Ignition: Nasa zündet eine Bombe zur Selbstdemontage der US-Raumfahrt
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Die Nasa hat in einer überraschend angekündigten Veranstaltung(öffnet im neuen Fenster) unter dem Motto "Ignition" (dt. Zündung) die weiteren Raumfahrtpläne der Trump-Regierung vorgestellt, die wegen des zusammengestrichenen Budgets geändert werden mussten. Ein kurzer Video-Trailer des Nasa-Administrators Jared Isaacman beschrieb ein nach Trumps Vorgaben nationalistisch ausgerichtetes Programm zur Sicherung der Überlegenheit der USA im Weltraum und auf dem Mond.
Das soll alles geschehen, indem Blockaden und der Status quo verworfen werden. Der Trailer endete mit den Worten: "Time to start believing again" ("Es wird Zeit, wieder an etwas zu glauben"). Anschließend zeigte die Kamera des Livestreams ein fast durchweg gelangweiltes Publikum, das zur Begrüßung pflichtbewusst und teils absichtlich laut direkt vor dem Saalmikrofon applaudierte.
Konkrete Pläne wurden kaum vorgestellt. Insbesondere die Raumforschung, die eine zweite Vortragsreihe(öffnet im neuen Fenster) bekam, besteht fast durchweg aus älteren Projekten, die fortgeführt werden. Fast alle Vorträge endeten damit, dass es eine RFI gebe (Request for Information – Bitte um Informationen), mit der die Wirtschaft Vorschläge machen solle. Die Nasa ist also großteils im Wortsinne planlos.
Die ISS ist für die Nasa nicht mehr finanzierbar
Bei der Umsetzung des nationalistisch ausgerichteten Raumfahrtprogramms sollen der Trump-Administration internationale "Partner" behilflich sein, was – wie in der restlichen Außenpolitik – auf eine einseitige Ausnutzung hinauslaufen dürfte. Schon vor Trump waren internationale Partner in der Nasa-Berichterstattung nicht ansatzweise proportional zu den wissenschaftlichen und finanziellen Beiträgen bei Missionen wie der ISS, Artemis und der Weltraumforschung vertreten.
Zum restlichen Nasa-Programm lässt sich sagen, dass keine neuen Missionen mit nennenswertem Forschungsanteil finanziert werden. Das Nasa-Budget für menschliche Raumfahrt ist bis 2028, abgesehen von zwei oder drei Artemis-Missionen, gänzlich unzureichend für die bisherigen Pläne.
Einer der Vortragenden machte deutlich niedergeschlagen klar, dass der weitere Betrieb der ISS mit dem Nasa-Budget nicht mehr finanzierbar sei. Er soll nun durch den Verkauf von Missionen, inklusive des Postens des Missionskommandanten, und anderen Geschäften finanziert werden.
Dabei ist unerheblich, dass Isaacman während der Pressekonferenz(öffnet im neuen Fenster) mehrfach betonte, es gebe kein Budgetproblem und es gehe nur um die Schwerpunktsetzung.
Die Fakten widersprechen ihm. Denn gleichzeitig wird die Finanzierung zusätzlicher privater Raumstationen mangels tragfähiger Geschäftsmodelle gestrichen.
Allenfalls sollen weitere Module zur ISS hinzugefügt und später vielleicht als eigene Raumstation abgetrennt werden, aber das sind nur Hoffnungen. Auch die geplante Raumstation im Mondorbit, der Lunar Gateway, wird aus allen aktuellen Plänen gestrichen, offiziell wird der Gateway "pausiert und die Mittel umgewidmet" .
Die Raumstation sollte nach Plänen aus der ersten Trump-Administration im Jahr 2019 neben einigen US-Modulen hauptsächlich von "Partnern" aus Europa, Kanada und Japan gebaut und versorgt werden. Diese "Partner" wurden laut Isaacman nur wenige Stunden (!) vor der Präsentation der Pläne benachrichtigt.
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