IKEv1-Altlast: Abgekündigtes Protokoll öffnet Ransomware-Banden das Firmen-VPN
Am 8. Juni 2026 hat Check Point eine kritische Schwachstelle in seinem Remote-Access-VPN offengelegt, geführt als CVE-2026-50751. Sie trägt einen CVSS-Wert von 9,3. Der CVSS ist das gängige Bewertungssystem für Schwachstellen auf einer Skala bis 10. Über die Lücke bauen Angreifer eine vollständige VPN-Sitzung auf, ohne gültige Zugangsdaten vorzuweisen. Betroffen sind das Remote-Access-VPN, der Mobile Access und die Spark-Firewalls des Herstellers. Die US-Behörde Cisa nahm den Fehler noch am selben Tag in ihren Katalog der aktiv ausgenutzten Schwachstellen auf, mindestens ein Angriff lässt sich einem Ransomware-Akteur aus dem Umfeld der Gruppe Qilin zuordnen.
Die schlichte Bewertung verdeckt das eigentlich Bemerkenswerte: Die Lücke sitzt nicht in einer neuen Funktion, sondern im IKEv1-Pfad, einem Protokoll zum Aushandeln verschlüsselter Verbindungen, das seit Jahren als überholt gilt. Eigentlich sollte längst sein Nachfolger IKEv2 die Arbeit übernehmen. Dass der alte Weg auf vielen Geräten weiter offensteht, ist kein Zufall, sondern eine Entscheidung für Abwärtskompatibilität, die sich nun rächt. Wir zeigen, was die Lücke ermöglicht, warum ein totgesagtes Protokoll noch läuft, und was Admins jetzt abschalten sollten.