedelecs gibt es bei der Berliner Polizei laut Kay Biewald schon seit einigen Jahren - besonders, da auch einige gefährliche Selbstbauten unterwegs sind.

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Golem.de: Sie ziehen Pedelecs aus dem Berliner Stadtverkehr, die mit dem in Deutschland nicht erlaubten Modus für eine erhöhte Geschwindigkeit von 30 km/h ausgestattet oder manipuliert sind. Wie viele dieser Fälle betreffen Marken, die Sie kennen?

Kay Biewald: Wir kennen nahezu alle, höchstens bei Eigenbauten begeben wir uns auf unbekanntes Terrain - es sind einige Bastler unterwegs und es gibt in Berlin auch eine Chopperszene. Des Weiteren existieren von deutschen Herstellern Nachrüstsätze, die dank Gashebel und der Funktion der Motorfortbewegung betriebserlaubnispflichtig sind. Die meisten Verkäufer weisen aber auf die Rechtslage hin.

Ich finde es problematisch, wenn man sich damit nicht auskennt und dann einfach irgendwas anbaut. Wir haben beispielsweise ein halbdefektes Lastenrad mit nachgerüstetem Mittelmotor angehalten, das fuhr von allein mit Gasgriff 30 km/h. Der Fahrer war damit mit seinen zwei Kindern unterwegs. Ein anderer Fall war ein DDR-Klapprad mit geschweißtem Rahmen und 1-kW-Motor in der Frontnabe - viele Leute sind da meiner Meinung nach zu naiv, man sollte Eigenbauten grundsätzlich bei einem zugelassenen Fahrradhändler checken lassen.

Golem.de: Stoßen Sie häufig auf getunte Pedelecs?

Biewald: Der Markt boomt noch immer! Die fallen oft durch die überschnelle Fahrweise auf. Wir hatten im vergangenen Jahr jemanden mit einem alten Pedelec-Damenrad, der neben dem Streifenwagen 50 km/h fuhr. Nach einem erfolglosen Fluchtversuch leugnete er das Tuning. Das Fahrzeug wurde beschlagnahmt und durch einen Sachverständigen für den Fahrzeugverkehr untersucht und der konnte den unzulässigen Eingriff nachweisen. Im Zweifelsfall kommt das Rad auf einen Rollprüfstand. Auch die Motorsoftware kann vom Gutachter ausgelesen werden.

Golem.de: Was bedeutet das für Pedelec-Umbausätze? Werden die jetzt auch alle aus dem Verkehr gezogen, da nicht "eindeutig klassifizierbar"?

Biewald: Die Umbausätze sind eindeutig klassifizierbar.

Golem.de: Wie finden Sie heraus, ob ein Rad vermutlich illegal unterwegs ist?

Biewald: Wir fahren einfach mit - wenn wir selbst mit 25 km/h unterwegs sind und dann tiefenentspannt von einem E-Biker überholt werden, dann könnte der Verdacht der Manipulation bestehen.

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E-Bikes: Worauf die Polizei bei Vanmoof und Cowboy achtet 
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Ykandor 06. Nov 2020

Konnte weder Ironie noch Sinn erkennen.. Und jetzt?

Avarion 06. Nov 2020

man darf aber nicht übersehen das die Behörden bei Wiederholungstätern trotz der...

prj4sa 06. Nov 2020

Irgendwie wiederholt sich alles im Leben. Kann mich noch gut daran erinnern, als wir vor...

nille02 05. Nov 2020

Das sollte hoffentlich selbstverständlich sein.

Drumma_XXL 05. Nov 2020

Simmer mal ehrlich, für solche Fälle gibts eine Beschwerdestelle und die Möglichkeit...


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