Die überteuerte SLS-Schwerlastrakete wird weiter gebaut
SLS und Orion werden hingegen weiterhin gebaut, was Boeing als Hauptauftragnehmer freuen wird. Die Entwicklung der Exploration Upper Stage mit vier RL-10-Wasserstofftriebwerken wird indes eingestellt.
Stattdessen wird die aktuell verwendete unterdimensionierte ICPS (Interim Cryogenic Propulsion Stage), eine für die Delta-IV-Rakete entwickelte Oberstufe mit einem RL-10-Triebwerk, durch die etwas weniger unterdimensionierte Centaur-V-Oberstufe der Vulcan-Rakete mit zwei RL-10-Triebwerken ersetzt. Das wird wiederum deren Hersteller ULA freuen.
Die Centaur V ist die günstigste Möglichkeit, die Leistung der gänzlich überteuerten SLS-Rakete zumindest ein wenig besser auszunutzen. Die Nutzlast dürfte von 70 auf rund 100 t steigen, aber nicht die einst angestrebten 130 t erreichen. Derweil soll es Pläne geben, die seit Jahren überfällige Entwicklung der Mondlander von SpaceX und Blue Origin zu beschleunigen und eine Landung noch während Trumps Amtszeit zu ermöglichen.
Es gab keine konkreten Aussagen, wie diese Beschleunigung erreicht werden soll. 33 Monate erscheinen in Anbetracht ungetesteter und zumeist gänzlich fehlender Hardware zu knapp, um das mit der dafür gebotenen Sicherheit zu erreichen.
Die Apollo-Mondlander wurden 18 Monate vor der Landung einem ersten Funktionstest ohne Crew im Erdorbit mit der Mission Apollo 5 unterzogen. Der gleiche Test wurde mit Crew in Apollo 9 vier Monate vor der Landung wiederholt und zwei Monate vor der Landung nochmals mit Apollo 10 als Generalprobe im Mondorbit.
Die neuen Mondrover sind langsamer als die alten
Ansonsten bestanden die Ankündigungen aus der Fortführung des Clips-Programms kommerzieller Mondlandungen und einer so eilig zusammengestellten Powerpoint-Präsentation zum Aufbau einer Mondstation, dass der Vortragende selbst nicht einmal wusste, wie viele Mondlandungen vorgeblich geplant sind. Das Publikum solle es doch selbst zusammen zählen.
Dabei war vom Publikum während aller Vorträge nicht mehr als ein gelegentliches Husten zu hören. Es war keine Begeisterung zu sehen, den verhaltenen Applaus gab es nach der Begrüßung nur zur höflichen Verabschiedung der Vortragenden.
Vorgestellt wurde eine kleine Mission, die mit Raketentriebwerken mehrere Hopser auf dem Mond durchführen soll. Hinzu kommt ein 500 kg schwerer Mondrover für Astronauten mit einer Höchstgeschwindigkeit von 10 km/h, der aber auch autonom fahren können soll. Die Astronauten von Apollo 17 erreichten 1972 eine Höchstgeschwindigkeit von 18 km/h mit einem ähnlich schweren und von Zink-Silberoxid-Einwegbatterien angetriebenen Rover.
Ein in Japan in Entwicklung befindlicher 15 t schwerer Rover mit Druckkapseln und Luftschleusen für die Astronauten soll sich zwar nur mit 4 km/h bewegen, erlaubt dafür aber längere Expeditionen von der Landestelle ohne Druckanzug.
Aber ob die japanische Raumfahrtagentur Jaxa ihre Dienste in Anbetracht der Mafia-Methoden und allgemeinen Unzuverlässigkeit der US-Regierung weiter Artemis und nicht vielleicht (schon aus diplomatischen Gründen) dem weiter entwickelten chinesischen Mondprogramm zur Verfügung stellt, ist zumindest fraglich.
Der Umgang der Nasa mit ihren Partnern beim Lunar Gateway dürfte dabei wohl wegweisend sein.
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