Abo
  • Services:
Anzeige
An der Entwicklung des Codecs sind auch Streaminganbieter wie Netflix und Amazon beteiligt.
An der Entwicklung des Codecs sind auch Streaminganbieter wie Netflix und Amazon beteiligt. (Bild: Netflix)

IETF Netvc: Der nächste Videocodec soll 25 Prozent besser sein als H.265

An der Entwicklung des Codecs sind auch Streaminganbieter wie Netflix und Amazon beteiligt.
An der Entwicklung des Codecs sind auch Streaminganbieter wie Netflix und Amazon beteiligt. (Bild: Netflix)

Die Anforderungen an einen freien Standard-Videocodec für das Internet stehen so gut wie fest. Dieser soll vor allem wesentlich effizienter Kodieren als H.265, dabei aber sonst ähnliche Eigenschaften bieten. Codec-Tests werden ebenfalls standardisiert und ein möglicher Kandidat ist in Entwicklung.

Auf dem zurzeit stattfindenden 96. Meeting der Internet Engineering Task Force (IETF) hat die Arbeitsgruppe zu einem Internet Video Codec (Netvc) keine Einwände mehr zu dem aktuellen Entwurf des Anforderungskatalogs für den Codec vorgebracht. Der Vorsitzende Adam Roach will diesen deshalb möglichst schnell offiziell zum Standard erheben. Die Eigenschaften, die ein künftiger Standard-Codec erfüllen muss, stehen damit so gut wie fest.

Anzeige

Am wichtigsten ist den Beteiligten demnach die Effizienz der Kodierung. So soll der künftige Codec mindestens 20 bis 25 Prozent besser sein als VP9 oder H.265, das auch als HEVC bekannt ist. Das heißt die Qualität der Videos mit dem neuen Videocodec soll im Vergleich zu H.265 und VP9 bei gleicher Bitrate deutlich besser ausfallen. Auch die Metriken die zu diesen Vergleichen herangezogen werden sollen, werden wohl offiziell standardisiert.

Testfunktionen werden ausgelagert

Für letzteres arbeiten die Beteiligten zusätzlich zu den bisher üblichen eher technischen Verfahren PSNR oder SSIM auch mit der Neuentwicklung VMAF, die ursprünglich von Netflix stammt. Die Video Multi-Method Assessment Fusion (VMAF) basiert zu großen Teilen auf menschlicher Wahrnehmung von Videos, um deren Qualität zu beurteilen.

All diese Testverfahren werden in einem separaten Dokument festgelegt, das wohl aber noch einige Zeit mehr zur Standardisierung benötigen wird. Zum Testen selbst werden auch einige Dateien verwendet, die der Streaminganbieter Netflix bereitstellt. In ihrer Arbeit hin zu einem künftigen Gemeinschaftscodec wollen die Beteiligten eben diese Tests verwenden, um einzelne Funktionen gegeneinander abzuwägen, sagten die Entwickler auf dem Meeting.

Vergleichbare Eigenschaften zu H.265

Unabhängig von den Tests und der erwünschten besseren Kodierungseffizienz sind die gewünschten Eigenschaften des künftigen Standardcodecs sehr ähnlich zu H.265. So soll dieser typische Anwendungsszenarien erfüllen können, wie etwa 4K-Videostreams bei 25 Bildern pro Sekunde. Der künftige Standard zählt auch beispielhaft Codec-Level auf, die jeweils die Auflösung bei einer maximal erreichbaren Bildrate darstellen. Auch diese sind sehr ähnlich zu H.265.

Ebenso ähneln sich die Bild-Details des Codecs. Gefordert werden von der Netvc etwa mindestens 8- und 10-Bit-Farbtiefe sowie 12-Bit für ein High-Profile, was HDR ermöglicht. Optional sollte der Codec gar 16-Bit Farbtiefe unterstützen. Auch die Varianten der Farbunterabtastung für das YCbCr-Farbmodell (4:4:4, 4:2:2, 4:0:0 und das bisher übliche 4:2:0), finden sich größtenteils in der H.265-Spezifikation.

Fertiger Codec vielleicht schon kommendes Jahr

Wann letztlich ein Codec erscheint, der die gewünschten Eigenschaften erfüllt und damit ebenfalls standardisiert werden kann, ist zurzeit noch nicht klar absehbar. Den Plänen der Netvc zufolge soll dies jedoch bereits im Mai 2017 geschehen. Aussichtsreichster Kandidat dafür ist wohl der Videocodec AV1 der Alliance for Open Media (Aomedia), die im September 2015 gegründet worden ist.

