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Ifo und Randstad: Ein Drittel der Unternehmen will Homeoffice beschränken

Viele Manager fürchten Nachteile wie Kontrollverlust oder eine geringere Bindung an die Firma. 9 Prozent der Firmen wollen Homeoffice komplett beenden.
/ Achim Sawall
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Büro ist, wo das Notebook steht. (Bild: BARBARA GINDL/APA/AFP via Getty Image)
Büro ist, wo das Notebook steht. Bild: BARBARA GINDL/APA/AFP via Getty Image

Rund 30 Prozent aller befragten Unternehmen wollen das Homeoffice einschränken oder ganz abschaffen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Ifo Instituts für Wirtschaftsforschung und des Leiharbeitskonzerns Randstad unter 615 deutschen Personalverantwortlichen hervor, die dem Nachrichtenmagazin der Spiegel vorliegt. Danach planen 9 Prozent der befragten Firmen, das Arbeiten von zu Hause komplett zu beenden.

Diese Tendenz ist in Handelsunternehmen mit 14 Prozent stärker ausgeprägt. 13 Prozent aller Firmen in der Umfrage wollen das Homeoffice leicht reduzieren, 7 Prozent deutlich.

In der Industrie ist der Wunsch am stärksten verbreitet, das Arbeiten im Homeoffice zwar nicht einzustellen, aber seltener zuzulassen: 23 Prozent der Betriebe planen, die Beschäftigten wieder verstärkt zur Präsenz anzuhalten. Unter den Kleinunternehmen mit bis zu 49 Beschäftigten wollen 19 Prozent das Homeoffice vollständig abschaffen, während große Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern dies nicht in Betracht ziehen.

Zugleich sind viele Firmen darauf bedacht, ihre Attraktivität zu steigern, gerade vor dem Hintergrund des Arbeits- und Fachkräftemangels. 76 Prozent der Personalverantwortlichen wollen vor allem mit flexiblen Arbeitszeiten bei möglichen Bewerbern punkten, 68 Prozent mit Weiterbildung und 60 Prozent mit Zusatzmaßnahmen wie Jobtickets, Sportangeboten oder einer Kantine. Ein flexibler Arbeitsort oder überdurchschnittliche Einkünfte werden jeweils nur von rund einem Drittel genannt.

Viertagewoche bei großen Firmen selten

Auch hier unterscheiden sich kleine von großen Unternehmen. So bieten unter den großen Betrieben 86 Prozent flexible Arbeitszeiten und knapp die Hälfte einen flexiblen Arbeitsort. Auf solche Werte kommen Unternehmen mit weniger als 500 Beschäftigten nicht.

Punkten können sie aber bei der Viertagewoche: Bei Betriebsgrößen über 500 Personen wird sie nur von 10 Prozent der Befragten angeboten, unter Firmen mit weniger als 50 Beschäftigten ermöglichen sie 16 Prozent.

Seit der Coronapandemie ist das Homeoffice in Unternehmen stärker verbreitet als zuvor. Viele Manager fürchten aber, dass Nachteile wie Kontrollverlust oder eine geringere Bindung an die Firma überwiegen könnten.


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