IETF: Quic und HTTP/3 so gut wie fertig
Die Internet Engineering Task Force (IETF) hat einen sogenannten Last Call für die noch nicht offiziell standardisierten Protokolle Quic und HTTP/3 veröffentlicht(öffnet im neuen Fenster). Dies soll der Community noch ein letztes Mal die Gelegenheit geben, Änderungen oder Verbesserungswünsche für die Protokolle einzureichen, bevor diese als Standard verabschiedet werden. Nach jahrelanger Arbeit an der Technik ist davon auszugehen, dass diese sich nicht allzu groß ändert und die Protokolle damit als so gut wie fertig angesehen werden können.
Begonnen haben die Arbeiten an Quic zunächst als internes Projekt bei Google, das erste Experimente damit bereits im Sommer 2013 vorgestellt hat. Die IETF übernahm schließlich die Arbeiten zur Standardisierung, dem Protokoll, das sich seitdem deutlich weiter entwickelt hat und inzwischen auch deutlich weiter Verbreitung findet als nur bei Google.
Quic, das ursprünglich als Abkürzung für Quick UDP Internet Connections stand, ist ein neues Transportprotokoll, das auf Multiplexing setzt und zunächst vor allem zur Beschleunigung jener Protokolle gedacht war, die TCP verwenden wie etwa HTTP. Die Nutzung von HTTP war zunächst eng an Quic selbst gekoppelt. Die IETF hat beide Protokolle jedoch offiziell getrennt. HTTP über Quic wird damit zu HTTP/3 und die Organisation plant, künftig weitere Protokolle auf Grundlage von Quic zu standardisieren.
Zu der Protokollfamilie gehören neben dem Transportprotokoll selbst, HTTP/3 und dessen Headerkompression (QPack) noch weitere Teile. Dabei handelt es sich etwa um einen Standard, um Paketverlust zu erkennen und Congestion Control umzusetzen sowie zusätzlich die Nutzung von TLS 1.3 in Quic und eine Aufzählung der Quic-Komponenten, die sich laut IETF trotz neuer Protokollversionen künftig nicht ändern sollten.
Zurzeit unterstützen die meisten Browser und viele Internetdienste bereits die Entwurfsfassung von Quic und HTTP/3 in Version 29. Die aktuelle Version 32 wird sehr wahrscheinlich letztlich zum Standard und es ist davon auszugehen, dass Browser und Angebote nach der Standardisierung auf diese wechseln. Die Unterschiede seien jedoch minimal. Darauf weist der Cloudflare-Angestellte Lucas Pardue hin(öffnet im neuen Fenster), der an der Quic-Standardisierung beteiligt ist.
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