AV1 ist aus Googles VP10 hervorgegangen und die Daala-Entwickler wollen viele ihrer Codec-Verbesserungen offiziell in AV1 einpflegen. Der Daala-Codec werde damit aber nicht aufgegeben, sagte der Daala-Entwickler Timothy Terriberry auf dem Meeting. Daala werde künftig einfach weiter als Testumgebung für neue Funktionen dienen. Dass die verschiedenen freien Next-Gen-Codecs bestenfalls in einem gemeinsamen Codec aufgehen werden, zeigte sich auf der Videolan-Jahrestagung VDD im vergangenen Jahr. Dort erklärten die Entwickler bereits wie stark diese miteinander kooperieren.


eye home zur Startseite
Trockenobst 30. Aug 2016

Es gibt andere Verfahren. Etwa im Bereich Fraktale. Die Frage ist wer die Forschung...

Galde 04. Aug 2016

Selbst HEVC schafft man mit 60fps auf FullHD. Dafür hat man ja Profile und Presets, um...

DrWatson 20. Jul 2016

Mal davon abgesehen, dass du meine "Wissenheit" gar nicht beurteilen kannst, weil du...

niklasR 19. Jul 2016

Ne, kein Schlauch, meiner Meinung hast du Recht. Hab grade auch nochmal auf Wikipedia...

Atalanttore 19. Jul 2016

Andernfalls wird es so wie mit VP8 und VP9. Beide sind zwar frei verfügbar, aber maximal...



Anzeige

Stellenmarkt
  1. Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS, Erlangen
  2. inovex GmbH, verschiedene Standorte
  3. Haufe Gruppe, Freiburg im Breisgau
  4. SKF GmbH, Schweinfurt


Anzeige
Spiele-Angebote
  1. 4,99€
  2. 57,99€/69,99€ (Vorbesteller-Preisgarantie)
  3. 108,98€ mit Vorbesteller-Preisgarantie

Folgen Sie uns
       


  1. Search Light

    Google testet schlanke Such-App

  2. 3D-Drucker

    Neues Verfahren erkennt Manipulationen beim 3D-Druck

  3. AVS Device SDK

    Amazon bringt Alexa auf Raspberry Pi und andere Boards

  4. Adblock Plus

    OLG München erklärt Werbeblocker für zulässig

  5. Streaming

    Netflix plant 7 Milliarden US-Dollar für eigenen Content ein

  6. Coffee Lake

    Core i3 als Quadcores und Core i5 als Hexacores

  7. Starcraft Remastered im Test

    Klick, klick, klick, klick, klick als wär es 1998

  8. KB4034658

    Anniversary-Update-Update macht Probleme mit WSUS

  9. Container

    Githubs Kubernetes-Cluster überlebt regelmäßige Kernel-Panic

  10. Radeon RX Vega

    Mining-Treiber steigert MH/s deutlich



Haben wir etwas übersehen?

E-Mail an news@golem.de


Anzeige
Mitmachprojekt: HTTPS vermiest uns den Wetterbericht
Mitmachprojekt
HTTPS vermiest uns den Wetterbericht

Breitbandausbau auf Helgoland: Deutschlands Hochseefelsen bekommt nur Vectoring
Breitbandausbau auf Helgoland
Deutschlands Hochseefelsen bekommt nur Vectoring
  1. Provider Dreamhost will keine Daten von Trump-Gegnern herausgeben
  2. Home Sharing Airbnb wehrt sich gegen Vorwürfe zu Großanbietern
  3. Illegale Waffen Migrantenschreck gibt es wieder - jetzt als Betrug

Google Home auf Deutsch im Test: "Tut mir leid, ich verstehe das nicht"
Google Home auf Deutsch im Test
"Tut mir leid, ich verstehe das nicht"
  1. Kompatibilität mit Sprachassistenten Trådfri-Update kommt erst im Herbst
  2. Smarte Lampen Ikeas Trådfri wird kompatibel mit Echo, Home und Homekit
  3. Lautsprecher-Assistent Google Home ab 8. August 2017 in Deutschland erhältlich

  1. Re: Wirklich bemerkenswert finde ich eigentlich...

    lottikarotti | 19:23

  2. Re: Warum wurden Tools wie ABP ADGUARD oder...

    ve2000 | 19:21

  3. Re: sieht trotzdem ...

    ArcherV | 19:18

  4. Re: Crashtests

    ArcherV | 19:17

  5. Re: Drehmomentmonster

    ArcherV | 19:15


  1. 17:02

  2. 15:55

  3. 15:41

  4. 15:16

  5. 14:57

  6. 14:40

  7. 14:26

  8. 13:31


  1. Themen
  2. A
  3. B
  4. C
  5. D
  6. E
  7. F
  8. G
  9. H
  10. I
  11. J
  12. K
  13. L
  14. M
  15. N
  16. O
  17. P
  18. Q
  19. R
  20. S
  21. T
  22. U
  23. V
  24. W
  25. X
  26. Y
  27. Z
  28. #
 
    •  / 
    Zum Artikel