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IfW-Studie zu China: Verhandlungen besser als Strafzölle auf Elektroautos

Vor allem der chinesische Elektroautohersteller BYD soll stark von Subventionen profitiert haben. Dennoch empfiehlt das IfW Kiel keine neuen Importzölle.
/ Matthias Wellendorf
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BYDs warten auf ihre Verschiffung aus dem Hafen von Yantai. (Bild: STR / AFP via Getty Images)
BYDs warten auf ihre Verschiffung aus dem Hafen von Yantai. Bild: STR / AFP via Getty Images

China steht im Ruf, seine Wirtschaft mithilfe umfassender Subventionen voranzubringen, das gilt insbesondere für die Entwicklung von Schlüsseltechnologien. Eine Studie des Instituts für Weltwirtschaft (IfW)(öffnet im neuen Fenster) gibt nun einen Einblick in den Umfang staatlicher Subventionen, von denen aktuell vor allem Unternehmen im Bereich der sogenannten grünen Technologien profitieren.

Dabei legt die Studie nahe, dass die Mittel gezielt eingesetzt werden, um im jeweiligen Bereich eine internationale Führungsrolle zu erreichen, wie dies bereits bei Photovoltaikanlagen und Batteriezellen gelungen sei. Derzeit gilt den Ausführungen zufolge Elektrofahrzeugen ein besonderes Augenmerk, wovon in besonderem Maße der Hersteller BYD profitiert: Die staatlichen Zuwendungen an diesen stiegen von rund 220 Millionen Euro im Jahr 2020 auf etwa 2,1 Milliarden Euro im Jahr 2022, was 3,5 Prozent des Jahresumsatzes entspricht.

Andere Akteure in diesem Feld, etwa GAC, der mit VW kooperierende Hersteller Saic oder auch Tesla mussten sich mit deutlich geringeren Subventionszahlungen begnügen. Zudem profitiert BYD – wie die anderen Hersteller in diesem Sektor auch – von absatzfördernden Maßnahmen des Staats in Form einer Kaufprämie genauso wie von den Subventionen, die die Batteriehersteller erhalten und die zu günstigeren Einkaufspreisen führen.

Eine ähnliche Entwicklung erkennen die Forscher des IfW im Bereich der Windkraftanlagen. Auch hier werden die führenden Anlagenbauer, etwa Goldwind und Mingyang, in besonderem Maße mit staatlichen Subventionen bedacht, um sich zu global führenden Anbietern zu entwickeln. Erhielt letzterer im Jahr 2020 noch Zuwendungen in Höhe von 20 Millionen Euro, betrugen diese zwei Jahre später bereits 52 Millionen Euro.

EU soll von China die Abschaffung der Subventionen einfordern

Um die europäischen Anbieter vor den wettbewerbsverzerrenden Förderungen Chinas zu schützen, hat die EU bereits ein Antisubventionsverfahren eingeleitet , das im Ergebnis zur Einführung von Importzöllen für Elektrofahrzeuge chinesischer Hersteller führen kann.

Die Autoren der Studie empfehlen den Vertretern der Europäischen Union allerdings stattdessen, auf die Abschaffung der Subventionen in China zu drängen, und sehen für eine solche Forderung derzeit realistische Chancen: Aufgrund der wirtschaftlichen Schwäche im Land selbst und der Handelsbeschränkungen durch die USA und den damit fehlenden Absatzmöglichkeiten laste ein vergleichsweise hoher Druck auf der chinesischen Regierung, der sie in entsprechenden Verhandlungen zu einem Entgegenkommen bewegen könne.


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