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(Bild: Samsung)

iFixit-Rückzug: Samsung taucht tief in den Fettnapf ein

Die Bastler von iFixit haben ihren Teardown zum Galaxy Fold zurückgezogen - nachdem Samsung offenbar deren Partner unter Druck gesetzt hat, der iFixit mit einem Testgerät versorgte. Vom Streisand-Effekt haben die Samsung-Manager scheinbar noch nichts gehört.

Auf Druck von Samsung hat iFixit seinen Teardown zum Galaxy Fold von seiner Webseite genommen. In einem Blogpost erklären die Bastler die Hintergründe: Demnach hat Samsung den Partner von iFixit, der das Unternehmen mit einem Testgerät des Galaxy Fold versorgt hat, dazu aufgefordert, den Bericht zu löschen.

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Aus Rücksicht auf diesen langjährigen Partner, dessen Identität iFixit nicht preisgibt, habe man sich entschlossen, den Teardown von der Seite zu nehmen. Eine rechtliche Verpflichtung, den Beitrag zu entfernen, gebe es nicht.

In dem Bericht nehmen die Bastler Samsungs erstes faltbares Smartphone auseinander. Dabei finden sie Hinweise darauf, dass Schmutzpartikel problemlos in das Innere des Gerätes gelangen können. Derartige Teilchen könnten für die Display-Ausfälle verantwortlich sein, deretwegen Samsung den globalen Marktstart des Galaxy Fold auf unbestimmte Zeit verschoben hat.

Video: Samsung Galaxy Fold - Trailer [1:30]

Der Umstand, dass Samsung iFixit nicht direkt kontaktierte, sondern den Umweg über den vermeintlich leichter unter Druck zu setzenden Hardware-Partner nahm, wirft kein gutes Licht auf den südkoreanischen Hersteller. Der gewählte Weg legt den Verdacht nahe, dass Samsung sich bewusst war, dass man keine Handhabe gegenüber iFixit hat - wohl aber gegenüber dem Hardwarepartner.

Durch die quasi erzwungene Löschung des Teardowns verursacht Samsung zudem einen Streisand-Effekt, wie The Verge korrekterweise anmerkt. Der Streisand-Effekt beschreibt die Bemühungen, unliebsame Informationen entfernen zu lassen, dadurch aber nur eine noch höhere Aufmerksamkeit zu bewirken.

Teardown ist noch verfügbar

Sein Ziel, den Teardown verschwinden zu lassen, hat Samsung außerdem nicht erreicht: Auf Archive.org lässt sich der Bericht immer noch abrufen, inklusive aller Fotos. Eine Anfrage zu den Beweggründen Samsungs hat der Hersteller zum aktuellen Zeitpunkt noch unbeantwortet gelassen.