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Budgetmangel und Fantasielosigkeit ohne Anspruch auf Wissenschaft

Es braucht keinen nennenswerten Einsatz von Fantasie, um auch mit einfachen Instrumenten eine bessere Mission als Skyfall für den Test eines Reaktors zu finden, die im Erfolgsfall einen nennenswerten Beitrag zur Forschung leisten kann. Denn die Nutzung von Kernkraft ist nur im äußeren Sonnensystem unverzichtbar und dorthin sollte so eine Demonstrationsmission fliegen, die sich aktuell nur auf wenige Monate Flugzeit beschränkt.

Wie einst Voyager 2 könnte die Mission mit dem Antriebsmodul und dem Kernreaktor zu Uranus oder Neptun fliegen, um Bilder und andere Daten zu liefern, die ohne die Röhrentechnik von Voyager sehr viel besser sein werden. Von dort aus könnte die Mission mithilfe der reichlich vorhandenen Leistung des Kernreaktors entweder in einen Orbit einschwenken oder, wie die Pluto-Mission New Horizons, einen einfachen Vorbeiflug durchführen und anschließend das äußere Sonnensystem und die Heliopause des Sonnensystems in Rekordgeschwindigkeit durchqueren.

Stattdessen sollen drei winzige Mars-Helikopter mit leistungsschwachen Bodenradaren ein paar Daten liefern und Bilder von möglichen Landestellen für Marsmissionen, die im Nasa-Budget ohnehin keinen Platz mehr haben.

Amerikanische Raumfahrt wirkt wie die russische nach 1991

Immerhin sollen Bau und Start der seit Langem in Entwicklung befindlichen Mission Dragonfly, ein Helikopter für den Saturnmond Titan, weiterhin finanziert werden. Das gilt 2028 auch für den Start des inzwischen zehn Jahre verspäteten europäischen Marsrovers Rosalind Franklin, der ursprünglich in Kooperation mit Russland abgesetzt werden sollte. Aber das kann sich, in Anbetracht des Umgangs der US-Administration mit internationalen Partnern allgemein, und Europa im Besonderen, in den nächsten zwei Jahren noch mehrfach ändern.

Der Status der Nasa ist nun nahezu vergleichbar mit Russland nach dem Zerfall der Sowjetunion. Das Raumfahrtprogramm lebt nur noch von der Substanz. Großen Versprechen fehlen sowohl die konkrete Umsetzung als auch das Budget. Derweil leistet sich der ohnehin hoch verschuldete Staat einen Krieg, der auch ein wenig der US-Bevölkerung schadet, aber vor allem den gesamten Rest der Welt und rund eine Milliarde US-Dollar pro Tag kostet.

Die Situation der US-Raumfahrt wurde bereits im Jahr 1970 einmal perfekt zusammengefasst, in einem musikalischen Gedicht von Gil Scott-Heron(öffnet im neuen Fenster) namens Whitey on the Moon.

Darin beklagt er, dass weiße Männer auf dem Mond herumspazieren, während Miete und Lebensmittel immer teurer werden und er nicht weiß, wie er die Arztrechnungen für seine Schwester bezahlen soll. 56 Jahre später hat sich an dieser Situation in den USA nichts geändert, nur dass gerade niemand auf dem Mond ist. Whitey on the Moon findet sich auf Scott-Herons Albums The Revolution Begins.

IMHO ist der Kommentar von Golem [IMHO = In My Humble Opinion (Meiner bescheidenen Meinung nach)]


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