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Ifo-Studie: Autoindustrie durch Verbrennungsmotorverbot in Gefahr

Mehr als 600.000 deutsche Industriearbeitsplätze wären laut einer Studie direkt oder indirekt betroffen, wenn ab 2030 keine Autos mit Verbrennungsmotoren mehr zugelassen werden dürften. Die Auswirkungen auf die Umwelt wären positiv.
/ Andreas Donath
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Verbrennungsmotorverbot könnte viele Arbeitsplätze kosten. (Bild: Pexels/Markus Spiske raumrot.com)
Verbrennungsmotorverbot könnte viele Arbeitsplätze kosten. Bild: Pexels/Markus Spiske raumrot.com / CC0 1.0

Das Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung hat im Auftrag des Verbands der Automobilindustrie (VDA) eine empirische Studie(öffnet im neuen Fenster) durchgeführt, der zufolge rund 600.000 Arbeitsplätze in Deutschland direkt oder indirekt von einem Verbrennungsmotorverbot betroffen wären. Das sind rund zehn Prozent der Beschäftigten in der Industrie. Rund 130.000 Arbeitsplätze in kleinen und mittelständischen Spezialfirmen wären besonders bedroht. Laut Studie wären bei einem Zulassungsverbot knapp 13 Prozent der Bruttowertschöpfung der Industrie betroffen. Elektroautos benötigen weit weniger Teile, weil der Verbrennungsmotor und seine Nebenaggregate wegfallen.

Ein Ende des Verbrennungsmotors für Pkw fordern die Grünen und einige Umweltverbände ab dem Jahr 2030. Im Entwurf zum Wahlprogramm 2017 der Grünen heißt es: "Ab 2030 sollen nur noch abgasfreie Autos vom Band rollen." Auch der französische Umweltminister Nicolas Hulot will, dass sein Land ab 2040 den Verkauf von Autos mit Diesel- und Benzinmotoren verbiete . Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht die Autoindustrie vor großen Herausforderungen . Jeder wisse, dass die Branche in ihrer heutigen Form nicht überleben werde, sagte Merkel laut dem Magazin Der Spiegel beim Europäischen Rat Ende Juni 2017.

Deutsche Autoindustrie mit vielen Elektroauto-Patenten

Ob eine strenge Regulierung für einen Wandel notwendig sei, ist laut der Studie "Auswirkungen eines Zulassungsverbots für Personenkraftwagen und leichte Nutzfahrzeuge mit Verbrennungsmotor" zumindest fraglich. So stamme etwa jedes dritte Patent (34 Prozent) im Bereich Elektromobilität zwischen 2010 und 2015 aus Deutschland. An zweiter und dritter Stelle stehen Japan und die USA. Patente allein müssen allerdings nicht in Produkten münden.

Mit Blick auf die Umwelt brächte ein Zulassungsverbot von Verbrennungsmotoren bei Pkw und leichten Lkw bis 3,5 Tonnen deutliche Verbesserungen. So führe ein Verbot im Vergleich zu einem "Weiter so"-Szenario zu einem Rückgang der CO2-Emissionen von 32 Prozent im Prognosezeitraum 2030 bis 2050. Beim "Weiter so"-Szenario wurde bereits bis zum Jahr 2050 ein Rückgang der CO2-Emissionen von etwa 53 Prozent einberechnet.

Strom würde durch Elektroautos kaum teurer

Sollten Elektroautos durch den Verbot des Verbrenners praktisch erzwungen werden, würden nach Berechnungen der Studienautoren 2030 mehr als 3,3 Millionen davon zugelassen. Die Ladeinfrastruktur müsste dafür stark ausgeweitet werden. Der Strombedarf stiege und wäre 2031 um 1,1 Prozent höher als ohne die Maßnahme. Bis 2050 müsste gar 7,6 Prozent mehr Strom produziert werden. Das erhöhe den Strompreis allerdings nur um 0,5 Prozent.


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